Kaffeekenner

Junges Unternehmen „Aromatico“ online auf Wachstumskurs

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Geschäftsführer Moritz Puschmann (Mitte) und sein Team sind in der Bremer Überseestadt angekommen. Das junge Unternehmen „Aromatico“ hat sich auf den Online-Handel mit Kaffeeprodukten spezialisiert. 

Bremen – „Es reicht nicht aus, Produkte bloß anzubieten. Man muss auch das gewisse Know-how dazu besitzen“, sagt Moritz Puschmann (34), Geschäftsführer von „Aromatico“, einem jungen Unternehmen, das sich auf den Online-Handel mit Kaffeeprodukten spezialisiert hat. Als vor kurzem das Logo samt Namen an der Fassade angebracht wurde, da war das kleine Team froh. „Das gibt uns das Gefühl, endgültig angekommen zu sein“, sagt Puschmann.

2015 kaufte die heutige Mutterfirma „Coffein Compagnie“ Teile des bayerischen Einzelunternehmens „Aromatico“ auf. Die Kaffee-Online-Sparte wurde aus dem Unternehmen von Gründer Heinrich Schwarz herausgelöst – der Name „Aromatico“ blieb. 2016, ein Jahr nach der Gründung, startete Puschmann als neuer Geschäftsführer mit sieben weiteren Mitarbeitern am heutigen Standort in Bremen: dem ehemaligen Eduscho-Hochregallager im Löwenhof 9 in der Überseestadt. „Das hat sich super angeboten. Bremen ist eine der deutschen Kaffeehauptstädte“, so Puschmann. „Außerdem hat Eduscho für die Stadt eine weittragende Bedeutung. Das Unternehmen hat deutschlandweit Geschichte geschrieben.“

Noch im Gründungsjahr begann das Team, eine umfangreiche Markenwelt aufzubauen. „Unser Portfolio beinhaltet heute 58 verschiedene Röstereien. Das Angebot umfasst ungefähr 800 Kaffeeprodukte und insgesamt 1 300 Artikel“, sagt Puschmann.

Er grenzt das Unternehmen klar zur Konkurrenz ab. „Wir sind nicht einfach ein Online-Handel. Uns ist es wichtig, den Handel mit Kaffeekompetenz zu kombinieren.“ Denn nicht nur der Verkauf stehe im Vordergrund. Auch auf die Beratung habe sich der Betrieb spezialisiert.

Auf der Homepage der Firma gibt es zu jeder Rösterei eine umfangreiche Informationsseite. „Wir haben vorrangig italienische Kaffees in unserem Portfolio. Viele der Röstereien sind Familienunternehmen und haben eine mehr als 100 Jahre alte Geschichte. Das ist wichtig und spannend, und das wollen wir unseren Kunden vermitteln“, erläutert der Geschäftsführer. „Wir sind auch regelmäßig vor Ort. Erst kürzlich war ich in Florenz und habe unsere dortigen Röstereien besucht.“

Das sei das Besondere an „Aromatico“: „Wir wollen dem Kunden hochwertigen Premium-Kaffee bieten – und das dafür nötige Know-how.“ Ein separater Blog informiert daher mittels Produkttests, Rezeptideen, Interviews von Röstern, Zubereitungstipps und mehr über die verschiedenen Themen der Kaffeewelt. „Wie wird an die Röstung herangegangen? Wie lange wird der Kaffee geröstet? Was ist die Familiengeschichte der Marken? Was ist der richtige Mahlgrad oder die korrekte Durchlaufzeit? Wir versuchen, unsere Kunden an die Hand zu nehmen und zu vermitteln, was das Produkt mitsichbringt“, so der 34-Jährige. Daher stehen nicht nur Kaffeesorten im Angebot: Auch das richtige Equipment wie Siebträger, Tassen und Milchaufschäumer sollen zum perfekten Kaffeegenuss beitragen. Ein besonderer Höhepunkt in der noch jungen Geschichte von „Aromatico“ ist die Eigenmarke. „Sie ist aus der engen Zusammenarbeit mit den Röstereien entstanden. Dazu gehört ein typischer Espresso und zwei Allrounder-Kaffees, die in Meran produziert werden“, erzählt der Chef.

Die Möglichkeit, nach dem Online-Kauf das Produkt vor Ort abzuholen, gibt es auch. Das Unternehmen soll laut Puschmann für die Kunden anfassbar sein. „Unser Team hat ein umfassendes Kaffeewissen. Zum einen können wir die Menschen beraten, zum anderen von ihnen etwas dazulernen. Feedback ist uns sehr wichtig.“ Diesen Bereich will das Unternehmen in Zukunft weiter ausbauen. „Mit unserem kleinen Team können wir vor Ort noch nicht so umfangreich informieren, wie wir es wollen. Dafür organisieren wir dieses Jahr konkrete Öffnungszeiten“, verspricht Puschmann.

Zum Umsatz macht der Betrieb keine Angaben. „Ich kann aber sagen, dass die Zahl stetig zunimmt. Wir befinden uns auf einem Wachstumspfad. Das Interesse der Menschen an guter Beratung und hochwertigen Kaffeeprodukten steigt“, sagt Puschmann. „Wir versenden mehrere 100 Pakete am Tag.“ Zum Thema Expansion erzählt er: „Unsere 2 500 Quadratmeter große Lagerfläche bietet uns die Möglichkeit, weiter zu wachsen.“

www.aromatico.de

Hochregallager 

Das ehemalige Eduscho-Hochregallager in Bremen, Löwenhof 9, war Teil der damaligen Kaffeerösterei Eduscho. Eduard Schopf gründete das Unternehmen 1924. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde die Firma einer der führenden Kaffeeanbieter Deutschlands. 1997 übernahm Tchibo das Unternehmen.

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