Der Deutsche Evangelische Kirchentag wird zu einem großen Fest der Freundschaft / Blick zurück auf das Jahr 2009

Bremen schwimmt auf Sympathiewelle

Der Deutsche Evangelische Kirchentag wurde zu einem großen Fest der Freundschaft

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke· Es war eine unglaublich tolle Atmosphäre. Selbst Skeptiker waren vom 32. Deutschen Evangelischen Kirchentag unter dem Motto „Mensch, wo bist Du?“ begeistert. Er war zweifelsohne der Höhepunkt des Jahres in Bremen.

Die Herzen flogen der Hansestadt nur so zu, Bremen schwamm auf einer Sympathiewelle. Ob bei den 2 500 Veranstaltungen vielerorts, in Bus und Bahn – wildfremde Menschen kamen ohne viel Zaudern in Kontakt, schlossen Freundschaft. Die Hilfsbereitschaft untereinander war beeindruckend. 100 000 Dauergäste, mehr als 300 000 Besucher bei Gottesdiensten – und alles lief friedlich ab. Es war schlichtweg grandios. Da hat Alt-Bürgermeister Henning Scherf (SPD) den Bremern mit mehr als sieben Millionen Euro Kosten nicht nur eine enorme Ausgabe eingebrockt, sondern auch einen hohen Imagegewinn.

Politisch bemüht sich die rot-grüne Koalition nach besten Kräften, die Groschen, pardon, die Cent-Stücke, zusammenzuhalten. Investitionen dümpeln da eher vor sich hin. Wirtschaftlich müssen die Häfen heftige Einbußen verkraften. Die SSW-Werft meldet Insolvenz an, bei Karstadt ist das Bangen wegen der Insolvenz des Mutterkonzerns groß. Doch das Haus ist stark, der Fortbestand gilt als sicher. Die Wollkämmerei wickelt die Produktion ab, Transocean Tours ist am Ende, wird vom Münchner Finanzdienstleister Premicon geschluckt, blickt aber unter neuer Führung mit halber Mannschaft positiv in die Zukunft. Die 470 Mitarbeiter des Transformatorenherstellers „Mdexx“ kämpfen erfolgreich gegen das sofortige Aus. Aber 200 Beschäftigte müssen gehen, es gibt einen Sozialplan und eine Bestandssicherung bis 2012. Doch es gibt auch Positives: Edeka investiert in den nächsten Jahren 60 Millionen Euro in Bremen, verspricht 20 neue Standorte und 1 500 neue Jobs. Die Autobauer von Mercedes haben Glück, gehen aus der Rotation als Gewinner hervor und bekommen ab 2014 die C-Klasse-Produktion. Bremens neuen Wirtschaftsförderer Andreas Heyer wird‘s freuen. Unter sein Dach, also das der neuen Wirtschaftsförderung Bremen (WFB), schlüpfen die bisherigen Gesellschaften BIG, HVG, Marketing und Messe.

Ein weiteres Thema ist die swb AG, die laut Gericht erstmal ihren Namen weiterführen darf und nun den Oldenburger EWE-Konzern als Mutter hat. Eine Aktie und damit Stimmrecht behält Bremen.

Um die Straßenbahnlinie 4 gibt es einen Eklat, da Lilienthal mit dem Nein Bremens Bausenator Reinhard Loske (Grüne) erzürnt. Die niedersächsischen Nachbarn besinnen sich schließlich, nun soll es im Juni 2010 losgehen. Auf dem Bremer Airport feiern mehr als 130 000 Menschen 100 Jahre Luftfahrt. Andere sind betrübt, dass die Bürgerbeteiligung beim Weserkraftwerk scheitert. swb und Enercon machen allein weiter, werfen im Dezember das Baukonsortium ‘raus. Die Fertigstellung wird sich bis Mitte 2011 verzögern. Gehen muss – natürlich freiwillig – Theater-Intendant Hans-Joachim Frey. Mit dem Musical „Marie Antoinette“ gelingt ihm zwar ein gutes Stück, das auch nahezu die erwartete Zahl der Zuschauer anzieht. Doch die Produktionskosten steigen derart drastisch, dass das Theater einen Haufen Miese einfährt und die Politik „not amused“ ist.

Nach Jahren der Skandale und Unruhe meldet sich die Klinik-Holding Gesundheit Nord im Dezember mit positiven Nachrichten: Es gibt erstmals ein leichtes Plus aus eigener Kraft.

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