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Unzähmbarer Kult kehrt nach Bremen zurück

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Von: Jörg Esser

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Schrille Gestalten auf der Bühne.
Der Kult kehrt zurück nach Bremen: Im August gastiert die „Rocky Horror Show“ im Metropol-Theater am Richtweg. © Jochen Quast

Zweimal ist das Gastspiel der „Rocky Horror Show“ im Bremer Metropol-Theater pandemiebedingt abgesagt worden. Im August nimmt das schrille Spektakel einen neuen Anlauf.

Bremen – Die Zeichen stehen auf Sommer: Vom 9. bis 14.  August soll die „Rocky Horror Show“ im Bremer Metropol-Theater gastieren. Im dritten Anlauf, nachdem die für März 2021 und Januar 2022 geplanten Gastspiele coronabedingt abgesagt werden mussten. Dann endlich kehrt der Kult auch an die Weser zurück. Und es heißt: „Let’s do the Time Warp again!“

Das Ensemble fiebert dem Tourstart entgegen. Im Probenstudio des Capitol-Theaters in Düsseldorf herrscht mächtig Anspannung. Und vor allem Vorfreude. Das wird beim virtuellen Blick hinter die Kulissen sichtbar. Und damit auch spürbar.

Schöpfer Richard O’Brien bezeichnet seine „Rocky Horror Show“ als „unzähmbares Kind, das völlig unbekümmert hüpft und springt, egal, wann, wo und warum“. Und dieses Kind „darf jetzt wieder raus zum Spielen“. Regisseur Sam Buntrock geht davon aus, dass die Musical-Show gerade jetzt eine „unglaubliche Kraft“ entfalten werde. „Es geht endlich wieder um Gemeinschaft, ums Zusammenkommen, nachdem das so lange nicht möglich war.“ Und Produzent Ralf Kukemöller („BB-Promotion“) erwartet nach den Proben in einer Bubble eine „gewaltige Eruption“ auf der Bühne.

Gewaltige Eruption auf der Bühne

Buntrock hat die kultige Produktion, die gerne als moderne Variante des Hänsel- und-Gretel-Märchens verkauft wird, jüngst frisch überarbeitet und neue visuelle Highlights und „unvergessliche emotionale Momente“ eingebaut. Die Show sei noch „intimer und stärker auf die Figuren“ ausgerichtet. Mehr als 250 000 Besucher zählte allein die letzte Tournee vor Corona. Für die Macher ist das ein Beweis dafür, dass die neue Inszenierung einen festen Platz im Herzen der Rocky-Fans erobert habe.

Sky du Mont.
Charmanter Gentleman: In Bremen schlüpft Schauspieler Sky du Mont in die Rolle des Erzählers. © Jens Hauer

Rocky Horror sei „ein Kult, der sich immer wieder neu befruchtet“, sagt Kreativ-Direktor Martin Flohr. Er verweist auf den „künstlerischen Refresh“. Beim Casting in London würden immer wieder neue Künstler vom West End entdeckt, „tolle Talente mit tollen Facetten“. So spielt im deutschsprachigen Raume erstmals Oliver Savile den Schlossherrn „Frank’n’Furter“. Savile hat bereits Hauptrollen in „Les Miserables“, „Phantom der Oper“ und „Mamma Mia“ gespielt, hat in der „Rocky Horror Show“ die Figuren „Brad“ und „Rocky“ verkörpert. Und jetzt geht es in High Heels auf die Bühne. Tanzen in Stöckelschuhen ist ja für Männer nicht alltäglich? Savile sagt: „Vor vier Wochen wusste ich auch noch nicht, dass ich das kann.“ Neu dabei sind auch Ryan Goscinski als „Rocky“ sowie Claire Keenan und Sev Kesohgerian als „Janet“ und „Brad“. Goscinski freut vor allem aufs „enthusiastische“ deutsche Publikum. „Das ist unser zwölfter Mann.“ Als Erzähler der schrägen Show ist in Bremen der Schauspieler Sky du Mont dabei. Sein Job ist es, die lautstarken Kommentare des Publikums möglichst charmant und virtuos zu parieren.

„Frank’n’Furter“ und seine Affären

Der Inhalt der „Rocky Horror Show“ ist hinreichend bekannt. Das junge Paar Brad Majors und Janet Weiss macht sich auf die Reise, um einen alten Lehrer zu besuchen. In nächtlichem Sturm bleibt es auf einer Landstraße liegen, sucht Schutz in einem geheimnisvollen Schloss, dem einzigen Gebäude in einer einsamen Gegend. Brad und Janet wird Einlass gewährt. Doch in der düsteren Festung feiert der „Master“ des Hauses – besagter „Frank’n’Furter“ – in dieser Nacht eine seiner „Affären“. „Und ehe Janet und Brad wissen, wie ihnen geschieht, tut sich vor ihnen ein lüsternder Abgrund auf, der das unschuldige Paar in einer verdorbenen Galaxie hinunterzieht“, heißt es im Plot. „Let’s do the Time Warp again!“

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