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Encrochat: 3 Millionen Euro mit Drogen in Bremen verdient?

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Von: Yannick Hanke

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Zu sehen ist, wie Besucher zum Haupteingang des Landgerichts Bremen gehen.
In Bremen müssen sich drei Männer vor dem Landgericht verantworten. Via EncroChat sollen sie Drogenhandel betrieben und damit drei Millionen Euro verdient haben. (Archivbild) © Carmen Jaspersen/dpa

In Bremen müssen sich drei Männer vor dem Landgericht verantworten. Sie sollen durch EncroChat Millionen mit dem Verkauf von Drogen verdient haben. Die Hintergründe.

Bremen – Sogenannte Kryptohandys von ehemaligen Dienstleistungsanbieter EncroChat wurden von Kriminellen zur Abwicklung ihrer unlauteren Geschäfte genutzt. Das soll auch drei Bremer betreffen, die sich nun vor dem Landgericht der Hansestadt verantworten müssen. Sie sollen durch den Verkauf von Drogen drei Millionen Euro verdient haben.

Bremen: Drei Männer sollen mit Drogenhandel via EncroChat drei Millionen Euro verdient haben

In diesem Zusammenhang berichtet „buten un binnen“ vom „EncroChat-Verfahren“. Die Staatsanwaltschaft stützt ihre Anklage auf entschlüsselte Chats beim eingangs erwähnten IT-Anbieter EncroChat. Konkret wirft die Staatsanwaltschaft in Bremen den drei 24- bis 31-jährigen Angeklagten vor, mit Heroin, Kokain und Marihuana in großen Mengen gehandelt zu haben.

Damit sollen die drei Männer rund drei Millionen Euro eingenommen haben. Ihre Geschäftsgespräche hätte das Bremer Trio dabei komplett verschlüsselt mit Krypto-Handys abgewickelt. Zum Hintergrund: Im freien Handel sind diese Geräte nicht erhältlich. Die Käufer mussten anonym kaufen, bar zahlen sowie über ein EnchroChat-Abo verfügen.

EncroChat-Verfahren: Französische Ermittler knacken verschlüsseltes Kommunikationssytem von Kriminellen

Im Frühjahr 2020 gelang es französischen Behörden, das verschlüsselte Kommunikationssystem EnchroChat zu knacken. Der enorm große Datensatz, der vor allem Drogen- und Waffenhandel zum Thema hatte, wurde mit europäischen Ermittlern geteilt, darunter auch das deutsche Bundeskriminalamt (BKA).

Was ist beziehungsweise war EncroChat?

Der in Europa ansässige Dienstleistungsanbieter EncroChat wurde 2016 gegründet. Das Unternehmen stellte verschlüsselte Kommunikationsdienste zur Verfügung. Es wurden sowohl Verschlüsselungssysteme für Chatnachrichten als auch abhörsichere Handys angeboten. Wie sich später herausstellen sollte, wurden diese EncroChat-Dienste jedoch zuhauf von Kriminellen für illegale Geschäfte genutzt. Im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens von Europol und den dabei zu Tage geförderten Enthüllungen musste EnchroChat seinen Geschäftsbetrieb im Juni 2020 wieder einstellen.

Wie berichtet gab es bundesweit bereits Razzien, Festnahmen und auch schon Verurteilungen von Nutzern eben jener Kryptohandys. Der Weg, auf dem die Beweise erhoben wurden und weiterhin werden, ist jedoch nicht unumstritten. Es wird darüber gestritten, ab wann die deutschen Ermittler konkret über den Hack der verschlüsselten Handys Bescheid wussten.

EncroChat: Ermittler sichern Daten von 60.000 Nutzen – allein 500 Personen aus Bremen beteiligt

Zudem ist noch unklar, ob die Ermittler einer massenhaften Überwachung der Nutzer in der Bundesrepublik durch französische Behörden im Vorfeld zugestimmt hatten. Deswegen fordern die Anwälte explizit, dass die Ermittler transparent darlegen, wie genau das EncroChat-System geknackt werden konnte.

Zudem sollte Klarheit darüber bestehen, wie die Datenerhebung im Detail durchgeführt wurde und welche Behörden letztendlich an diesem Vorgang beteiligt waren. Um auf Bremen zurückzukommen: In der Hansestadt waren die kriminellen EncroChat-Nutzer überproportional stark vertreten. Im Zuge der Ermittlungen wurden Daten von rund 60.000 EncroChat-Nutzern gesichert. Dabei hätten 4500 Handys einen Deutschlandbezug gehabt – und rund 500 EncroChat-Nutzer konnten Bremen zugeordnet werden.

Weitere Blaulicht-Meldungen aus Bremen: 17-Jähriger von Straßenbahn angefahren – Groß-Einsatz für die Feuerwehr

Allein in Bremen hätten sich durch den entschlüsselten Datenbestand 143 Ermittlungsverfahren ergeben. Mitte Dezember 201 seien in der Justizvollzugsanstalt der Hansestadt allein 47 der insgesamt 100 Plätze für Untersuchungshäftlinge durch ehemalige EncroChat-Nutzer belegt gewesen.

Indes sind noch weitere Blaulicht-Meldungen in Bremen zu verzeichnen. Ein 17-Jähriger wird im Stadtteil Vahr von einer Straßenbahn angefahren und erleidet dabei schwere Verletzungen am Kopf. In Bremen-Mitte kommt es zu einem Groß-Einsatz der Feuerwehr. In einer Arztpraxis war ein Notstromaggregat in Flammen aufgegangen. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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