Hybridrasen lässt Träume platzen

Keine Open Airs im Weserstadion

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Im Moment wird im Weserstadion Hybridrasen verlegt. Dieser neue Belag macht Open Airs unmöglich.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Es hat sich ausgeträumt: Große Stars wie Helene Fischer, Rihanna oder andere werden keine Open-Air-Konzerte im Weserstadion geben. Woran hakt es? Nun, am Rasen, genauer: am Hybridrasen.

Das hochmoderne Grün braucht schlicht zu lange, bis es ein perfektes Spielfeld für die Werder-Kicker ist. Es fehlt das Zeitfenster für Open Airs, wie am Mittwoch Heinz-Günther Zobel, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Bremer Weserstadion (BWS), gegenüber unserer Zeitung sagte. Hinter der BWS stehen je zur Hälfte Bremen und Werder.

Bauressort genehmigte Sicherheitskonzept

Noch Ende Februar hatte sich das ganz anders angehört. Da hatte das Bauressort gerade das Sicherheitskonzept der BWS genehmigt. 38.000 Zuschauer hätten in der Arena mit ihren Stars feiern können. Das gilt nach wie vor, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Behörde.

40.000 Plätze, wie von der Gesellschaft angesichts der Konkurrenten in Hamburg (45.000 Plätze) und Hannover (48.000 Plätze) gewünscht, ließen sich den Angaben zufolge nicht machen, hieß es im Februar aus dem Ressort.

Zweifel an Attraktivität Bremens

Einige Veranstalter bezweifelten ohnehin, dass Bremen nach zehn Jahren Pause wieder Großkonzerte unter freiem Himmel an Land ziehen könnte. Nun das Aus für Schlager und Rock im Stadion. Schuld ist der Hybridrasen. München hat ihn längst. Laut Zobel werde dieses Grün gebraucht, da das Spielfeld verstärkt genutzt werden müsse. 

Neben den Bundesligaspielen und „Geheimtraining“ der ersten Mannschaft geht's künftig auch fürs Drittliga-Team häufiger ins Weserstadion. Mehr Übertragungen aus der Dritten Liga, mehr Risikospiele auch hier – die Anforderungen seien erst vor kurzem festgezurrt worden, so Zobel.

Kurzfristige Änderungen bedeuteten das Aus

So habe sich Werder kurzfristig für den Hybridrasen entschieden – und damit das Aus für Open Airs besiegelt. Die BWS hat dafür Verständnis. Zobel: „Werder ist nun mal der Hauptmieter, und das hier ist ein Fußballstadion.“ Konzerte wären zwar ein zusätzliches Schmankerl gewesen. 

Aber, so Zobel, es sei ohnehin offen, ob sich Bremen gegen die Konkurrenz aus Hamburg und Hannover hätte durchsetzen können. Inzwischen ist der alte Rasen raus, der neue gesät. Demnächst werden sechs Prozent Kunstrasen eingearbeitet.

Regeneration dauert Wochen

Acht bis zehn Wochen dauert es laut Zobel, bis dem neuen Grün die Tritte der Kicker angeblich nichts mehr ausmachen. Und hier liegt auch der Knackpunkt: Bei Open Airs ist der mit Schwerlastplatten bedeckte Rasen unter der Bühne hin und muss ausgetauscht werden – bei Rollrasen geht das rasch, nun dauert es Wochen. 

Für Konzerte bleibe da keine Zeit, so Zobel. Kosten fürs Hybrid-Spielfeld: knapp 600.000 Euro – etwa das Dreifache des Rollrasens.

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