Cannabis-Plantage beschlagnahmt

Großeinsatz: Polizei und Zoll nehmen organisierte Drogenbande hoch

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350 Kräfte von Polizei und Zoll waren im Einsatz.

350 Einsatzkräfte von Polizei und Zoll haben am Dienstagvormittag 22 Wohnungen, Geschäftsräume und Gaststätten in Bremen und Niedersachsen durchsucht. Hintergrund sind Ermittlungen gegen eine organisierte Drogenbande.

Bremen - Von Jörg Esser. Unter anderem beschlagnahmte die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift (GER) eine Indoorplantage mit rund 2.000 Cannabispflanzen. Zwölf Personen wurden vorläufig festgenommen. Bei sechs Personen werden derzeit Haftgründe geprüft, so die Polizeisprecherin. Außerdem ließ die Staatsanwaltschaft auf Antrag des Amtsgericht Vermögenswerte in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro beschlagnahmen. 

Eine Indoorplantage wurde beschlagnahmt. Foto: Polizei

Vier Kraftfahrzeuge, Rauschgift, eine Waffe mit Munition, mehrere Tausend Euro Bargeld sowie weitere Beweismittel und Kommunikationsgeräte wurden sichergestellt. „Die Maßnahmen sind noch nicht abgeschlossen, die Ermittlungen dauern an“, so die Polizei.

Vier Kraftfahrzeuge stellten die Einsatzkräfte sicher.

Zurück auf Los: Hintergrund der Razzia ist ein bei der Staatsanwaltschaft Bremen gegen 15 Beschuldigte geführtes Verfahren. Die Ermittler hatten im Dezember 2017 im Bremer Süden eine Lagerhalle mit gut 6.700 Cannabis-Pflanzen entdeckt. Bei einer richterlich angeordneten Durchsuchung stießen die Fahnder nach Polizeiangaben „auf eine Indoorplantage, die mit Aufenthalts-, Lager-, und Pflanzräumen einer industriellen, landwirtschaftlichen Produktionsstätte glich“. Anschlussermittlungen führten auf die Spur einer Bande, die in Niedersachsen und Bremen professionell Rauschgiftplantagen aufbaut und mit dem Cannabis „in nicht geringer Menge“ unerlaubten Handel betreibt. 

Bremen: Hochburg der Clankriminalität

Die Beschuldigten sollen dem Vernehmen nach als kriminelle Bande agieren. Bremen wiederum gilt als eine Hochburg der Clankriminalität. Großfamilien werden rund 3.500 Personen zugeordnet. Gut die Hälfte davon sei den Sicherheitsbehörden durch Straftaten und Ordnungswidrigkeiten aufgefallen, heißt es. Die Bremische Bürgerschaft hat in ihrer Februar-Sitzung mit breiter Mehrheit den Senat aufgefordert, ein umfassendes Konzept zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens zu entwickeln. Ziel müsse es sein, den Nährboden der Clan-Kriminalität auszutrocknen, sagte der CDU-Innenpolitiker Wilhelm Hinners. 

Razzia auch im September 2018

Aus der Innenbehörde hieß es: „Es mangelt den Bremer Behörden nicht an Entschlossenheit.“ Auch im September 2018 wurde ein Schlag gegen das organisierte Verbrechen vermeldet. Bei einer Razzia mit ebenfalls 350 Beamten wurden 18 Objekte in Bremen und „umzu“ durchsucht. Vier Männer landeten hinter Gittern. Ihnen wird banden- und gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Immobilien, Luxusautos und Gold im Gesamtwert von 1,8 Millionen Euro wurden sichergestellt.

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