Klimazonen und grüne Dächer

Mercedes-Benz investiert Millionen in Bremer Standort

Ab in die Zeitkapsel: Qualitätsmanager Jason Hoff (l.) und Bürgermeister Andreas Bovenschulte legten am Donnerstagnachmittag den Grundstein für das Millionen teure Prüfzentrum von Mercedes-Benz in Bremen.
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Ab in die Zeitkapsel: Qualitätsmanager Jason Hoff (l.) und Bürgermeister Andreas Bovenschulte legten am Donnerstagnachmittag den Grundstein für das Millionen teure Prüfzentrum von Mercedes-Benz in Bremen.

Die Autobauer von Mercedes-Benz investieren Millionen in den Standort Bremen. Entstehen soll ein neues Umwelttechnologiezentrum.

Bremen – Die Autobranche wandelt sich, geht neue Wege. Auch das Mercedes-Benz-Werk in Bremen richtet seinen Blick in die Zukunft: E-Autos statt Verbrenner, Hybrid-Antriebe statt ausschließlich fossiler Brennstoffe. Um die Vehikel der nächsten Generation auf Herz und Nieren testen zu können, errichtet das Werk ein neues Umwelttechnologiezentrum und investiert Millionen. Am Donnerstag war Grundsteinlegung.

Viel zu sehen ist bislang nicht auf dem zukünftigen Gelände ganz in der Nähe des Bremer Mercedes-Werks. Fundamente sind gegossen, einige Mauern hochgezogen, Kräne und Baufahrzeuge vervollständigen die Szenerie. Doch ist das neue Umwelttechnologiezentrum einmal fertig – und das soll gar nicht mehr so lange dauern –, werden Ingenieure zukünftig „eine der modernsten Einrichtungen dieser Art weltweit“ vorfinden, sagte Jason Hoff, Leiter Qualitätsmanagement beim größten privaten Arbeitsgeber der Hansestadt mit rund 12 000 Beschäftigten, von denen etwa die Hälfte aus dem Umland kommt.

Und nicht nur das: Es wird laut Hoff auch das einzige Prüflabor in Europa werden, das die Autos auf Qualität sowie Emissions- und Verbrauchsmessungen testen wird. Und das für alle europäischen Autowerke und Antriebsarten von Mercedes-Benz.

Einen „zweistelligen Millionenbetrag“ investiert das Unternehmen in das Zentrum, das nach seiner Fertigstellung eine Bruttogeschossfläche von rund 13 000 Quadratmetern aufweisen soll. Das Areal misst insgesamt etwa 7 500 Quadratmeter. Bis Mai 2022 soll der Rohbau stehen, Ende nächsten Jahres werde, so Florian Kotz, Verantwortlicher für Fabrikplanung bei Mercedes, das Zentrum in Betrieb genommen. Um diesen „ehrgeizigen Terminplan“ einhalten zu können, setzen die Baufirmen auf Fertigteile. Dies betreffe vor allem Komponenten aus Beton, die Heizungs- und Lüftungsanlage und einen Großteil der Elektrik.

Steht das Zentrum, wird vor allem das Innere entscheidend sein: Neben Höhenprüfkammern, die unterschiedliche Sauerstoffsättigungen simulieren, können die Ingenieure dann auch auf Klimakammern zurückgreifen, die alle vier Klimazonen abbilden, sagte Qualitätsmanager Hoff. Zudem setze der Konzern auf nachhaltige Energiegewinnung und installiere Wärmerückgewinnungsanlagen. Die Dächer des Gebäudes sollen zusätzlich begrünt werden, erklärte Fabrikplaner Kotz. Für Standortleiter Michael Frieß ist der Bau „eine Bestätigung der Zukunftsfähigkeit des Standortes“, für seinen Kollegen und zukünftigen „Hausherrn“ Jason Hoff hat das Zentrum „eine extrem wichtige Bedeutung für uns“.

Das Areal an der Osterholzer Heerstraße, auf dem sich zuvor die Niederlassung der Nutzfahrzeuge von Mercedes befand, habe daneben noch weitere Vorteile, hob Kotz hervor. Nahe an der Autobahn und nur wenige Kilometer vom Hauptwerk entfernt, könnten die Fahrzeuge so schnell vom Werk zur Prüfung und von da aus weiter transportiert werden.

Mit der Inbetriebnahme, das verdeutlichte Standort-Leiter Frieß, „gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt in unserer Elektro-Offensive“, die man mit der Produktion des vollelektrischen EQC-Modells schon seit etwa zwei Jahren erfolgreich umsetze. Apropos EQC: Eine Miniaturausgabe des Autos, eine Bienenwabe im Glas (Mercedes verfügt über mehrere Bienenvölker auf dem Gelände) sowie ein Adapter für Verbrauchsmessungen verschwanden kurz danach in der Zeitkapsel und wurden mit Hilfe von Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) eingemauert.

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