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Abba-Kult-Hits auf dem Theaterschiff

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Von: Martin Kowalewski

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„Babba“ rockt die Bühne in „Abba Klaro!“: Anne (Vera Gobetz, v.l.), Björn (Miha Podrepsek), Agnes (Johanna Haas) und Benni (Benjamin Beckmann).
„Babba“ rockt die Bühne in „Abba Klaro!“: Anne (Vera Gobetz, v.l.), Björn (Miha Podrepsek), Agnes (Johanna Haas) und Benni (Benjamin Beckmann). © Theaterschiff Bremen

Bremen – Benni hat Schweißperlen auf der Stirn und liegt auf dem Boden. Etwas pathetisch streckt er die Arme, während er einen Part von „Money, money, money“ singt. Er ist umgeben von Mafioso Giovanni (Miha Podrepsek) und seinen Brüdern (Vera Gobetz und Johanna Haas). Die wollen Geld zurück: 10  000 Euro. Keine Sorge, „Abba Klaro!“ ist eine Komödie, die bei ihrer Premiere am Donnerstagabend auf dem Theaterschiff an der Tiefer viele Lacher und großen Beifall erntet.

Benni hat das Geld in einen Imbisswagen investiert, der dann in Flammen aufgeht. Benjamin Beckmann spielt den Bedrohten mit enormer Energie. Ihm bleiben vier Tage, das Geld aufzutreiben oder als Futter für Giovannis Hunde zu enden. Dabei war der Einkaufswagen, aus dem Benni vegane Würstchen verkaufen wollte, doch ein Traum. Und das besingt Benni auf Deutsch zu der Melodie von „I have a dream“. Mehrere Abba-Melodien wurden in dem Stück mit deutschen Texten versehen, die zur Handlung passen.

Benni besingt seinen geplatzten Traum nicht allein. Hinter Transportkisten tauchen Ketchup- und Senfflaschen und Würste mit Gesichtern drauf auf, wiegen sich im Takt und singen mit. Das bekommt einen ordentlichen Szenenapplaus, bei weitem nicht der einzige an diesem Abend. Benni kommt in ein „Gespräch“ mit einem unverständlich brabbelnden Wurst, die ein wenig an „Beaker“ aus der Muppet-Show („Mimimi“) erinnert. Sie weicht erschreckt zurück, als sie von Bennis drohendem Schicksal hört.

Als der verhinderte Imbiss-Unternehmer sich bereits erhängen will, kommt ein rettender Anruf. Bennis vor fünf Jahren aufgelöste Abba-Coverband „Babba“ ist gefragt. 10 000 Euro winken für einen Auftritt. Doch dafür braucht er „Babba“. Die Band entpuppt sich als bunter Haufen eigenwilliger Charaktere. Agnes (Johanna Haas), gewissermaßen das Pendant zu Agnetha von Abba, die sich als mobiles Nagelstudio versucht, ist immer für einen spontanen – meistens unglaublich flachen – Witz zu haben. Etwa: „Ich verfahre mich nicht. Ich kreise mein Ziel ein.“

Björn (Miha Podrepsek) ist auf trockene und direkte Art lustig, aber von der Rolle her aber zunächst eher nicht trocken: „Ich trinke nur an Tagen die auf -g enden, und mittwochs.“ Mit Anne, dem Pendant zu Anni-Frid, ist eine echte Powerfrau die Vierte im Bunde. Schauspielerin Vera Gobetz gibt der Rolle eine besondere Aura von Eleganz, Selbstsicherheit und federleichter Perfektion. Anne jedenfalls ist schwer für den Auftritt zu gewinnen, da Benni sie im Anschluss an „Babbas“ letzter Show nach einer Nacht ziemlich stillos verlassen hat – aus Angst, einer solchen Powerfrau nicht genügen zu können.

Immer wieder klatschen die Zuschauer mit. Im zweiten Teil geht der rettende „Babba“-Auftritt über die Bühne, natürlich nicht ganz problemlos. Auge und Ohr bekommen viel geboten. Zu „Dancing Queen“ zeigt Björn besondere Tanzkünste inklusive einer Schlangenbewegung rückwärts, auf Hände und Füße gestützt. Mehrfach beeindruckt Johanna Haas (die Agnes) mit ihrem gefühlvollen und zugleich kräftigen, gänsehauterzeugenden Gesang. Am Ende steht der größere Teil des Publikums im fast voll besetzten Saal des Theaterschiffs.

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