Bremen investiert in 67 neue Straßenbahnen / Finanzierung bis zum Jahr 2053

Die Schulden fahren mit

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Blick in die Werkstatt der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) in der Neustadt. Zu oft müssen Züge repariert werden. Bahnen des älteren (schmaleren) Typs machen der BSAG große Sorgen, weil sie verschlissen sind. Inzwischen kommt es zu Ausfällen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Bahn frei... für neue Straßenbahnen. Der Senat hat gestern die Finanzierung 67 neuer Straßenbahnen sowie die Generalüberholung zehn weiterer Bahnen beschlossen. Wie berichtet, hatte die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) jüngst Alarm geschlagen: Wegen des maroden, verschlissenen Fuhrparks kommt es zu Einschnitten im Fahrplan.

67 neue Bahnen, zehn Sanierungsfälle – der Senatsbeschluss von gestern entspricht der Verabredung im rot-grünen Koalitionsvertrag. Allerdings fahren in jeder neuen Bahn die Schulden mit. Und das weit in die Zukunft hinein.

Die 67 neuen Bahnen kosten netto 210 Millionen Euro, sagte Finanzsenatorin Karoline Linnert (Grüne) gestern. Gemeinsam mit Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) und BSAG-Vorstand Hajo Müller stellte sie die Beschlüsse gestern vor – ganz schön größer Bahnhof für den öffentlichen Nahverkehr. Aber es geht auch um ganz schön viel Geld. Die Gesamtinvestition erstreckt sich mit 18 Millionen Euro jährlich bis zum Jahr 2053.

Zahlen, bei denen einem schwindlig werden kann: „Die prognostizierten Gesamtkosten belaufen sich auf insgesamt 602,3 Millionen Euro“, hieß es gestern im Rathaus. Und weiter: „Darin enthalten sind neben den Beschaffungs- und Sanierungskosten sowie Zinsen zusätzlich auch Mittel für notwendige Infrastrukturmaßnahmen in den Betriebshöfen Neustadt, Sebaldsbrück, Gröpelingen und Neue Vahr – sowie bereits die Instandhaltungskosten der insgesamt 77 Fahrzeuge über einen Zeitraum bis maximal zum Jahr 2053.“ Puh!

Bremen – so die Planungen – trägt von diesen Kosten insgesamt 401,5 Millionen Euro, da die BSAG ein Drittel des Summe aus eigenen Mitteln erwirtschaften soll. Notwendig sei die Hochrechnung der Gesamtkosten über einen so langen Zeitraum, weil die Finanzierung über einen vorzeitigen „Öffentlichen Dienstleistungsvertrag“ zwischen Bremen und der BSAG geregelt werden soll, hieß es. In den Eckwerten dafür wird von einer durchschnittlichen zusätzlichen Ergebnisbelastung der BSAG in Höhe von 18 Millionen Euro pro Jahr bis 2053 ausgegangen – wovon Bremen zwölf Millionen Euro trägt.

Sieling sprach von einem „sorgfältigen“ Entscheidungsprozess – „weil es um so viel Geld geht“. Lohse bezeichnete die Straßenbahn als „Rückgrat des ÖPNV“ in Bremen: „Es ist Zeit, zu handeln.“ BSAG-Vorstand Müller will den Beitrag der Straßenbahner über „Prozessoptimierungen“ (auch in der Verwaltung), „Netzoptimierungen“ und „Taktanpassungen“ erwirtschaften. Vornehm ausgedrückt. Denkbar ist also, dass in Zukunft auf der einen oder anderen Linie ein Bus weniger fährt, um das Geld für die Finanzierung der Straßenbahnen einzusparen.

Ausgeschrieben wird der Auftrag für die neuen Bahnen Anfang kommenden Jahres. Mit der Lieferung erster Prototypen rechnet Müller „vielleicht Mitte 2018“. Mit der Lieferung der weiteren Bahnen soll dann ab 2019 begonnen werden.

Bei der Generalüberholung der zehn Straßenbahnen (in Sebaldsbrück) kommt jeweils ein Fahrzeug zur Zeit an die Reihe. Die Überholungs-Aktion soll sich über einen Zeitraum von insgesamt fünf Jahren erstrecken, hieß es.

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