Tödliche Prügelattacke in der Silvesternacht

Prozess um Tod eines 15-jährigen Syrers beginnt 

Bremen. Die Silvesternacht 2016/2017 war für einen 15 Jahre alten syrischen Flüchtling der letzte Jahreswechsel. Ein paar Tage später war er tot. Totgeprügelt.

Seine in Bremen-Nord lebende Familie war am Boden zerstört. Ab Mittwoch, 9 Uhr, müssen sich drei Angeklagte wegen gemeinschaftlichen Totschlags vor dem Landgericht (Saal 218) verantworten. 

Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich um zwei türkischstämmige Männer, 35 und 24 Jahre alt, sowie einen 16 Jahre alten Jungen. Der Anklage zufolge sollen die drei den 15-Jährigen am frühen Morgen des 1. Januar nach einem Streit in Lüssum verfolgt haben. In den Räumen eines ehemaligen türkischen Cafés sollen die drei Angeklagten den Jungen gezielt mit Fäusten attackiert haben, bis er am Boden lag. Dann sollen sie ihn mit Schuhen getreten haben, auch auf den Kopf. 

Der Anklage zufolge zog der 35-Jährige den 15-Jährigen hoch, der 24-Jährige griff sich eine fast gefüllte Whiskey-Flasche und schlug sie dem Opfer mit voller Wucht auf den Kopf. Ein Zeuge soll die Angeklagten von weiteren Schlägen und Tritten abgehalten haben, heißt es.

Der junge Syrer erlitt schwerste Kopfverletzungen und wurde im Klinikum Bremen-Mitte notoperiert. Er wurde in ein künstliches Koma versetzt. Am 7. Januar erlag der 15-Jährige den tödlichen Verletzungen.

Möglicherweise werden die bis Ende November terminierten Verhandlungstage Aufschluss über das Motiv für die Angriffe geben. Insgesamt sind bisher 26 Verhandlungstage angesetzt. 

gn

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Rubriklistenbild: © dpa

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