Zwei Patienten sterben nach Medikamentengabe

Krankenpfleger aus Bremen bleibt in U-Haft: Mordkommission nimmt Ermittlungen auf

Zwei Patienten sterben im Krankenhaus, ein Krankenpfleger aus Bremen sitzt in U-Haft. Die Ermittler werfen ihm zweifachen Totschlag vor. Jetzt ist klar, wo der Pfleger gearbeitet hat.

Update vom 16. Juli 2021, 18.40 Uhr: Bremen - Der 33 Jahre alte Krankenpfleger, der wegen zweifachen Totschlags in Untersuchungshaft sitzt, hat am Diako-Krankenhaus in Gröpelingen gearbeitet. Das teilte am Freitag die Klinik selbst mit. Ein Sprecher betonte, dass das Fehlermeldesystem funktioniert, die Klinik „sehr zeitnah“ reagiert habe. Das hatte am Vortag auch die Staatsanwaltschaft betont. Der Pfleger bleibt wegen dringenden Tatverdachts in U-Haft, bestätigte die Staatsanwaltschaft.

Originaltext vom 15. Juli 2021: Bremen - Ein Krankenpfleger soll in einer Klinik in Bremen zwei seit längerem schwerstkranke Patienten (39 und 59) getötet haben. Der 33-jährige Bremer ist am Donnerstagmorgen von Spezialkräften der Polizei verhaftet worden. Gegen ihn wird wegen zweifachen Totschlags ermittelt.

Der Mann soll nebenher auch in Kliniken im Umland gejobbt haben – bei den Verantwortlichen dort dürften sämtliche Alarmglocken schrillen. Unweigerlich werden Erinnerungen an den Pfleger Niels Högel wach, der wegen Mordes an 85 Patienten in Oldenburg und Delmenhorst zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde.

Der 33-jährige Bremer steht im Verdacht, im April mindestens zwei Patienten Medikamente verabreicht zu haben, wodurch es zu gesundheitlichen Problemen kam. Ein Mann starb. Einem Arzt, so Oberstaatsanwalt Frank Passade, fiel ein ungewöhnlicher Blutwert auf, er merkte sich das. Als nur wenige Tage später ein weiterer Patient starb und ebenfalls einen auffälligen Wert aufwies, versetzte das die Klinik in Alarmbereitschaft, der Pfleger geriet in den Fokus. Es folgten Anzeige, Suspendierung, Hausdurchsuchung. Aber für einen dringenden Tatverdacht gab es laut Passade nicht genug Anhaltspunkte. Doch die Ermittlungen liefen weiter, unter anderem wurden Chatverläufe ausgewertet, so Passade. Am Donnerstag reichte das Material offenbar für eine Festnahme.
Inzwischen ist einer der verstorbenen Patienten obduziert, bei dem anderen war das nicht möglich, er war bereits eingeäschert. Zum Ergebnis wollte Passade nichts sagen, ebensowenig, um welche Klinik es sich handelt. Der 33-Jährige war da seit Januar 2020 beschäftigt, zuvor arbeitete der Pfleger in anderen Bremer Kliniken – und nebenbei in Krankenhäusern im Umland. Nun überprüft eine Ermittlungsgruppe weitere Todesfälle in der Klinik.

Transparenzhinweis: Dieser Text wurde am 16. Juli um 18.40 Uhr aktualisiert.

In Bremen soll ein Mann zwei Menschen mit Medikamenten getötet haben.

Rubriklistenbild: © dpa

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