Besucher verunsichert

Corona-Pandemie: Schwere Zeiten für Bremer Theater

Das Spiegelzelttheater in der Nähe von Übersee-Museum und Hauptbahnhof ist noch bis zum 9. Januar geöffnet. Angesichts der Corona-Pandemie und 2G-Regel sind die Macher zufrieden mit der Auslastung. Insgesamt haben die Theater in Bremen mit der Situation zu kämpfen.
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Das Spiegelzelttheater in der Nähe von Übersee-Museum und Hauptbahnhof ist noch bis zum 9. Januar geöffnet. Angesichts der Corona-Pandemie und 2G-Regel sind die Macher zufrieden mit der Auslastung. Insgesamt haben die Theater in Bremen mit der Situation zu kämpfen.

Die Theater in Bremen sind angesichts der aktuellen Corona-Lage zu 2G verpflichtet – und das schon seit Ende November. Davor: 3G, also geimpft, genesen oder getestet. Wie ist die Situation in den Bremer Häusern? Sie wird durchaus ein wenig unterschiedlich bewertet.

Bremen - Im GOP-Varieté in der Überseestadt war die Umstellung von 3G auf 2G vom Ablauf her kein großes Problem. Es seien nicht viele Besucher betroffen gewesen, so Sprecherin Christine Sollmann. Die Besucher sitzen an Tischen, nicht in Sitzreihen. Die Platzzahl sei immer noch etwas reduziert. Die Verunsicherung der Menschen sei zu bemerken, so Sollmann. Viele Weihnachtsfeiern seien abgesagt worden. Die Buchungslage im GOP zwischen den Feiertagen sehe jedoch gut aus. Sollmann: „Wir müssen sehen, wie es im neuen Jahr weitergeht. Sowas wie 2G-plus schwebt über unseren Köpfen. Das wäre ein großer Einschnitt, das schreckt Leute ab.“

Und weiter sagt sie: „Bremen ist kein abgeschlossener Ort. Wenn es in Niedersachsen schlimm aussieht, überträgt sich das auch auf Bremen. So gelte am Spielort Hannover bereits 2G-plus. Daher fragten auch hier viele Besucher nach, so Sollmann.

Spiegelzelttheater in Bremen spielt bis zum 9. Januar

Die Sitzsituation an Tischen findet sich auch im Spiegelzelttheater am Bremer Hauptbahnhof mit Shows bis zum 9. Januar. Betreiber ist Knut Schakinnis, wie bei der Komödie Bremen im Packhaustheater und dem Theaterschiff an der Tiefer. An den beiden dauerhaften Spielorten gilt schon lange 2G. „Unter den gegebenen Umständen sind wir mit der Situation auf dem Theaterschiff, in der Komödie und im Spiegelzelttheater zufrieden. Wir haben uns rechtzeitig auf die neuen Gegebenheiten eingestellt, und das Feedback unserer Zuschauer ist durchweg positiv”, sagt Sprecher Eggert Peters auf Nachfrage.

Von einer großen Unsicherheit unter den Gästen berichtet Christopher Kotoucek, Geschäftsführer des „Fritz“-Theaters am Herdentorsteinweg in Bahnhofsnähe. Im Dezember habe es ein Drittel Stornierungen gegeben. Verglichen mit der Vor-Corona-Zeit gebe es durchschnittlich zwei Drittel weniger, zum Teil sogar noch weniger. „Das darf man gar nicht mehr vergleichen“, sagt Kotoucek. „Es ist sehr, sehr existenzbedrohend.“ Es sei nötig geworden, Vorstellungen abzusagen. „Denn dadurch, dass wir geöffnet haben und auch arbeiten wollen, vor allem auch unsere Mitarbeiter, fallen die Hilfen fast weg“, so Kotoucek. „Die Fehlbedarfshilfe des Landes Bremen endet zum Beispiel mit Dezember. Dass die Lage aber noch nicht ausgestanden ist und gerade unsere Branche darunter massiv leidet, wird leider ignoriert oder wurde im Vorfeld nicht finanziell bedacht“, kritisiert der langjährige Theatermacher.

Das Bremer „Fritz“-Theater mit vielen Fans im Umland

Das „Fritz“ habe auch viele Besucher aus einem Umkreis von 50 bis 80 Kilometern. „Da Niedersachsen viel strenger ist und viele nicht wissen, wie die Regeln in Bremen sind, kommen sie erst gar nicht oder viel weniger“, so Kotoucek. Viele verschiedene Regeln und zu wenig Aufklärung, das verwirre die Besucher.

Einen Vergleich mit der Zeit vor Corona kann das junge Bremer Boulevardtheater im Tabakquartier in Woltmershausen nicht ziehen. Dennoch heißt es auch hier: „Die Auslastung ist durchwachsen.“ Mittwochs sei noch viel Luft nach oben, so Sprecher Marc Gelhart. Am Wochenende sei die Auslastung gar nicht schlecht. Im Prinzip sei das Boulevardtheater „relativ zufrieden“.

Es gebe durchaus viele Hilfen, sagt Jörn Meyer, Geschäftsführer des Metropol-Theaters am Richtweg. Doch sei es schwierig, diese zu bekommen, wenn man, wie sein Haus, nur mittelbar betroffen sei. Wenn ein Veranstalter eine Show verlege, bekomme das Theater keine Hilfe aus dem Sonderfonds Kultur. Meyer spricht ferner die psychischen Belastungen der Künstler an, etwa, wenn ein Tänzer sich zum dritten Mal auf eine Premiere vorbereitet und die wieder ausfällt.

Theater Bremen: Publikum reagiert positiv auf 2G-Regel

Im Theater Bremen wurde 2G aufgrund von Nachfragen aus dem Publikum eingeführt. Das Publikum reagiere positiv auf die 2G-Regel, sagt Sprecherin Diana König: „Das Publikum ist sehr kooperativ bei den Kontrollen und sehr verständnisvoll.“ Alle Sitzplätze würden genutzt, außer bei Schulvorstellungen. Bei diesen gebe es Abstände zwischen den Kohorten. Im Theatersaal müssen auch während der Vorstellungen die Masken aufbehalten werden. Trotz guter Lüftungen (die Luft werde nicht nur gefiltert, sondern gegen Frischluft ausgetauscht) sei das subjektive Sicherheitsempfinden mit Maske ein anderes, ein besseres, so König. Dem sei man nachgekommen. Aktuell sei dies wegen der hochansteckenden Omikron-Variante eine sinnvolle Ergänzung zu den Hygienestandards.

An den Besucherzahlen habe die Einführung der Vorgaben nichts geändert. Insgesamt stellt auch König fest, dass sich ein gestiegenes Infektionsgeschehen negativ auf die Zahlen auswirkt, die Besucher zögerten.

Wie bei allen Häusern, ist auch im Theater Bremen die Zahl der Besucher im Vergleich zu vor Corona deutlich gesunken. Das sei im Dezember nochmals deutlicher zu sehen als im Oktober und November – und „durchaus parallel zu den Aufrufen seitens der Politik und der Virologen, seine Kontakte möglichst zu beschränken“.

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