Die 18. „Bremen Oldtimer Classics“ begeistern das Publikum schon beim Start auf dem Bremer Marktplatz

„Automobilkultur in ihrer reinsten Form“

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Alle Wagen wurden auf einer Bühne präsentiert.

Bremen - Von Steffen Koller. Da stehen sie nun. Schön in Reih und Glied verweilen die Wagen auf dem Bremer Marktplatz. Die 18. Ausgabe der „Bremen Oldtimer Classics“ ließ am Wochenende die Herzen von Autofans höher schlagen. Die Tour der mehr als 160 Fahrzeuge gilt als Norddeutschlands größte Ausfahrt ihrer Art und lockte schon zum Start am Markplatz bis zu 2500 Besucher an.

Es wirkt wie ein Klassentreffen der anmutigen Karossen – zum Teil tonnenschwer und doch von eleganter Schönheit. Das mit dem Klassentreffen scheint weit hergeholt, stammen die Automobile doch aus insgesamt sieben Jahrzehnten. Der älteste Teilnehmer kommt aus dem Jahr 1928, ein Bentley „Speed Six“, 6,5 Liter Hubraum. Aus dem Auspuff blubbert ein unnachahmlicher Sound, Gänsehaut pur. Der jüngste wurde 1984 erbaut und nennt sich Mercedes – Baureihe 107. Er erfüllt mit 31 Jahren Asphalt unter den Rädern gerade die Anforderungen an einen Oldtimer.

Um 10 Uhr läuten die Glocken des Doms den Startschuss ein. Und wie es sich gehört, beginnt das „Familienoberhaupt“ – der Bentley „Speed Six“ – die Tour durch Bremen und das Umland. Für die Fahrer gilt es ab jetzt, bestimmte Streckenabschnitte in vorgeschriebenen Zeiten zu fahren. Der, der diese Anforderungen am besten erfüllt, kann sich letztlich Sieger nennen.

Für die Besucher rund um den Roland scheint ein jeder Sieger zu sein. „Schau Dir diesen Wagen an! Das ist noch ein Auto, das ist Leidenschaft“, sagt ein Mann zu seiner Frau, die ihm ohne Worte, dafür mit zustimmendem Kopfnicken beipflichtet.

Ob Zweisitzer, Cabriolet oder Familienauto, ob schnittig, klassisch, klein oder groß – für jeden Geschmack bietet die Tour etwas. Über Preise spricht man nicht, die seien nebensächlich, heißt es. „Das ist Automobilkultur in ihrer reinsten Form“, sagt Heinz (68) aus Bremen, der schon etliche Male zur Ausfahrt gekommen ist. Wer nicht gerade ein Foto von sich und einem Ferrari, Alfa Romeo, Rolls Royce, Jaguar, Maserati oder Porsche machen lässt, kommt ins Gespräch und fachsimpelt.

Haben manche Autos einst 5000 Mark gekostet, seien sie heute „in doppelter Hinsicht unbezahlbar“, sagt Moderator Jan Stecker, während im 30-Sekunden-Takt ein Wagen nach dem anderen auf die Rampe fährt. Kameras klicken, Besucher staunen und laufen aufgeregt umher, um den besten Blick zu erhaschen. Die, die drinnen sitzen in ihren Mobilen, genießen sichtlich das Geschehen, winken, hupen und drücken aufs Gas, damit der dumpfe und manchmal kreischende Sound der V8-Motoren sich an den Mauern der historischen Gebäude bricht und wieder zurückkommt.

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