Neuer Rettungskreuzer der DGzRS ist auf Borkum stationiert

Bremen tauft „Hamburg“

„Allzeit gute Fahrt“: Der Seenotrettungskreuzer „Hamburg“ und sein Tochterboot „St. Pauli“ sind am Dienstag in einer internen Zeremonie an der DGzRS-Zentrale in der Bremer Neustadt getauft worden.
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„Allzeit gute Fahrt“: Der Seenotrettungskreuzer „Hamburg“ und sein Tochterboot „St. Pauli“ sind am Dienstag in einer internen Zeremonie an der DGzRS-Zentrale in der Bremer Neustadt getauft worden.

Bremen – Der neue deutsche Seenotrettungskreuzer für das Seegebiet Borkum ist am Dienstag auf den Namen „Hamburg“ getauft worden. Wegen der Corona-Pandemie fand die traditionelle Zeremonie am Sitz der Deutscher Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in der Bremer Neustadt statt. Fernsehmoderatorin Anke Harnack als „Bootschafterin“ der Seenotretter zerschlug die Champagnerflasche am Bug und wünschte dem Schiff „allzeit gute Fahrt und eine sichere Heimkehr“.

Eigentlich hätte die „Hamburg“ am 19. April in der Freien und Hansestadt im Traditionshafen an der Elbphilharmonie getauft werden sollen. Stattdessen ging der Kreuzer mit der internen Bezeichnung SK 40 Mitte April auf Borkum in Dienst. „Bereits einen Tag nach der Stationierung in Borkum war SK 40 erstmals im Einsatz“, sagte Ingo Kramer, stellvertretender Vorsitzer der DGzRS.

In Hamburg, wo viele Spenden für den Neubau gesammelt worden sind, war der Seenotrettungskreuzer im März 2019 am Jungfernsteg auf Kiel gelegt worden. Zur Taufe begleitete Alexander Röder, Hauptpastor des Hamburger Michels (St.-Michaelis-Kirche), Anke Harnack von der Elbe an die Weser. Der Pastor segnete Kreuzer und Tochterboot für die bevorstehenden Einsätze.

Michel-Pastor segnet Schiff

Das acht Meter lange Tochterboot erhielt übrigens den Namen „St. Pauli“. Das war das Ergebnis einer Online-Abstimmung, an der nach DGzRS-Angaben etwa fast 9 000 Hamburger und Nicht-Hamburger teilgenommen hatten. Die Namen aller 104 Hamburger Stadtteile standen zur Auswahl. „Als sich abzeichnete, dass St. Pauli die Nase vorn hat, entschieden die Seenotretter, den Ende 2019 verstorbenen Hamburger Schauspieler Jan Fedder im Fahrstand mit einem Porträt zu ehren, das ihn in Seenotretter-Wetterzeug zeigt“, teilten die Seenotretter mit. Fedder war seit 2007 DGzRS-„Bootschafter“. „Er wird auf diese Weise jeden Einsatz an Bord des 8,2 Meter langen und mehr als 230 PS starken Tochterbootes mitfahren“, hieß es.

Zurück vom Tochterboot auf den Rettungskreuzer: Gebaut wurde die etwa zehn Millionen Euro teure „Hamburg“ auf der Fassmer-Werft in Berne an der Unterweser. Sie ist der vierte Seenotrettungskreuzer der 28-Meter-Klasse, vollständig aus leichtem Aluminium konstruiert und auf schwerste See ausgelegt. Die anderen drei sind auf Amrum („Ernst Meier-Hedde“), in Laboe („Berlin“) und Cuxhaven („Anneliese Kramer“) stationiert.

Tochterboot in der Heckwanne

Der 28-Meter-Kreuzer richtet sich nach einem Kentern selbstständig wieder auf. Zwei Maschinen mit zusammen knapp 4 000 PS beschleunigen das Schiff auf 24 Knoten (etwa 46 Kilometer pro Stunde). Gefahren wird es von einer vier Mann starken Besatzung. Weitere Merkmale sind eine umfassende Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung an Bord sowie eine Feuerlöschpumpe mit ferngelenktem Monitor zur Bekämpfung von Bränden auf See. In der Heckwanne führt das Schiff das Tochterboot mit sich.

Von Borkum bis Usedom

Die Seenotrettung ist in Deutschland nicht staatlich organisiert, sondern liegt in Händen der DGzRS. Der 1865 gegründete Verein finanziert sich ausschließlich über Spenden. 2019 betrug das Spendenaufkommen 55 Millionen Euro.

Zur Erfüllung ihrer Aufgaben hält die DGzRS rund 60 Seenotrettungskreuzer und -boote auf 54 Stationen von Borkum im Westen bis Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Seit Gründung der DGzRS haben ihre Besatzungen rund 85  000 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit. 2019 fuhren die Seenotretter 2 140 Einsätze und bargen 351 Menschen aus Gefahr.  dpa/je

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