„Auf einen Espresso“ mit der Jugendbuch-Autorin Hortense Ullrich

Bremen statt Amerika

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Hortense Ullrich liebt ihre texanischen Westernstiefel. ·

Bremen - Von Ilka Langkowski. Hortense Ullrichs Jugendbücher, insbesondere ihre „Freche-Mädchen“-Reihe mit „Hexen küsst man nicht“ sind ein Erfolg. Mit „Hühner-Voodoo“ kommt im Juli ihr erster Roman für Erwachsene in den Buchhandel. Die Journalistin und Autorin schreibt bereits am zweiten Teil.

Die gebürtige Saarländerin hat Design studiert, wurde Journalistin und Drehbuchautorin. Acht Jahre lebte sie in den USA. Sich Geschichten auszudenken, macht Ullrich am meisten Spaß, sagt sie. Mühevoller sei es, die Ideen dann noch aufzuschreiben, wenn im Kopf schon alles fertig ist.

Ullrich hat sich Zeit für unsere Serie „Auf einen Espresso“ genommen, in der wir Bremer Prominente und engagierte Macher ein wenig privat vorstellen – mit einem Gegenstand, der für sie eine besondere Bedeutung hat. Sie hat sich für ihr Lieblingspaar Western-Boots entschieden. „Ich liebe meine Stiefel und das Cowboy-Outfit“, sagt sie. Dieses Paar habe sie getragen, als sie mit ihrem Mann in Las Vegas ein zweites Mal heiratete. Zu dieser rein symbolischen Zeremonie trat das damals bereits seit Jahren verheiratete Paar stil echt in Boots und Hut an. Selbst zu Bällen trägt Ullrich Westernstiefel, von denen sie an die 20 Paare besitzt. Mit einigen Westernsätteln, Pfefferschoten und Kaktuslampen hat sich Ullrich ein Stück USA in ihr Wohnzimmer geholt. „Mein Mann und ich haben immer gesagt, wenn die Mädchen mal groß sind, wollen wir wieder zurück“, erzählt die Autorin. Aber die Töchter, gebürtige Amerikanerinnen, lieben Bremen und wollen nicht nach Übersee.

So blieben auch die Eltern an der Weser, und das Heimweh nach den Staaten ist geschwunden. Die offene und gutgelaunte Art der Amerikaner aber pflegt die Autorin weiterhin. „Es ist eine super Art, durchs Leben zu gehen“, sagt sie. Der unbeschwerte Umgang entspreche ihrer eigenen Persönlichkeit. Die oft als „Oberflächlichkeit“ verurteilte Freundlichkeit reiche für den Alltag völlig aus, man wolle ja nicht gleich jeden zum Freund. Erstaunlicherweise, so Ullrich, fand sie auch in Bremen diese offene Haltung der Menschen. Im Saarland hatte man sie noch gewarnt: Die reden nicht viel mit einem. „Aber die Bremer sind wahnsinnig freundlich und hilfsbereit“, stellt Ullrich fest. Wortkarge gebe es auch, aber die hätten trotzdem Humor. „Da hab ich Glück gehabt, als ich aus den USA kam“, sagt sie. Ihre Western-Boots trägt sie zwar immer seltener – aber das dazugehörige Lebensgefühl hat sie komplett verinnerlicht.

Was verbindet Sie mit Bremen?

Ullrich:1995 hat der Job meines Mannes uns nach Bremen geführt. Zunächst als „Zwangs-Bremer“ haben wir uns neugierig auf das Abenteuer Hansestadt gefreut. Es ist eine wahnsinnig grüne Stadt, was bei der Größe selten ist, und gleichzeitig ist sie mit einem guten kulturellen Angebot und einer dörflichen Atmosphäre ausgestattet. Man trifft immer jemanden, den man kennt. Außerdem liebe ich Tradition mit Bräuchen und Sitten, und das ist in Bremen sehr lebendig.

Welchen Ort mögen Sie besonders?

Ullrich:Oberneuland. Das ist definitiv ein Dorf. Ich habe hier alles, was ich brauche, und bin flugs in der Stadt.

Was würden Sie auswärtigen Gästen in Bremen zeigen?

Ullrich:Die Klassiker mit Stadtmusikanten, Rathaus und Schnoor. Später würde ich ins Umland, nach Worpswede und Fischerhude, fahren.

Welches ist Ihr Lieblingstier?

Ullrich:Wir haben im Garten ein Eichhörnchen. Es heißt „Freddy“ und ist sehr zutraulich.

Was würden Sie tun, wenn Sie jetzt spontan einen Tag frei hätten?

Ullrich:Am liebsten würde ich gar nichts tun, aber ich befürchte, ich würde aufräumen und entrümpeln. Ansonsten ginge es in die Stadt, zum Essen bei „Jackie Su“. Später würde ich mich mit einem Stück Kuchen von „Hauptmeier“ an die Contrescarpe setzen.

Was macht Sie schwach?

Ullrich:Ich hab’s mit Produktserien. Wenn ich ein schönes Teil einer Serie habe, dann ich möchte ich auch die anderen, um sie vollständig zu haben.

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