„Mahl der Arbeit“ in der Oberen Rathaushalle

Die Chancen der Einwanderer

Aram Ali, angehender Jurist und Metaller, und Bremens DGB-Chefin Annette Düring stellten sich vor dem „Mahl der Arbeit“ der Presse. - Foto: Esser

Bremen - Die Gewerkschaften wollen Zeichen setzen. Mit Taten und mit Themen. So lotste die Bremer DGB-Chefin Annette Düring den Juristen und Metaller Aram Ali als Referenten zum „Mahl der Arbeit“ in die Obere Rathaushalle. Der 27-jährige gebürtige Syrer sprach am Freitagabend vor rund 230 Gästen zum Thema „Angekommen in der Arbeitswelt von morgen: Chancengerechtigkeit in der Einwanderungsgesellschaft“. Aram Ali ist laut Düring „einer, der hier angekommen ist“. Und fürs „Mahl der Arbeit“ ein „ganz ganz junger Redner“.

Ali blickte im Vortrag auf seine persönliche Geschichte zurück, auf seinen Weg aus Aleppo, wo er 1989 geboren wurde, bis nach Hannover, wo er jüngst sein erstes Jura-Staatsexamen abgelegt. „Eine Erfolgsgeschichte“, sagt Düring. „Eine mit Höhen und Tiefen“, sagt der Referent.

Aram Ali ist in Aleppo in einer politisch aktiven Familie aufgewachsen. Die Aufbruchstimmung, die die Machtübernahme von Baschar al-Assad im Jahr 2000 erzeugte, sei dann nur von kurzer Dauer gewesen. Es hagelte schnell Verbote. Und Alis Vater, ein Bauingenieur, sollte 2003 verhaftet werden. Die Familie floh, landete zunächst in Berlin, dann in einem Auffanglager in Halberstadt, später für drei Jahre in Merseburg. Schließlich ging es weiter nach Hannover, wo Bauingenieur Ali einen Job als Taxifahrer bekam. Aram Ali begann, sich politisch zu engagieren – unter andrem seit 2008 bei der IG Metall. 2009 machte er sein Abitur. „Die politische Arbeit hat mich persönlich vorangebracht“, sagt er.

In seinem Referat ging er darauf ein, was Menschen bewegt, von Syrien nach Europa und durch Europa nach Deutschland zu kommen. Er zeichnete die Hintergründe nach, die aktuelle Situation in Syrien. Und zum Schluss spannte er den Bogen zu den Menschen, die hier leben und die Flüchtlinge aufnehmen. „Flucht und Einwanderung ist Realität. Und wird noch lange Realität bleiben.“

Thema bei der Maikundgebung (1. Mai, 12 Uhr, Marktplatz) lautet übrigens: „Wir sind viele. Wir sind eins.“ - je

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