1 500-köpfiger Chor beim Mitsingfest auf dem Marktplatz

Bremen nach Noten

1 500 Menschen singen auf dem Marktplatz. In der ersten Reihe (Mitte): Bürgermeister a. D. Henning Scherf. Foto: KOWALEWSKI

Bremen - Von Martin Kowalewski. Ein Chor aus mehr als 1 500 Menschen steht auf dem Bremer Marktplatz. Vor ihm steht eine Band auf der Bühne. Und Dirigentin Susanne Gläß, die Universitätsmusikdirektorin. Sie erklärt: „Wenn es einzusetzen gilt, dann atme ich ein. Ich dirigiere den Takt.“

So läuft es super beim dritten Mitsingfest „Bremen so frei“: Eine gute Stunde mit Liedern zur Bremer Geschichte. Jeder, der mitsingen will, darf kommen. Diesmal – am Wochenende – sind allerdings keine Schulklassen und Kindergartengruppen dabei.

„Mir hat das sehr gefallen“, sagt Gabriela Heiduk (62) aus Bremen nach dem Mitsing-Programm. Sie singt in dem Volkshochschul-Chor „In Motion“. „Da wurde die ganze Bremer Geschichte beschrieben, dieser Freiheitsgeist und Weltoffenheit, die Bremen ausmachen.“ Bremen nach Noten. Der erste Song, „Bremer Düne“, geht zurück an den Anfang Bremens, genauer gesagt: zur Bewertung des Baugrunds. „Eine Düne, lang und sandig. Eine Düne, hoch und fest. Diese Düne macht den Eindruck, dass sich darauf rasten lässt.“

Noch heute sind die Bremer stolze Hanseaten. Doch Moderator Markus Riemann erinnert daran, dass die Bremer sich zeitweise nicht gerade hanseatisch benommen haben: „Anfangs hat Bremen sogar Schiffe der Hanse gekapert. Die Hamburger waren da etwas empört. Vielleicht erklärt sich so das Gezicke zwischen Bremern und Hamburgern.“ Bremen, eine Stadt, die das Meer erobert, ist Thema des Songs „Hello Aberdeen“. Eine Textzeile in einem Lied über einen ganz bekannten Bremer lautet: „Bei Nacht und Tag, bei Tag und Nacht, in Bremens guter Stube, steht da einer und hält Wacht, ein spitzbeknieter Bube.“ Gemeint ist natürlich der Roland.

Konrad Elmshäuser, Direktor des Bremer Staatsarchivs, kommt auf die Bühne, bevor der Roland besungen wird. Das Besondere sei nicht, dass in Bremen eine Roland-Statue stehe, so Elmshäuser. Davon gebe es weltweit mehr als 200. Vielmehr sei es die Botschaft auf dem Schild der Statue: „Vryheit do ik ju openbar“. Sie bedeute Handelsfreiheit und persönliche Freiheit.

Mit „Frösche quaken, Flößer staken“, einem Song, der Bremens Lage am Wasser würdigt, erklingt ein vierstimmiger Kanon. Die Band hört kurz auf. Die vielen Stimmen gestalten die Musik einige Augenblicke alleine. Die Masse harmoniert beeindruckend gut. Die große Band leitet sie über die elf Songs hervorragend an.

Die Komponisten der Lieder sind Teil der Band: David Jehn am Kontrabass und Nicolas Jehn an der Gitarre. Es singen deren Töchter Sara (17) und Luisa (13) mit klaren Stimmen sowie drei Mitglieder des Uni-Chors.

Nach dem Mitsingfestival geht es auf dem Marktplatz noch weiter mit Musik. Denn das „Nordisk Musikfestival“, organisiert vom schwedischen Honorarkonsulat, folgt. Mit dabei ist die „Renhornen Bigband“ mit Dixie. Einige Sängerinnen tragen aus Blumen geflochtene Kränze auf dem Kopf. Damit wird in Schweden die Mitsommernacht gefeiert. Und in Bremen eben ein Musikfestival.

Fotos auf

www.kreiszeitung.de

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