Der Entschärfungs-Versuch / Kosten: 926.000 Euro

„Stern“: Kreisverkehr nach Umbau wieder freigegeben

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Rot markierte Radwege, weiß schraffierte Sperrflächen, innen nur noch eine Spur für Autos – der umgebaute „Stern“ kurze Zeit nach der Freigabe am Dienstagmittag.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Am „Stern“ geht es wieder rund – im Kreisverkehr, ganz wie gewohnt. Wie berichtet, ist der „Stern“ umgebaut worden, weil er seit Jahren als Unfallschwerpunkt gilt. Statistisch betrachtet krachte es mehr als einmal pro Woche. Nun soll der Kreisel sicherer sein – so jedenfalls die Hoffnung der Verkehrsplaner.

Am Dienstagmittag ging es zunächst einmal recht gemächlich zu am „Stern“ – ferien- und tageszeitbedingt floss der Verkehr vergleichsweise spärlich. Zudem ist der Gustav-Deetjen-Tunnel ja wegen der Gleissanierungen vor dem Hauptbahnhof für den Autoverkehr noch gesperrt.

Normalerweise aber nutzen Tag für Tag 25.000 motorisierte Fahrzeuge, 5500 Radfahrer und 430 Straßenbahnen den Kreisverkehr am „Stern“. Da geht‘s dann schon mal auf eine Weise rund, die einem friedlichen und sicheren Zusammenleben nicht angemessen ist. Zumindest ist es in der Vergangenheit immer mal wieder so gewesen.

2013 begannen Fachleute – unter Beteiligung der Verkehrsunfallkommission, des Verkehrsressorts und des Amts für Straßen und Verkehr – mit einer verkehrspsychologischen Untersuchung. Deren Ergebnis sind nun die Kernpunkte des Umbaus gewesen:

  • Reduzierung der Kreisfahrbahn auf fünf Meter Breite, sprich: nur noch eine Spur für Autos.
  • Breitere Sperrflächen, die für einen größeren Abstand zwischen Autos, Fahrrädern und Fußgängern sorgen. Der größere Abstand zur Fahrradspur soll auch dazu beitragen, dass Autofahrer Radler beim Abbiegen besser sehen.
  • Deutlich sichtbare Rotfärbung des Radwegs.

Seit dem 4. Mai war der „Stern“ für diese grundlegende Umgestaltung gesperrt. Die Gesamtkosten für den Umbau liegen nach Angaben des Umwelt-, Bau- und Verkehrsressorts bei 926.000 Euro. Der Anteil Bremens beträgt 224.000 Euro, die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) zahlt 30.000 Euro. Die restlichen Kosten trägt der Bund.

Ist es gut ausgegebenes Geld? Zur Eröffnung erklärte Verkehrs-Staatsrätin Gabriele Friderich am Dienstag: „Bremen hat jetzt noch einmal viel Geld investiert, um einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt zu verbessern und einen Unfallschwerpunkt zu entschärfen.“ Zugleich aber forderte die Staatsrätin „alle“ Verkehrsteilnehmer „dringend“ dazu auf, den neuen „Stern“ nach „den geltenden Verkehrsregeln zu benutzen“. Denn: „Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall.“

Nach wie vor kommen am „Stern“ Straßenbahnen sowie Autofahrer, Radler und Fußgänger von insgesamt sechs Straßen zusammen – ganz schön viel für einen einzigen Kreisel. Ob der Umbau unter Alltagsbedingungen – mit Berufsverkehr und Staubildung – die erhoffte Entspannung bringt, bleibt abzuwarten.

Was sich in Zukunft noch ändern könnte, das deutete Brigitte Pieper, die Leiterin des Amts für Straßen und Verkehr, am Dienstag schon einmal an: „Wenn die jetzigen Veränderungen nicht helfen, werden wir aus dem ,Stern‘ eine ganz normale Ampelkreuzung machen müssen. Das wäre aber mit Einschränkungen für einen Teil der jetzt angeschlossenen Straßen verbunden, was nicht unser Ziel ist.“

Sind nun alle zufrieden? Sicher nicht. Passanten etwa klagten am Dienstag über „Stolperkanten“.

Lesen Sie auch den Kommentar von Thomas Kuzaj

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