Innensenator sieht Anschlaggefahr durch islamistische Kleingruppen

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Innensenator Ulrich Mäurer (Archivbild)

Bremen - Nach dem Terror-Alarm in Bremen hat Innensenator Mäurer erneut vor dem schon damals im Fokus stehenden Islamischen Kulturzentrum gewarnt. Die Salafisten dort seien Feinde der Demokratie und stellten eine Gefahr dar. Auch Einzeltäter könnten spontan Anschläge verüben.

Nach dem Terror-Alarm in Bremen Ende Februar hat Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) vor der Gefahr spontaner Anschläge durch islamistische Kleingruppen gewarnt. Fanatisierte Einzeltäter könnten beliebige, subjektiv als islamfeindlich empfundene Ereignisse zum Anlass für Anschläge nehmen, sagte Mäurer am Dienstag bei der Vorlage des Verfassungsschutzberichtes. Konkret warnte Mäurer vor der Anziehungskraft des extremistisch ausgerichteten Islamischen Kulturzentrums Bremen (IKZ), in dem es bei dem Terror-Alarm eine Razzia gab.

Die Salafisten dort lehnten die Demokratie ab, seien für die körperliche Züchtigung von Frauen und deren Vollverschleierung. Obwohl das Zentrum jeden Extremismus-Verdacht von sich weise, stelle es eine Gefahr dar. Neben der Bekämpfung des Salafismus müsse auch die Prävention und die Deradikalisierung von Syrien-Heimkehrern im Fokus stehen, sagte der Innensenator. In Bremen gebe es rund 360 Salafisten. Wie Verfassungsschutzchef Hans-Joachim von Wachter erklärte, seien aus Bremen seit Mitte Januar 2014 insgesamt 20 Erwachsene und Jugendliche sowie elf Kinder in die Krisengebiete im Irak und Syrien ausgereist. Vier von ihnen seien dort mutmaßlich ums Leben gekommen. Sieben Erwachsene und Jugendliche sowie drei Kinder sind inzwischen wieder nach Bremen zurückgekehrt.

Nach der Warnung einer Bundesbehörde hatte es in Bremen am 27. Februar einen Terror-Alarm mit einem umfangreichen Polizeieinsatz gegeben. Gefahndet worden war nach vier terrorverdächtigen Islamisten aus Frankreich, die über die Niederlande nach Bremen eingereist waren. Weil die vier im IKZ vermutet wurden, gab es dort eine Razzia. Die Männer wurden aber nicht gefasst. Ein 39 Jahre alter Libanese, der die Gruppe zuvor kontaktiert haben soll, wurde vorübergehend festgenommen.

Er soll zuvor von einem Waffenhändler 60 Maschinenpistolen und automatische Pistolen gekauft haben. Auch wenn der organisierte Rechtsextremismus in Bremen nicht wachse, gebe es eine Zunahme bei den Sympathisanten und deren Aktionen, sagte Mäurer. Der harte Kern der Rechtsextremisten habe sich verfestigt und werde zunehmend radikaler und gewalttätiger. Verbindungen gebe es zwischen der Hooliganszene und der neonazistischen Szene.
dpa

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