„Surfwelle“ statt Autos

Bremen: Martinistraße ab Donnerstag zeitweise gesperrt

Surfen, bummeln, entdecken: Vier Türme bilden das Herzstück des Projekts „Transformartini“, das sich auf 800 Metern Martinistraße erstreckt. Beginnend mit einer Hopfenpergola auf Höhe Böttcherstraße (rechts im Bild), bauen sich nach und nach die verschiedenen Elemente des Erlebnisraums auf. Mit dabei: ein Stadtgarten, eine „Surfwelle“ sowie viele Sitzmöglichkeiten.
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Surfen, bummeln, entdecken: Vier Türme bilden das Herzstück des Projekts „Transformartini“, das sich auf 800 Metern Martinistraße erstreckt. Beginnend mit einer Hopfenpergola auf Höhe Böttcherstraße (rechts im Bild), bauen sich nach und nach die verschiedenen Elemente des Erlebnisraums auf. Mit dabei: ein Stadtgarten, eine „Surfwelle“ sowie viele Sitzmöglichkeiten.

Die Bremer Politik möchte die Innenstadt autofrei umbauen. Und testet das jetzt mit dem Projekt „Transformartini“. Dafür wird die Hauptverkehrsstraße zum Teil gesperrt.

Bremen – Es wird grün. Es wird nass. Und vor allem: autofrei. Mit dem rund 1,3 Millionen Euro teuren Reallabor für die Mobilität der Zukunft auf der Bremer Martinistraße verändert sich die vierspurige Stadttangente grundlegend. Wenig Platz für motorisierte Vehikel, dafür umso mehr für Mensch und Rad. So die grundlegende Idee hinter dem temporären Projekt „Transformartini“, das am Sonnabend, 24. Juli, an den Start geht – und das mit der ersten „Bremer Surfwelle“.

Eigentlich als Verleiher sogenannter „Stand-up-Paddling“-Bretter (SUP) bekannt, stecken die Macher von „Ins Blaue“ (mit Station am Werdersee) auch hinter der „Bremer Surfwelle“. Rund vier Meter breit und etwa zehn Zentimeter dick strömt der Wasserfilm („Flow“) eine Art Hüpfburg hinauf und erzeugt so die Welle, auf der Surfer rauf und runter gleiten können. Rund 40 Kubikmeter Wasser werden durch 44 Kilowatt starke Hochleistungspumpen immer und immer wieder hochgefördert, heißt es auf der Homepage des Hamburger Verleihers, von dem die Organisatoren von „Ins Blaue“ die Technik mieten. So sei ein nachhaltiges Wellenreiten gewährleistet.

Die „Bremer Surfwelle“, die an der Martinistraße/Ecke Pieperstraße aufgestellt wird und bis zum 8. August dort verbleiben soll, ist dann täglich von 11.45 bis 19 Uhr geöffnet. Und viel braucht es nicht, um mitzumachen: Teilnehmer müssen schwimmen können, mindestens 1,30 Meter groß und körperlich fit sein. Für Erwachsene kostet der Spaß sechs Euro, für Kinder unter zwölf Jahren drei Euro.

Ist das Ticket online (www.ins-blaue.com/buchung-welle) gebucht, kann es nach folgendem Ablauf auch schon losgehen: Je 45-minütigem „Surf-Slot“ gehen insgesamt fünf Personen nacheinander auf die Welle, eine Einweisung findet vor Ort statt. 15 Minuten vor Start des Slots, also des Zeitfensters, sollten die Surfer da sein, heißt es von den Organisatoren. Neoprenanzüge und Badeshorts können geliehen werden, Bikinis nicht. Umkleidekabinen stellen die Betreiber nach eigener Aussage zur Verfügung, zudem sei das Gelände eingezäunt und biete Boxen zur Aufbewahrung von Wertsachen.

Türme auf der Martinistraße

Doch es wird nicht nur nass und sportlich, sondern auch kulturell und grün an der rund 800 Meter langen Martinistraße. Gegenüber der Böttcherstraße wurden bereits vor einiger Zeit Pflanzkübel aufgestellt und mit Hopfensetzlingen befüllt. Daraus, so die Organisatoren, soll im besten Fall eine Hopfenpergola entstehen und so ein schattiges Plätzchen zum Verweilen schaffen.

Und sonst? Herzstücke des Erlebnisraums sind die insgesamt vier Türme, die neben und sogar auf der Straße verteilt stehen werden. Während rund um einen angelegten Stadtgarten samt Rollrasen, Liegewiese und Strand der „Turm Natur“ (Pieperstraße) mit Blumen und Gräsern entsteht und dieser vorrangig als Aussichtsplattform dient, ist der „Turm Begegnungen“ (Martiniplatz) in erster Linie Tribüne für Konzerte, Lesungen und Theateraufführungen. Unter anderem im Programm: Projekte des „Bremer Kultursommers Summarum“, das „Bremer Filmfest“ und die Reihe „Bremen liest“.

Hinzu kommt der „Turm Bewegung“ (Parkhaus) ab September, wobei das Thema Mobilität im weitesten Sinne erlebbar werden soll, erklärte Kathrin Bahr von „Sternkultur“, die das Reallabor für das grüne Bauressort auf die Beine stellt. Zu guter Letzt: der „Turm Kunst“ (Atlantik Grand Hotel), ebenfalls ab September geöffnet, von dem aus nicht nur eine Luftskulptur des Künstlerduos „Quintessenz“ bestaunt werden könne, sondern auch verschiede Aktionen von Straßenkünstlern (Querung Bredenstraße/Erste Schlachtpforte). Ebenfalls in der Nähe: eine Lichtinstallation an einer weiteren Querung, der unterirdischen zwischen Böttcherstraße und Weserufer.

Die Ideen für den Erlebnisraum, der voraussichtlich noch bis 18. April 2022 (Verlängerung möglich) an der Martinistraße sein Zuhause haben wird, stammen laut Bahr aus einer Onlineumfrage vom Februar zum Thema Stadtplanung der Zukunft. Sie betont: „Wir als Kulturschaffende drücken den Menschen nichts auf. Was wir jetzt umsetzen, spiegelt die Wünsche der Befragten wider.“

Martinistraße: Geänderte Verkehrsführung

Des einen Freud, des anderen Leid: Um den Erlebnisraum „Transformartini“ umsetzen zu können, wird die Martinistraße zwischen Pieperstraße und Langenstraße (Parkhaus) ab Donnerstag, 22. Juli, bis voraussichtlich Dienstag, 10. August, für den motorisierten Verkehr gesperrt. Zudem ändert sich die Verkehrsführung an der Langenstraße: Ist diese normalerweise von der Bürgermeister-Smidt-Straße in Richtung Martinistraße zu befahren, wird die Einbahnstraßenregelung für den Zeitraum umgedreht, teilte das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) mit. Die Zufahrt zum Parkhaus Langenstraße mit seinen mehr als 650 Plätzen sei jederzeit über die Straße Tiefer möglich, jedoch nicht über die Bürgermeister-Smidt-Straße, hieß es weiter.

Mehr Infos unter: „www.erlebnisraum-martinistrasse.de“.

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