Metaller reagieren mit Warnstreiks auf festgefahrene Tarifrunde

Bremen - Der Metall- und Elektroindustrie stehen massive Warnstreiks bevor. In der Tarifauseinandersetzung sind die Fronten verhärtet. Mit Ende der Friedenspflicht gibt es Druck auf die Arbeitgeber.

In der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie drohen harte Tarifauseinandersetzungen: Mit Warnstreiks schon in der Nacht zum Donnerstag will die IG Metall die Arbeitgeber zum Einlenken bewegen. Nachdem auch in anderen Regionen die bisherigen Tarifrunden ohne Ergebnis blieben, endeten am Mittwoch in Bremen die Gespräche für die rund 140 000 Metaller in Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Nordwestniedersachsen ohne Annäherung.

Auch im Bezirk Hannover blieb die zweite Tarifrunde für die rund 75 000 Beschäftigten ergebnislos. Die IG Metall Küste rief in elf Betrieben die Nachtschichten zum Warnstreik auf, unter anderem bei Daimler in Bremen, Still und Mercedes in Hamburg, GKN Driveline in Kiel sowie Danfoss Power Solutions in Neumünster. In Niedersachsen soll es unter anderem bei Wabco und Johnson Controls in Hannover, bei KSM in Hildesheim und Bosch in Salzgitter nächtliche Warnstreiks geben. Die Arbeitgeber kritisierten die für die Nacht angekündigten Warnstreiks als „unnötige Kraftmeierei“. Sie seien keine unmittelbare Reaktion auf das Arbeitgeberangebot, meinte der Verhandlungsführer Nordmetall, Thomas Lambusch. „Die Aktionen der Gewerkschaft sind ja seit Monaten geplant. Sie werden allerdings die Lösungsversuche nicht beschleunigen.“ Die IG Metall müsse auf Kompromisskurs einschwenken, forderte Lambusch.

Mehrere hundert Metaller, unter anderem aus Hamburg, hatten am Mittwoch in Bremen vor dem Tagungshotel mit Schildern ihre Forderung nach 5,5 Prozent mehr Geld untermauert. Außerdem verlangen sie einen erweiterten Zugang zur Altersteilzeit und eine vom Arbeitgeber bezuschusste Weiterbildung. Die Arbeitgeber bieten bislang eine Lohn- und Gehaltserhöhung von 2,2 Prozent. „Dieses Angebot hilft nicht, den Tarifkonflikt zu lösen“, kritisierte der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken. „Ständige Wiederholungen machen es auch nicht besser. Ein mickriges Angebot bleibt ein mickriges Angebot und führt zu keinem Ergebnis“, sagte der IG Metall Bezirksleiter Niedersachsen, Hartmut Meine. Die nächsten Verhandlungsrunden sind für den 12. Februar (Hamburg) und für den 13. Februar (Hannover) geplant.
dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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