„Nordlichter“ werden nachgebessert

Produktion bei Siemens hakt: Neue Straßenbahnen kommen später

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Die alten Niederflurzüge des Herstellers Adtranz aus den 90er Jahren sollen ausgemustert und durch die neuen „Nordlichter“ von Siemens ersetzt werden. 

Es dauert noch. Die neuen Straßenbahnen kommen später. Noch später. Es hakt in der Produktion bei Siemens in Wien, heißt es bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG). So haben sich die Bremer entschlossen, noch einmal nachbessern zu lassen. Und das wiederum kostet Zeit.

Bremen - Bei der Vertragsunterzeichnung im Juni 2017 war noch vereinbart worden, dass die ersten neuen Bahnen im Frühjahr 2019 in Bremen über die Gleise gleiten. Dann sollte im Dezember 2019 die erste Bahn geliefert werden. Bei der Abnahme in Wien habe sich dann jedoch herausgestellt, dass bestimmte Dinge nicht so sind wie gewünscht, sagte BSAG-Sprecher Andreas Holling auf Nachfrage. So ein Straßenbahnzug sei kein Produkt „von der Stange“. Die Bahn werde vielmehr nach Kundenwünschen, also nach BSAG-Vorstellungen, angefertigt. Noch gibt es verschiedene Mängel, die eben in Wien oder zumindest bei Siemens beseitigt werden müssten – aus technischen Gründen. „Wir können in unserer Werkstatt keine Bahnen zerlegen“, so Holling.

Neue Straßenbahnen in Bremen: Kein neuer Termin

Einen konkreten neuen Liefertermin für die erste Bahn gibt es noch nicht. „Wir sind mit Siemens im Gespräch, um möglichst schnell einen neuen Termin zu bekommen“, sagt Holling.

Die zweite Bahn werde dann allerdings schnell folgen. Und danach soll die Serienproduktion in Wien auf Hochtouren laufen. 77 Bahnen vom Modell „Avenio“, das in Bremen als „Nordlicht“ auf die Schienen gesetzt wird, umfasst schließlich das Paket, das die Bremer zu einem Gesamtpreis von rund 230 Millionen Euro bei Siemens geordert haben. Bis alle neuen Trams unter Strom sind, dürften nach der Lieferung der ersten Bahn noch einmal zwei bis zweieinhalb Jahren vergehen.

„Nordlichter“: Platz für bis zu 260 Fahrgäste

Die „Nordlichter“, also jene Gelenktriebwagen der neuen Generation, sind 2,65 Meter breit und rund 37 Meter lang, setzen sich aus vier Wagenkästen zusammen und werden von sechs Motoren mit je 120 Kilowatt (umgerechnet 164 PS) angetrieben. Die Bahnen bieten Platz für bis zu 260 Fahrgäste und erreichen eine Geschwindigkeit von bis zu 70 Kilometern pro Stunde.

Die 77 Siemens-Züge ersetzen eins zu eins die 77 Adtranz-Modelle der Baujahre 1993 bis 1996, die jeweils weit mehr als eine Millionen Schienenkilometer zurückgelegt haben und jetzt ausrangiert werden sollen. Insgesamt verfügt die BSAG aktuell über 117   Straßenbahnen, so Holling.

Bremer haben Kaufoption für weitere Straßenbahnen

Die Bremer haben zudem über eine Kaufoption für weitere Straßenbahnen – für den Fall, dass das Streckennetz ausgebaut wird. Und dafür sind diverse Weichen gestellt. Für die Verlängerung der Straßenbahnlinien 1 bis Mittelshuchting und der Straßenbahnlinie 8 (nach Stuhr und Weyhe) bis zur Bremer Landesgrenze liegt seit 6. Dezember Baurecht vor, nachdem für das letzte verbliebene Klageverfahren eine einvernehmliche Lösung gefunden wurde. 

Jetzt sollen die Planungen wieder forciert werden, heißt es unter anderem in einer Vorlage für die Sitzung der Baudeputation am morgigen Donnerstag. Für das Frühjahr will das Bauressort für den Senat eine Vorlage zur Beschlussfassung vorbereiten, um die Finanzierung für die vollständige Realisierung der Linie 1 vom Roland-Center über Huchtinger Landstraße, Willakedamm, den Streckenabschnitt Bremen-Thedinghauser-Eisenbahn, Heinrich-Plett-Allee bis zur Kirchhuchtinger Heerstraße im Haushalt abzusichern. Ab Herbst 2020 sollen bauvorbereitende Arbeiten beginnen, heißt es weiter.

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