Syrische Flüchtlinge gründen Exil-Orchester

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Der syrische Kontrabassist Raed Jazbeh stellt sich am 16.09.2015 in Bremen vor. Der Profi-Musiker plant den Auftritt eines syrisches Exil-Orchester.

Bremen - Der Krieg prägt das Bild von Syrien. Doch das Land hat auch eine reiche Kultur. Das wollen geflüchtete Musiker mit einem Exil-Orchester beweisen. Im Repertoire: Lieder aus ihrer Heimat und europäische Klassik.

Syrische Profi-Musiker haben im Exil ein Orchester gegründet. Seit ihrer Flucht vor dem Krieg in ihrer Heimat leben sie über mehrere europäische Länder verteilt. Doch die Musik bringt sie jetzt wieder zusammen. Am kommenden Dienstag (22.) wird das „Syrian Expat Philharmonic Orchestra“ in Bremen sein erstes Konzert geben. Die Organisatoren sind schon aufgeregt - auch weil sie wegen der großen Entfernung erst kurz vorher mit den Proben beginnen können.

„Wir möchten den Menschen ein anderes Bild von Syrien zeigen, jenseits von Krieg und IS. Syrien ist ein Land der Musik und der Kultur“, sagt der in Bremen lebende Kontrabassist Raed Jazbeh. Er hat das Exil-Orchester ins Leben gerufen. Über Facebook machte er die aus Syrien geflüchteten Musiker ausfindig. Etwa 30 von ihnen werden für den ersten Auftritt nach Bremen reisen. Künftig sollen dem Ensemble 50 syrische Musiker angehören. Bis für jedes Instrument jemand gefunden ist, werden Deutsche einspringen. Jazbeh hat in Damaskus Musik studiert - wie alle syrischen Musiker, da es in dem Land nur ein Institut dieser Art gibt. „Dadurch kennen sich normalerweise alle Musiker“, sagt Jazbeh.

Viele haben deshalb vorher schon miteinander gespielt. Dennoch ist das Exil-Orchester ein großes Experiment. Am Samstag wird das Ensemble erstmals in voller Besetzung zusammen musizieren: Wegen der knappen Zeit bis zum Konzert sind täglich drei Proben angesetzt. „Wir werden unser Bestes geben“, sagt Jazbeh. Klassik, Jazz und syrische Stücke wird das Exil-Orchester bei seiner Premiere im Bremer Sendesaal aufführen. Ein weiterer Auftritt ist am 3. Oktober in Lüneburg geplant. Geld verdienen die Profi-Musiker damit zurzeit noch nicht. Deshalb sind sie auf Spenden angewiesen. Doch sie hoffen, dass sich das bald ändern wird.
dpa

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