Die Hansestadt im Alphabet

Bremen von A bis Z: R wie Regenschirm

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Der Roland auf dem Marktplatz schützt sein Haupt seit Jahrhunderten mit einem Baldachin.

Dieser Sommer hat etwas, das der vorherige nicht hatte: Regen. Eine gewisse Tendenz zu feuchter Witterung ist Bremen ohnehin nicht ganz abzusprechen. Da gilt es, sich zu schützen. Zum Beispiel mit einem Schirm. Oder mit einem schirmähnlichen Gegenstand.

Der Roland auf dem Marktplatz zum Beispiel schützt sein Haupt schon seit Jahrhunderten mit einem Baldachin – und wer weiß, gegen was sonst noch alles; schließlich steht er ja ziemlich nah am Rathaus.

Die Bremer jedenfalls, sie lieben ihre Regenschirme. Und so tragen sie die schützenden Utensilien gerne durch die Gegend – nicht nur, aber vor allem natürlich: bei Regen. Dabei kristallisieren sich unterschiedliche Schirmträgertypen heraus. Sie sind mit der Klarheit eines Regentropfens voneinander zu unterscheiden.

Da gibt es beispielsweise den Flaneur. Er trägt den Regenschirm eher wie ein schmückendes Accessoire, fast wie einen Sonnenschirm – ganz so, als kümmere ihn das lästige Nass gar nicht, dass sich da zwischen Obern- und Sögestraße in Sturzbächen über ihm ergießt. Starkregen? Ich bin stärker, scheint der Flaneur zu entgegnen. Dass seine fein gearbeiteten Lederschuhe sich im Wasser aufzulösen beginnen, übersieht er heldenhaft.

Ganz anders der Zweikämpfer, den es auch als Zweikämpferin gibt. Er (oder sie) trägt den Schirm wie ein Schild (aufgeklappt) oder Schwert (zusammengeklappt, wenn‘s mal nicht regnet) und bahnt sich damit strammen Schritts den Weg durch die Stadt. „Platz da!“, heißt es im Platzregen. Und: Hindernisse gibt es nicht. Schon gar keine menschlichen. . . Zweikämpfer verhakeln sich gern in – genau! – unerbittlich geführten Zweikämpfen mit anderen Schirmträgern. Da helfen nur Baldachine. . .

Ein Typus, der ebenfalls recht häufig anzutreffen ist: der Gewohnheitsträger. Mit aufgeklapptem Schirm geht er auch dort, wo gar kein Regen zu erwarten ist. In der (überdachten) Lloyd-Passage zum Beispiel. Oder, noch beliebter, unter den Vordächern der Kaufhäuser. Dort nimmt der Gewohnheitsträger den schirmlosen Zeitgenossen dann den Platz weg: Sollen die anderen doch nass werden. Hauptsache, mein Schirm bleibt trocken.

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