Stadt überschreitet Grenzwert

Corona-Hotspot Bremen: „Freipaak“ schließt

Der „Freipaak“ auf der Bürgerweide ist seit Mittwochnachmittag dicht, da Bremen den kritischen Corona-Grenzwert überschreitet.
+
Der „Freipaak“ auf der Bürgerweide ist seit Mittwochnachmittag dicht, da Bremen den kritischen Corona-Grenzwert überschreitet.

Das ging nun noch schneller, als von manchem erwartet: Bremen überschreitet den kritischen Corona-Grenzwert und setzt sofort strengere Regeln in Kraft. Das trifft auch den Alternativ-Freimarkt: Der „Freipaak“ auf der Bürgerweide musste am Mittwochnachmittag umgehend schließen. Die Schausteller sind enttäuscht.

Update, 13. Oktober: Seit Beginn der Woche steht fest, dass auch der Kleine Freimarkt in der Innenstadt vorerst nicht stattfinden wird. Aufgrund der hohen Infektionszahlen in der Stadtgemeinde Bremen wurde die Veranstaltung, die am Freitag beginnen sollte, vorerst abgesagt. Sollte sich der 7-Tage-Inzidenz- unter dem Grenzwert von 50 stabilisieren, sei eine später beginnende Durchführung der Veranstaltung jedoch nicht auszuschließen, wie dem Internetauftritt des Freimarkts zu entnehmen ist.

Originalmeldung, 7. Oktober: Bremen – B99 neue bestätigte Covid-19-Infizierte am Mittwoch – allein in der Stadt Bremen. Damit war der Sieben-Tage-Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in der Stadt Bremen gerissen, und zwar deutlich: Aktuell liegt der Wert laut Gesundheitsressort bei 57,6 (Vortag: 46). Damit ist Bremen ein Corona-Hotspot.

Corona-Hotspot Bremen: Sondergenehmigungen ausgesetzt

In Bremerhaven ist die Lage hingegen entspannt, es gab nur zwei neue Fälle. Dort sind aktuell lediglich neun Infizierte bekannt – in Bremen sind es 541 (+72). Und es gab seit längerer Zeit einen weiteren Todesfall mit Covid. Damit sind seit März 60 Menschen mit Corona gestorben. 19 Corona-Patienten werden in Kliniken behandelt, zwei müssen beatmet werden.

Bleiben wir beim Hotspot Bremen: Umgehend wurden die Sondergenehmigungen für Großveranstaltungen ausgesetzt. Für den „Freipaak“ bedeutete das gegen 15 Uhr den sofortigen Stopp. Nach nicht einmal einer Woche Rummel standen die Karussells still, die Buden schlossen. Ganz bitter für die Corona-gebeutelten Schausteller, denn den Grund für steigende Zahlen sieht das Gesundheitsressorts nicht etwa in dem Markt, sondern in Partys und Hochzeiten von Großfamilien. Das sorgt auch für Ärger im benachbarten Lemwerder. Dort sollen Einwohner das Virus von Großfamilen-Feiern in Bremen über die Landesgrenze nach Niedersachsen geschleppt haben.

Corona-Hotspot Bremen: „Freipaak“-Schausteller enttäuscht

Wie erlebten die Schausteller des „Freipaaks“ am Mittwoch die Geschehnisse? „Als der Anruf vom Ordnungsamt kam, habe ich gesagt, wir haben nur 202 Gäste, die finden Sie hier normalerweise gar nicht“, sagt Bettina Robrahn-Böker, Geschäftsführerin der veranstaltenden Firma WBS. „Wir sind sehr enttäuscht, dass das so schnell umgesetzt wurde.“ Es sei alles ziemlich schnell gegangen. „Wir haben die Besucher gebeten, das Gelände zu verlassen. Wir wurden vom Ordnungsamt unterstützt. Binnen weniger Minuten war alles leer“, sagt Wolfgang Ahrens, Geschäftsführer des Schaustellerverbandes des Landes Bremen. „Die Gäste haben noch eine Freikarte bekommen.“ Sie hätten die Schließung „sehr vernünftig und freundlich“ aufgenommen, so Robrahn-Böker.

Corona-Hotspot Bremen: Wann darf der „Freipaak“ wieder öffnen?

Wann darf der „Freipaak“ wieder öffnen? Nun, das kann dauern. Der Grenzwert müsse „stabil“ unter 50 liegen, also für längere Zeit. Genauer lasse sich das nicht sagen, so Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts. In der Woche kämen nur wenige hundert Besucher, zudem handele es sich um eine Open-Air-Veranstaltung, sagt Robrahn-Böker. „Das ist nichts anderes, als ein Spaziergang im Bürgerpark oder in der Innenstadt.“ Der „Freipaak“ solle nochmal neu bewertet werden. Am Wochenende war die Besucherzahl höher. „Am Sonntag haben wir zweimal kurz die erlaubte Zahl von 3 000 Besuchern erreicht“, sagt Robrahn-Böker. „Wir mussten dann für zehn Minuten schließen.“ Das Hygiene- und auch das Sicherheitskonzept sei aber aufgegangen. Die Besucher seien diszipliniert gewesen. Zu den bisherigen Veranstaltungstagen zieht Robrahn-Böker eine durchaus positive Bilanz.

Corona-Hotspot Bremen: Feiern nur mit maximal 25 Menschen

Aber nicht nur „Freipaak“ und Messen (Postenhandel Nord, Bremen tanzt wieder, Terraristik-Börse fallen aus) sind betroffen. Ob mit oder ohne Alkohol: In öffentlichen und gemieteten Räumen dürfen Hochzeiten, Geburtstage und anderes nur noch mit 25 Gästen gefeiert werden. Für zu Hause gilt eine Empfehlung von höchstens zehn Personen. Kino, Konzerte, Theater sind auf 100 Zuschauer begrenzt. Wird Alkohol ausgeschenkt, sind nur 25 Menschen erlaubt.

Ab sofort muss auch an Bahnsteigen und Unterständen Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Die Bremer SPD sagte ihren für Sonnabend geplanten Parteitag ab.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten

Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten

Corona in Bremen: 2G-Plus-Regel soll bis Mitte Februar gelten
Attacke mit Fäusten, Rasierklinge und Besenstiel

Attacke mit Fäusten, Rasierklinge und Besenstiel

Attacke mit Fäusten, Rasierklinge und Besenstiel
Koalitions-Konflikt um Haltestellen am Bremer Hauptbahnhof: Neuer Lösungsversuch

Koalitions-Konflikt um Haltestellen am Bremer Hauptbahnhof: Neuer Lösungsversuch

Koalitions-Konflikt um Haltestellen am Bremer Hauptbahnhof: Neuer Lösungsversuch
Mieter gesucht: Diese Wohnung in Bremen ist außergewöhnlich

Mieter gesucht: Diese Wohnung in Bremen ist außergewöhnlich

Mieter gesucht: Diese Wohnung in Bremen ist außergewöhnlich

Kommentare