Zahl insgesamt sinkt

Bremen hat im Schnitt die meisten Privatinsolvenzen

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Bei der Bevölkerung sinkt die Zahl der Privatinsolvenzen.

Bremen/Hamburg - Bei der arbeitenden Bevölkerung sinkt die Zahl der Privatinsolvenzen - bei den Rentnern aber macht sich eine stärker werdende Altersarmut bemerkbar. Bremen nimmt bei den Privatinsolvenzen bundesweit den Spitzenplatz ein.

Im kleinsten Bundesland Bremen gibt es im bundesweiten Vergleich im Schnitt die meisten Privatinsolvenzen. 2015 traten dort 1406 Menschen den Gang zum Insolvenzrichter an - das waren 212 Privatinsolvenzen auf je 100 000 Einwohner, teilte die Wirtschaftsauskunftei Bürgel am Donnerstag mit. Niedersachsen lag nach dem Saarland und Hamburg mit 180 Fällen je 100 000 Einwohner auf Platz 4, der bundesweite Schnitt lag bei 133. Insgesamt erklärten sich in Niedersachsen 14 119 Menschen 2015 privat für komplett überschuldet. Im Vergleich zu 2014 sanken die Zahlen in beiden Ländern aber, in Niedersachsen um 3,2 Prozent, in Bremen mit 12,6 Prozent sogar deutlich stärker als bundesweit (6,4 Prozent).

Der niedrige Stand der Privatinsolvenzen erklärt sich der Statistik zufolge aus der niedrigen Arbeitslosenquote, einer guten Einkommenssituation dank relativ hoher Tarifabschlüsse und einer niedrigen Inflation. „Ein festes Einkommen bildet die Grundlage dafür, dass die Ausgaben die Einnahmen nicht übersteigen“, sagte Bürgel-Geschäftsführer Norbert Sellin.

Die große Ausnahme stellt allerdings die Gruppe der Rentner dar. Bei der Altersgruppe ab 61 Jahren nahm die Zahl der Privatinsolvenzen im vergangenen Jahr zum vierten Mal in Folge zu. Das Einkommen und die Renten dieser Gruppe reiche in vielen Fällen nicht aus.

Um finanziell über die Runden zu kommen, nehmen viele Senioren vermehrt Minijobs an. Sollte das auch nicht ausreichen, komme es oft zu Privatinsolvenzen. Der wachsende Niedriglohnsektor und Krankheiten sowie die damit verbundenen Kosten trügen dazu bei, dass immer mehr Menschen von Altersarmut betroffen seien. Wegen der demografischen Entwicklung werde die Zahl alter Menschen mit finanziellen Problemen künftig immer größer werden, hieß es.

dpa

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