Polizei sucht tatverdächtigen Ehemann

Mutter getötet: Vater mit Kindern flüchtig

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Die Polizei fahndet öffentlich nach Shakhwan Suleman Mohammed. Er soll seine Ex-Frau umgebracht haben.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Nach einem tödlichen Familiendrama in der Neustadt ist die Bremer Polizei in großer Sorge um zwei kleine Kinder: Die Ermittler vermuten, dass der 47 Jahre alte Vater mit ihnen auf der Flucht ist.

Shakhwan Suleman Mohammed wird verdächtigt, seine Ex-Frau umgebracht zu haben. Der fünf Jahre alte Sohn ist den Angaben zufolge Autist und dringend auf Spezialnahrung angewiesen. Die Polizei fahndet nun öffentlich nach dem Trio und hofft auf Hinweise. Als Belohnung für Tipps hat die Bremer Staatsanwaltschaft 3000 Euro ausgesetzt.

Die Kripo hatte die Leiche der Frau am Montagabend in ihrer Neustädter Wohnung in der Lobsienstraße entdeckt, sagte am Nachmittag vor Journalisten Kripo-Chefin Andrea Wittrock.

Auf Hilfe und Spezialnahrung ist der kleine Kawa angewiesen. Die Polizei hofft auf Lebenszeichen von ihm und seiner Schwester Lalesh.

Die 45-Jährige wurde stranguliert, wie Helmut Mojen, Leiter der Mordkommission, berichtete. Die Ermittler vermuten, dass die Frau bereits seit dem 13. oder 14. März tot ist. Mojen: „Der genaue Todeszeitpunkt ist jedoch noch offen.“ Den Angaben zufolge stammt die Frau aus Syrien, der Mann aus dem Irak. Beide leben seit den 90er Jahren in Bremen, haben 2008 geheiratet und sind arbeitslos. Beide sollen die deutsche Staatsbürgerschaft und die ihres Herkunftslandes besitzen. Im vergangenen Jahr habe sich das Paar getrennt. Der jetzt fünf Jahre alte autistische Kawa lebte bei der Frau, die drei Jahre alte Tochter Lalesh beim Mann in Oslebshausen. Im November soll es wegen Stalkings zu einer Gewaltschutzanordnung gegen den Mann gekommen sein. Diese habe die 45-Jährige jedoch im Februar wieder aufheben lassen, da beide das Sorgerecht für die Kinder haben und die Verfügung dies erschwert habe.

Am 16. März habe der Tatverdächtige den Sohn in der Kita krankgemeldet. Das war laut Mojen untypisch, da sich eigentlich die Mutter um das Kind kümmerte. Als im Laufe der Woche weitere Termine nicht eingehalten wurden, wandte sich die Kita an das Jugendamt und dieses an die Polizei. Hinweise auf eine Straftat verdichteten sich. Die Polizei ließ die Wohnung in der Neustadt öffnen und fand die Leiche der Frau. Bisher fehlt jede Spur von Shakhwan Suleman Mohammed und seinen Kindern, über das soziale Umfeld wissen die Ermittler so gut wie nichts. Möglicherweise lebt eine Schwester der Frau in Bremen, sagte Jürgen Kok von der Kripo.

Gegen den 47-Jährigen wurde Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. „Wir ermitteln aber auch wegen Mordes“, so Staatsanwalt Björn Krebs. Die Ermittler hoffen nun dringend auf Zeugenhinweise. Mohammed ist etwa 1,60 Meter groß, hat dunkle leicht lockige Haare und ein rundes Gesicht. Er hat eine kräftige Figur mit Bauchansatz. Der Junge ist etwa 1,10 Meter groß und eher von zarter Statur. Auch er hat dunkle lockige Haare. Kawa ist Autist und fällt durch sein unruhiges Verhalten schnell auf, sagte Kok. Der Junge kann nicht sprechen, sondern gibt Laute von sich. Lalesh ist etwa 80 Zentimeter groß und hat dunkle wuschelige Locken, die zum Zopf gebunden sind.Die Mordkommission möchte wissen, wer Angaben zum sozialen Umfeld der Familie, zu Bekannten und Verwandten machen kann. Melden sollen sich auch Zeugen, die Vater und Kinder nach dem 13. März noch gesehen haben.

Hoffnung setzt die Kripo darauf, dass sich ein Taxifahrer an die kleine Gruppe mit einem unruhigen Jungen erinnern kann. Mohammed selbst hat weder Führerschein noch Auto. Speziell fragt die Mordkommission, ob jemand am 15. März zwischen 5.15 und 5.30 Uhr eine Fahrt von der Lobsienstraße 16 in der Neustadt übernommen hat. Der vermisste Junge ist auf das teure Nahrungsergänzungsmittel Nutrinidrink MF neutral angewiesen. Hier hofft die Kripo auf Hinweise aus Apotheken. Zu erreichen ist die Polizei unter 0421/362-3888.

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