„Bremen zur See“: Expeditionsschiff „Bremen“ steuert die Polarregionen an

Kreuzfahrt plus Abenteuer

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Die „Bremen“ ist dank ihrer höchsten Eisklassifizierung für Fahrten in die Polarregionen bestens geeignet. Sie kann tief in das Packeis eindringen und sich ganz nah an die imposanten Steilhänge aus Eis heranmanövrieren. Archivfoto: Hapag Lloyd

Bremen - Von Ulf Kaack. Wie bereits ineinigen Folgen unserer Reihe „Bremen zur See“ zu lesen war, gab es in der Vergangenheit eine ganze Reihe von Schiffen, die auf den Namen der Wesermetropole getauft wurden. Heute stellen wir das Expeditionsschiff „Bremen“ der Reederei „Hapag-Lloyd Kreuzfahrten“ vor.

Auf ihren Expeditionsreisen verbindet die „Bremen“ den Komfort einer Kreuzfahrt mit Abenteuern und Naturerlebnissen. Regelmäßig steuert sie Ziele in den Polarregionen und im Nordmeer an, wofür sie sich durch ihre Einstufung in die höchsten Eisklasse 1AS hervorragend eignet. Sie bereist aber auch exotische Destinationen im Pazifik, Mittelmeer, Nordatlantik und im Indischen Ozean auf den Spuren der großen Entdecker.

Gebaut wurde das Schiff auf der Mitsubishi-Werft im japanischen Kobe und erhielt zunächst den Namen „Frontier Spirit“. 1993 kam es zur Flotte des Hamburger Hapag-Lloyd und wird seitdem für Expeditionskreuzfahrten eingesetzt.

Die „Bremen“ ist 111,51 Meter lang und verdrängt 6753 Tonnen. Zwei Dieselmotoren mit zusammen 6600 PS arbeiten auf zwei Vierblatt-Verstellpropeller, die eine Höchstgeschwindigkeit von 16 Knoten möglich machen. Die Besatzung umfasst 100 Nautiker, Techniker und Servicekräfte. Stabilisatoren sorgen bei rauer See für eine ruhige Lage in den Wellen.

Zugelassen ist das Schiff für maximal 155 Passagiere. Sie werden in 80 geschmackvoll eingerichteten Außenkabinen und zwei Suiten untergebracht, die alle mit zwei Einzel- oder einem Doppelbett, Sitzgruppe, Sideboard, Minibar, Telefon, Fernseher, Radio, Klimaanlage sowie Dusche mit WC ausgestattet sind. An Bord befinden sich ein Restaurant, eine Lounge und eine Bar. Außerdem Bibliothek, Fitnessraum, Sauna, Boutique und Friseursalon. Ein Arzt ist auf allen Reisen dabei.

Am 22. Februar 2001 erfasste eine 30 Meter hohe Monsterwelle die „Bremen“ auf der Fahrt von Südargentinien nach Rio de Janeiro. Dabei wurde eine Brückenscheibe von den Wassermassen aus dem Rahmen nach innen gedrückt. Eingedrungenes Seewasser legte Teile der Elektronik und in der Folge auch die Hauptmaschine lahm.

Das Schiff trieb eine halbe Stunde lang mit 40 Grad Schlagseite manövrierunfähig in der kochenden See Schließlich gelang es dem Maschinenpersonal, einen Hilfsdiesel in Betrieb zu nehmen, um mit seiner Hilfe die Kontrolle über die „Bremen“ wiederzuerlangen. Vier Tage später wurde der Havarist in den Hafen von Buenos Aires eingeschleppt.

Auf einer Kreuzfahrt durch die Antarktis entdeckten Passagiere und Besatzung der „Bremen“ am

2. Februar 2003 eine bislang unbekannte Insel sowie eine neue Passage im ewigen Eis. Sie sind heute als Bremen-Insel und Bremen-Kanal in den Karten der Region verzeichnet.

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