Bei chronischen Entzündungen

Bei ständigem Ärger mit den Nebenhöhlen: Ein Pop-up-Zelt kann Linderung verschaffen

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Prof. Dr. Andreas Naumann präsentiert die Technik in Bremen.

Die kalte Jahreszeit ist Hochsaison für hartnäckige Nasennebenhöhlenentzündungen. Gerade wenn diese chronisch verlaufen, die Nasenschleimhaut also dauerhaft geschwollen bleibt, ist eine Behandlung oft kompliziert. Mit hochmodernen Mini-Stents ist es nun möglich, langfristige Erfolge bei einer chronischen Sinusitis zu erzielen.

Bremen – Das kleine zusammengerollte Kunststoffnetz ist gerade einmal zwei Zentimeter groß. Schiebt man es vorsichtig aus seiner Hülle, entfaltet es sich wie ein Popup-Zelt, es baut Spannung auf und bietet stabilen Schutz. 

Gerade bei hartnäckigen, chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen, die jetzt in den Wintermonaten bei vielen Menschen verstärkt auftreten, hat bisher kaum eine Behandlungsmethode langfristigen Erfolg gebracht, sagt ein Sprecher der Klinik-Gesellschaft Gesundheit Nord (Geno). Der hochmoderne Mini-Stent dagegen ist „ein echtes Multitalent und Hoffnungsmacher für viele Patienten“, sagt Prof. Andreas Naumann, HNO-Chefarzt am Klinikum Bremen-Mitte.

Hilfe bei Nasennebenhöhlenentzündungen

Wie er eingesetzt wird? Mit einem Endoskop wird der Stent als engzusammengerolltes Netz vorsichtig in Richtung der Nasennebenhöhlen geschoben. Dorthin, wo die Nasenschleimhaut bei einer chronischen Sinusitis dauerhaft geschwollen ist, das Sekret aus den Höhlen also nicht abfließen kann und so für oft schmerzhafte Entzündungen sorgt. 

Der kleine Stent wird dann direkt in den zugeschwollenen Gängen entfaltet. Dort hält er den Durchgang wie eine Tunnelröhre offen. „Dadurch kann die Luft nicht nur wieder gleichmäßig zirkulieren. Der Stent versorgt die Umgebung zudem auch konstant mit Kortison“, so Naumann. Das entzündungshemmende Medikament hilft dabei, dass die Schleimhäute abschwellen.

Der Mini-Stent für die Nase.

Bremen: Mini-Stent hilft bei chronischer Sinusitis

Eine weitere Besonderheit: Der Mini-Stent löst sich nach etwa vier Wochen von alleine wieder auf. Er muss also nicht in einem zweiten Eingriff herausoperiert werden. „Das ist eine großartige Innovation in der Nasennebenhöhlenchirurgie – für Patienten wie Ärzte“, sagt Naumann. Denn dadurch, dass sich der Stent Stück für Stück auflöse, habe das Gewebe drumherum Zeit, sich so zu stabilisieren, dass der Durchgang dauerhaft geöffnet bleiben kann. „Früher wäre nach der Entfernung eines Stents alles wieder ins sich zusammengefallen und nach wenigen Tagen zugeschwollen“, sagt Naumann. 

Mit dem hochmodernen Material, das er nun einsetzen könne, sei die Chance um ein Vielfaches größer, dass der Kanal dauerhaft geöffnet bleibe – und die Entzündung nicht wiederkehre. Im Neubau des Klinikums ist zudem vom Video-Endoskop bis zur Erfahrung mit solchen feinen Eingriffen alles da, was es braucht, um solche Eingriffe durchzuführen, betont der Geno-Sprecher. Die ersten Patienten hat Naumann bereits mit dem neuen Verfahren operiert. „Damit behandeln wir auf dem höchsten Level, das es in diesem Bereich gibt“, bekräftigt der Arzt.  gn/ts

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