Bremen startet Impfung für Asylbewerber / 200 Ehrenamtliche sind im Einsatz

Der Piks gegen Grippe

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Senatorin Eva Quante-Brandt (v.l.) lässt sich von der medizinischen Fachangestellten Kerstin Hartmann und der Ärztin Marion Heinschel den Ablauf der Impfaktion erläutern.

Bremen - In Bremen haben Ärzte gestern damit begonnen, die ersten Asylbewerber gegen Grippe zu impfen. Ein kleiner Piks soll die Menschen vor Erkrankungen schützen.

In der Notunterkunft „Brinkmann-Hallen“ in Woltmershausen betreuten zwei Impfteams die Flüchtlinge. In der ehemaligen Tabak-Fabrik leben 220 Erwachsene und 80 Kinder. Etwa 80 von ihnen machten gestern von dem Angebot Gebrauch. Geplant sind mehrere Termine, wie eine Sprecherin des Gesundheitsressorts sagte. Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) und das Gesundheitsamt folgen mit der Aktion den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und des Robert-Koch-Instituts.

Die Aktion sei eine logistische Herausforderung für Mitarbeiter und Helfer, sagte die Senatorin. Quante-Brandt: „Aber ich bin sicher, dass es eine gute Entscheidung ist, damit die Menschen in den Unterkünften gut geschützt sind.“ Insgesamt 50 Impfteams werden zunächst bis Mitte Dezember in den Notunterkünften und Übergangswohnheimen Erwachsene und Kinder ab sechs Monaten gegen Masern, Mumps, Röteln und die saisonale Grippe impfen. Rund 4 000 Asylbewerber sollen den Impfschutz erhalten. Jedes Impfteam besteht aus sechs ehrenamtlichen Helfern, darunter befinden sich mindestens zwei Ärzte. „Wir liegen gut in der Zeit. Eine Grippewelle beginnt normalerweise in den ersten Monaten des Jahres, deshalb soll man nicht zu früh mit der Impfung beginnen, damit der Impfschutz auch bis März hält“, so Quante-Brandt. Das freiwillige Angebot werde erfahrungsgemäß von den Flüchtlingen gut angenommen, sagte die Senatorin. In der vergangenen Woche wurden im Gesundheitsamt mehr als 200 ehrenamtliche Helfer in die Aufgaben eingewiesen. In der Gruppe befinden sich Ärzte, Krankenschwestern, medizinische Fachangestellte, Studenten sowie weitere Freiwillige.

Quante-Brandt betonte, dass sich die medizinische Versorgung der Flüchtlinge in Bremen auf einem guten Niveau befinde. Die Impfung der Asylsuchenden sei wichtig. In ihren Herkunftsländern wie Syrien oder Afghanistan sei das Gesundheitssystem zusammengebrochen. Da die Menschen in den Unterkünften auf engstem Raum zusammenlebten, steige das Infektionsrisiko.

Neben der Grippeimpfung gibt es Erstuntersuchungen und Sprechstunden an verschiedenen Standorten. Täglich sind zudem mobile Sanitäter-Teams der Bundeswehr im Einsatz. Ehrenamtliche Ärzte und Fachkräfte unterstützen den öffentlichen Gesundheitsdienst.

gn

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