„Schulschiff Deutschland“ feiert Geburtstag

Mit 90 Jahren optisch top

Die „Schulschiff Deutschland“ liegt im Vegesacker Hafen. Der Dreimaster feiert seinen 90. Geburtstag. - Foto: Gnuschke

Bremen - Von Martin Kowalewski. Ein Grund zum Feiern in Vegesack: Die „Schulschiff Deutschland“ wird 90. Zu diesem Anlass gibt es heute, Freitag, und Sonnabend ein buntes Familienprogramm. Der Ausbildungssegler mit seiner spannenden und vielseitigen Geschichte kann besichtigt werden.

Zur Eröffnung sprechen heute um 11 Uhr Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) und der Vorsitzende des Deutschen Schulschiffvereins, Claus Jäger. Dazu gibt es Shantys unter anderem vom „Schulschiff Deutschland Chor“. „Ab 13 Uhr heißt es: ,Open Ship‘, am Sonnabend ab 10 Uhr“, sagt Jäger. Für Sonnabend planen die Veranstalter zudem ein vielseitiges Programm. „An Bord können Kinder und auch Erwachsene Knoten lernen.“ Am Nachmittag spielt die „Barbershop Damenband“. Auch der „Schulschiff Deutschland Chor“ ist wieder zu hören. Von der Tanzsportgemeinschaft Bremerhaven reist „Opas Tanzcafé“ an. „Am Abend erwarten wir die ,Wallstreet Dixies’ aus Oldenburg“, sagt Jäger.

Besuchern empfiehlt er, erstmal den ersten Eindruck von Land auf sich wirken zu lassen. Das Achterdeck und der Kapitänssalon seien noch im alten Originalzustand: „Das ist Jugendstil und Art Deco.“ Der Raum der Schiffsjungen sei allerdings später zu einer Messe umgestaltet worden. Auch die kleine Bordbar sei nachträglich eingerichtet worden.

Die „Schulschiff Deutschland“ wurde am 14. Juni 1927 auf der Werft Johann Tecklenborg in Geestemünde (Bremerhaven) fertiggestellt. Sie war ausschließlich für die Ausbildung des Nachwuchses auf Großseglern konstruiert. Zu den Ausbildungsfahrten zwischen 1927 und 1939 gehörten zwölf Überseetörns nach Rio de Janeiro und die Bahamas.

Auch im Zeitalter motorisierter und turbinengetriebener Schiffe bietet der Segler ein gefragtes Lernfeld. „Die Ausbildung auf Segelschiffen ist besonders wertvoll, um seemännische Fähigkeiten zu erreichen. Man hat es ganz direkt mit der Unbill der Natur zu tun“, sagt Jäger. „Ohne Motor in einen Hafen einzufahren, ist besonders schwierig.“ Das Schiff sei eine Art Berufsschule für die angehenden Seeleute gewesen.

1945 lag das Schulschiff in Lübeck. Beim Anmarsch der Engländer wurde die Rot-Kreuz-Flagge gehisst, auch um einen Treffer zu vermeiden. Getarnt als Lazarettschiff, wurde der Dreimaster schließlich von den Engländer nicht als Reparationsleistung kassiert. 1946 folgte die Verlegung nach Cuxhaven zum Einsatz als Wohnschiff für Minenräumer. 1948 landete der Segler in Bremen, wurde eine Jugendherberge, dann ab 1952 stationäre Seemannsschule.

Heute würde man mit dem Schiff nicht mehr raus aufs Meer fahren. „Den Kräften, die dort wirken, ist der Segler nicht mehr gewachsen. Vom äußeren Erscheinungsbild ist das Schiff aber in einem Top-Zustand“, sagt Jäger.

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