Klare Botschaften

Projektseminar: Studenten präsentieren Plakatkampagnen

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Professor Christoph Burmann (vorn, zweiter von links) und seine Studenten vor dem Plakat für das Bremer Start-up-Unternehmen „Sharemac“.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Wann ist ein Plakat gut? Wenn es seine Botschaft klar und verständlich zum umworbenen Empfänger bringt. Fragen und Themen, mit denen Professor Christoph Burmann Tag für Tag zu tun hat – als Inhaber des Lehrstuhls für innovatives Markenmanagement an der Bremer Uni.

Das Plakat – eine klassische Werbeform, die auch im Digitalzeitalter noch funktioniert, sprich: wirkt. Am Donnerstag ist das einmal mehr deutlich geworden an einem Ort, an dem normalerweise keine Plakatflächen zu finden sind – direkt neben dem Haus der Bürgerschaft, in Sichtweite von Roland, Rathaus und Dom.

Dort stand sie nun – eine große (hier eben: temporäre) Plakatwand, auf der gleich zwei Sieger-Entwürfe zu sehen waren. Ein Plakat für die Gesellschaft der Freunde der Universität Bremen und der Jacobs-Universität. Und auf der Dom-Seite ein Plakat für das Bremer Start-up-Unternehmen „Sharemac“, das eine Plattform zur gemeinsamen Nutzung von Baumaschinen anbietet.

Die beiden Großflächen-Plakate sind die Ergebnisse des diesjährigen Projektseminars des Lehrstuhls für innovatives Markenmanagement. In dem Seminar agieren die Studenten praktisch als Werbeagenturen. Für echte Kunden – in diesem Jahr eben die Unifreunde und „Sharemac – konzipieren und gestalten sie komplette Werbekampagnen. Das ist nicht als Trockenübung gedacht, sondern als Arbeit unter Realbedingungen.

Dank einer Kooperation mit dem Werbeflächenvermarkter Ströer wurden die von den Kunden ausgewählten Siegerentwürfe zehn Tage lang auf jeweils 120 Großflächen in Bremen gezeigt. Und weil es beim Studieren auch um Wissenschaft und Evaluation geht, wird die Wirkung der Motive im Rahmen einer Passanten-Umfrage ermittelt.

Parlamentspräsident Christian Weber ist Schirmherr des Projekts

Einmal mehr haben die Studenten Kampagnen und Evaluation im Haus der Bürgerschaft präsentiert – Parlamentspräsident Christian Weber ist schließlich Schirmherr des Projekts. Und so kam die temporäre Plakatfläche dann auch auf den ungewöhnlichen Platz neben dem Parlamentsgebäude. So mancher Passant, so mancher Tourist rieb sich verwundert die Augen. Ein Effekt, über den Werbeschaffende sich in der Regel freuen. Es freuen sich alle Jahre wieder auch die Kunden des Projektseminars – ganz einfach, weil sie kostenlos professionell gestaltete Werbung bekommen. Der Martinsclub ist auf diese Weise ebenso schon in den Genuss einer Werbeaktion gekommen wie die Behörde der Bremer Frauenbeauftragten und der beim Bürgerschaftspräsidenten angesiedelte Beirat Niederdeutsch.

Für Aufsehen sorgte beispielsweise eine an einen gewissen US-Präsidenten angelehnte Kampagne mit dem Slogan „Make Werbung great again“, die sich gegen sexistische Werbung richtete. Für den Beirat Niederdeutsch texteten die studentischen Werber so frech wie deutlich: „Snack Platt, Du Döspaddel!“

Das Plakat für den Förderverein Gesellschaft der Freunde der Universität Bremen und der Jacobs-Uni zeigt zwei Beine – eines gesund, das andere mit künstlichem Unterschenkel und Fußprothese. Überschrift: „So geht Wissenschaft“. Nah am Kalauer, aber auch deutlich: Wissenschaft nützt dem Menschen, das ist die klar formulierte Botschaft. Die Unterzeile unterstreicht das noch einmal: „Wissen schafft Bewegung in die Zukunft“. Und das auch mit dem alten Werbemedium Plakat.

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