Zwei Männer sollen hinter Gitter

Überfälle auf Bremer Seniorinnen: Staatsanwältin fordert lange Haftstrafen

Den Angeklagten drohen lange Haftstrafen: Mestafa B. (rrechts vorn) und sein mutmaßlicher Komplize Aberrahmane M. (mit Kapuze).
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Den Angeklagten drohen lange Haftstrafen: Mestafa B. (rrechts vorn) und sein mutmaßlicher Komplize Aberrahmane M. (mit Kapuze).

Voll schuldfähig – und vor allem erwachsen. Im Verfahren vor dem Bremer Landgericht wegen schwerer Raubüberfälle auf zwei Seniorinnen hat die Staatsanwältin am Donnerstag lange Haftstrafen für die beiden Angeklagten gefordert.

Bremen - Die beiden Angeklagten im Prozess um Überfälle auf Seniorinnen in Bremen seien als Erwachsene zu bestrafen, sagte die Anklagevertreterin am Donnerstag vor dem Landgericht. Sie nimmt den beiden nicht ab, dass sie erst vor kurzem volljährig geworden sind.

Nach Ansicht der Staatsanwältin drangen die Angeklagten Mitte Februar dieses Jahres gewaltsam in das Haus einer 73 Jahre alten Rentnerin ein, fesselten und knebelten die alte Dame und durchsuchten dann die Räume nach Diebesgut. Mit Schmuck im Wert von knapp 60 000 Euro floh das Duo. Noch in der Wohnung der Seniorin soll einer der beiden Angeklagten, der 33-jährige Algerier Mestafa B., die Frau sexuell bedrängt und im Intimbereich berührt haben. Die Anklage wirft ihm deshalb neben schwerem Raub und gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen auch einen schweren sexuellen Übergriff vor. Seinem mutmaßlichen Komplizen, Aberrahmane M., 24 Jahre alt und ebenfalls aus Algerien stammend, wird schwerer Raub zur Last gelegt.

Täter kommen als falsche Postboten und schlagen 93-Jährige

In einem weiteren Fall soll Mestafa B. am Zweiten Weihnachtstag 2020 zusammen mit einem gesondert verfolgten Mann eine damals 93-Jährige in ihrer Wohnung überfallen und ausgeraubt haben. Als Paketboten verkleidet, klingelten die Täter an der Tür der Seniorin, drängten sie in die Wohnung, fesselten und schlugen die Frau, „so dass ihr Körper übersät war von Hämatomen“, so die Anklagevertreterin.

Auch in diesem Fall sollen die Täter Gegenstände mit hohem Wert gestohlen haben. Und Mestafa B. soll versucht haben, die Rentnerin zu vergewaltigen. Im Keller des Hauses habe er sich und die Frau entkleidet, zum Geschlechtsverkehr sei es jedoch nicht gekommen.

Im Fall von B. beantragte die Staatsanwältin eine Gefängnisstrafe von neun Jahren und zehn Monaten, bei M. plädierte sie auf eine Strafe von vier Jahren und zwei Monaten. Beide Angeklagten hätten sich zwar geständig gezeigt, an entscheidenden Punkten jedoch die Schuld dem jeweils anderen geben wollen. Beide Taten seien geplant und nicht spontan geschehen, zudem sei beiden strafschärfend anzulasten, dass sie die Frauen „in ihrem ganz privaten Rückzugsort“ überfielen, argumentierte die Staatsanwältin.

Beide Männer, so jedenfalls die Auffassung der Anklage, seien als Erwachsene zu bestrafen. Sowohl M. als auch B. seien volljährig gewesen und nicht, wie selbst angegeben, bei den Taten jeweils 17 Jahre alt. Zudem habe das Duo voll schuldfähig gehandelt, sagte die Staatsanwältin. Beide Männer hatten berichtet, aufgrund von Drogenkonsum nur noch bruchstückhafte Erinnerungen zu haben.

Überfälle auf Seniorinnen: Unklarheit über Alter der Angeklagten

Über das Alter der beiden wurde im Prozess ausführlich diskutiert. Laut Aktenlagen ist B. 1988 geboren, selbst gab er jedoch das Jahr 2002 an, M. hingegen 1997, auch er nannte das Jahr 2002 als sein Geburtsjahr. Doch im Verfahren kamen vermehrt Zweifel an der Richtigkeit der Angaben auf, so dass die Kammer Behörden kontaktierte und Gutachten einholte.

Eine Entscheidung soll am Freitag, 17. Dezember, fallen. Dann will das Gericht sein Urteil verkünden.

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