Schwergut-Fachmesse „Breakbulk Europe“ in Bremen

Venedigs Blick in die Geschichte

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Schwergut-Lesestoff: PR-Dame Lena verteilt auf der „Breakbulk Europe“ Bücher der russischen Firma „Heavy World“. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Valencia, Venedig, Amsterdam – beliebte Urlaubsziele. Auf der Schwergut-Fachmesse „Breakbulk Europe“ in den Hallen 4 bis 6 auf der Bürgerweide präsentieren sie sich mal von einer ganz anderen Seite – als Hafenstandorte. 

Da geht es dann nicht um Sehenswürdigkeiten, sondern um sperrige, schwere und große Güter, die in keinen Container passen, aber doch von A nach B und vielleicht sogar weiter nach C bewegt werden sollen.

Auch die Prospekte der beliebten Touristenziele sehen auf dieser Messe ganz anders aus. Als Sehenswürdigkeiten gelten hier Schiffe und Containerbrücken, Dockanlagen und Kräne, Hinterlandanbindungen, Terminals und Heavy-Lift-Anlagen.

Etwas anders machen es die Venedig-Werber. Sie verweisen auf die weltberühmten Säulen – darunter die Markussäule mit dem Löwen –, die gegen Ende des 12. Jahrhunderts aufgestellt wurden. Die Italiener nutzen die Wahrzeichen nun, um einen Schwergut-Bogen von der Vergangenheit in die Gegenwart zu schlagen. Per Schiff waren die Säulen aus dem Orient nach Venedig transportiert worden – wenn das mal kein früher Schwerguttransport war! „Breakbulk“ ist praktisch in Venedig erfunden worden – das ist die Botschaft.

Als weiteres Beispiel werden – sozusagen zur Bekräftigung der Grundthese – die vier Tonnen schweren Pferde von San Marco („Quadriga marciana“) angeführt. Die vier lebensgroßen vergoldeten Bronzeplastiken kamen anno 1204 im Hafen von Venedig an – nach der Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzzügler. Und was schlägt man in Venedig heute so um? Im Januar zum Beispiel waren es drei 400-Tonnen-Heizkessel, die nach Suhar (Oman) gingen.

Ausflüge in Vergangenheit und Geschichte unternahm auf der „Breakbulk Europe“ auch Robert Howe, Chef der Hafengesellschaft Bremenports. So sprach er von „Mayor Smidt“ (Bürgermeister Johann Smidt, 1773 bis 1857), der dem Königreich Hannover ein Stück Land an der Geestemündung abkaufte – und dort 1827 Bremerhaven gründete.

Bremen hat „500 Jahre Erfahrung“

Bremen selbst habe seit dem 16. Jahrhundert mit Stück- und Schwergut zu tun und überhaupt „500 Jahre Erfahrung mit allen möglichen Arten von Gütern“.

Apropos Bremen. Damit die 10 000 Besucher der internationalen Fachmesse sich in der Hansestadt auch zurechtfinden, haben die britischen Organisatoren der „Breakbulk Europe“ eine Online-Bremen-Broschüre produziert. Die ist sehr interessant! Auf dem Titelbild: Haus Schütting und Marktplatz, aber ohne Roland und Rathaus. Innen dann unter anderem ein Artikel zum Thema Offshore-Terminal Bremerhaven (OTB) – mit dem Hinweis, das Projekt sei gegenwärtig „in der Schwebe“, sprich: wegen juristischer Auseinandersetzungen in der Warteschleife (wir berichteten).

Das ganze Jahr über wird gefeiert

Interessant auch, dass Bremens Geschichte in einem Abriss der Online-Broschüre in und mit Bremerhaven beginnt. Und dass die Bremer als feucht-fröhliches Partyvölkchen dargestellt werden. Beim Thema „Freizeit und Kultur“ heißt es: „Celebrations go on all year round.“ Das ganze Jahr lang feiern – so ist das Leben in Bremen. Die Besucher des Schwergewichts unter den internationalen Fachmessen werden ganz schön staunen.

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