„Bremen zur See“: Der Urvater aller Rettungskreuzer steht seit November 2013 unter Denkmalschutz

Viermal „Bremen“ bei den Seenotrettern

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Der Versuchsseenotkreuzer „Bremen“ im August 2014 nach der ersten Restaurierungsphase.

Bremen - Von Ulf Kaack. Seit 1865 ist die Hansestadt Sitz der Zentrale der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Insgesamt vier Einheiten ihrer Flotte tauften die Seenotretter auf den Namen „Bremen“ – heute das Thema in unserer Serie „Bremenzur See“.

Die Lindau-Werft in Memel baute 1925 ein 11,85 Meter langes Motorrettungsboot mit einem 45 PS starken Dieselantrieb für die DGzRS-Station Norderney. Es wurde auf den Namen „Bremen“ getauft, erhielt aber vier Jahre später bei seiner Verlegung nach Travemünde den Namen „Lübeck“. Von 1935 bis zur Außerdienststellung 1943 war das Boot außerdem auf den Inseln Wangerooge und

Poel im rettungsdienstlichen Einsatz.

1930 taufte die DGzRS erneut ein Motorrettungsboot auf den Namen der Hansestadt. Die zweite „Bremen“, wie ihre Vorgängerin komplett aus Stahl gefertigt, entstand bei der Lürssen-Werft in Vegesack. Sie war 16,17 Meter lang. Zwei Dieselmotoren mit jeweils 75PS ermöglichten eine maximale Geschwindigkeit von neun Knoten. Bis 1940war sie auf Norderney stationiert. Nach ihrem Kriegseinsatz für die Luftwaffe kam diese „Bremen“ nach Juist und anschließend nach Burgstaaken auf Fehmarn. 1955 wurde das Boot auf der Werft der Seenotretter in Bremen abgewrackt.

Mit dem Umbau des 1931 von der Lürssen-Werft fertiggestellten Motorrettungsbootes „Konsul Kleyenstüber“, einem Schwesterschiff der zweiten „Bremen“, zum Versuchsseenotkreuzer „Bremen“ leitete die DGzRS zu Beginn der 50er Jahre eine neue technische Entwicklung im maritimen Rettungsdienst ein. Seine beiden herausragenden Merkmale waren der turmartige Aufbau aus Leichtmetall in der Rumpfmitte mit einem oben offenen und unten geschlossenen Fahrstand sowie das in der Heckwanne mitgeführte Tochterboot.

Der Seenotkreuzer ist 17,50 Meter lang, 4,20 Meter breit und hat einen Tiefgang von 1,40 Metern. Zwei jeweils 125 PS starke Dieselmotoren ermöglichten eine maximale Geschwindigkeit von zehn Knoten. Als Selbstaufrichter konstruiert, besitzt der maritime Oldtimer die Fähigkeit zum Durchkentern. Vier Rettungsmänner bildeten einst die Besatzung.

Eingesetzt wurde die „Bremen“ von 1953 bis 1960 in Bremerhaven, dann bis 1961 in Hörnum auf Sylt und bis zur Außerdienststellung 1965 auf Amrum. Der ehemalige Seenotkreuzer wurde zunächst als Hafenschlepper und anschließend als Motoryacht genutzt. 2013 wurde das Schiff an das Hafenmuseum SpeicherXI in Bremen verkauft. Seitdem arbeiten ehrenamtliche Helfer daran, die „Bremen“ in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen. Mittlerweile verfügt der Urvater aller Seenotkreuzer wieder über seine originale Farbgebung und ist fahrbereit. Am 28. November 2013 wurde die dritte „Bremen“ unter Denkmalschutz gestellt.

Aktuell verfügen die Seenotretter mit einem in Großenbrode auf Fehmarn stationierten Seenotkreuzer der 27-Meter-Klasse wieder über eine „Bremen“. 1993 wiederum bei Lürssen gebaut, fuhr dieses 2266 PS starke und 17 Knoten schnelle Schiff bis 2011 von Grömitz aus in den Einsatz. Ihr Tochterboot hat ebenfalls bremische Wurzen: Es trägt den Namen „Vegesack“.

Im nächsten Teil von „Bremen zur See“ geht es um das Schicksal des Kleinen Kreuzers „Bremen“ der Kaiserlichen Marine.

www.seenotretter.de

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