„Bremen zur See“: Feuerlöschboote mit Kreiselpumpen und Dieselmotoren

Nachhaltige Klangkulisse

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Das 2012 außer Dienst gestellte Feuerlöschboot „Bremen II“ gibt Wasser aus allen Rohren.

Bremen - Von Ulf Kaack. Hafenanlagen, Schiffe sowie Industriekom-plexe am Weserufer bringen eine permanente Brandgefahr mit sich. Darauf ist die Berufsfeuerwehr vorbereitet. Bereits 1895 beschaffte sie ein Dampfspritzenschiff, im Folgejahr kam ein zweites hinzu. Heute sind das Feuerlöschboot „Bremen II“ sowie das von Polizei und Feuerwehr gemeinsam genutzte Einsatzboot „Bremen I“ Thema unserer Serie „Bremen zur See“.

Ihr tiefes sonores Maschinengeräusch ist noch heute in den Ohren vieler Bremer verhaftet. Die beiden MAN-Dieselmotoren der 1975 bei Abeking & Rasmussen gebauten „Bremen II“ lieferten neben einer nachhaltigen Klangkulisse jeweils 234 PS und eine Spitzengeschwindigkeit von neun Knoten.

Drei Kreiselpumpen wurden im Löschbetrieb auf die beiden Hauptmotoren und die Mittelmaschine gekuppelt und konnten je 4800 Liter Wasser pro Minute fördern. Die beiden Löschmonitore an Deck gaben jeweils 2400 Liter Wasser innerhalb einer Minute ab, hatten dabei eine Wurfweite von rund 50 Metern.

Dazu kamen zwölf A-Sauganschlüsse und 24 B-Druckanschlüsse als weitere Möglichkeiten der Wasserversorgung. Mittschiffs unter Deck befanden sich außerdem 20000 Liter Mehrbereichsschaum in vier riesigen Tanks, der durch einen Zumischer zur Schaumerzeugung dem Löschwasser beigegeben werden konnte. Die „Bremen II“ war ausgerüstet für den Gasschutzbetrieb in stark verqualmter, vergifteter oder kontaminierter Umgebung. Für Atemschutzgeräteträger wurden sechs komplette Ausrüstungen jederzeit einsatzbereit vorgehalten.

Nach 37 Jahren wurde die „Bremen II“ durch ein modernes Kombiboot, die „Bremen I“, ersetzt. Sie wird seit Mai 2012 von der Wasserschutzpolizei und der Berufsfeuerwehr gemeinschaftlich eingesetzt. Ein ungewöhnliches, aber bewährtes Konzept, das der Kosten-Nutzen-Optimierung und dem gesunkenen Einsatzaufkommen geschuldet ist. Exakt 23,90 Meter ist das Spezialschiff lang, sechs Meter misst die „Bremen I“ in der Breite. Sie hat einen Tiefgang von 1,35 Metern und verdrängt 65 Tonnen. Die beiden Masten sind klappbar, denn ab dem mittleren Hochwasser können die Brücken des Stromes nur noch mit umgelegtem Antennenwald passiert werden. Ihr Einsatzgebiet auf der Weser reicht schließlich von der A1-Autobahnbrücke im Süden bis zur Seegrenze nördlich von Bremerhaven.

Drei Turbodieselaggregate mit insgesamt rund 2220 PS sorgen über einen Jetantrieb für eine maximale Geschwindigkeit von 38 Kilometern pro Stunde. Am Heck befindet sich als zusätzliches kleines Einsatzfahrzeug ein Festrumpfschlauchboot. Es wird von einem 60-PS-Außenborder angetrieben läuft und eine Spitzengeschwindigkeit von fast 50 Kilometern pro Stunde. Gebaut wurde die „Bremen I“ auf einer Spezialwerft in den Niederlanden. Die Kosten schlugen seinerzeit mit rund 4,4 Millionen Euro zu Buche.

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