160 000 Bienen leben jetzt auf dem Dach des Hotels Munte am Stadtwald

Honig aus der Höhe

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Imker Michael Bauer mit seinen Bienen auf dem Dach des Hotels Munte. Vier Völker stehen hier – in vier „Beuten“. So werden die Behausungen der Bienen genannt. Imker Bauer verwendet Beuten, die aus Holz angefertigt wurden.

Bremen - Von Thomas Kuzaj„Ruhig bleiben“, sagt Michael Bauer. Ruhe ist besonders wichtig hier oben – auf dem Dach des Hotels Munte am Stadtwald. Blauer Sommerhimmel, Blick auf die Parkallee, Bäume in saftigem Grün. Und 160 000 Bienen. Michael Bauer ist ruhig – schon von Berufs wegen. Er ist Imker.

Die 160 000 Bienen – eingeteilt in vier Völker – leben seit gestern nicht im, sondern auf dem Hotel. Zwei weitere Völker mit insgesamt 80 000 Bienen stehen nicht weit entfernt auf dem Dach des „7Things my basic hotel“ an der Universitätsallee, das wie die Munte den Hoteliers Detlef und Jan Pauls gehört. Der Bienen-Check-in begann um 8.30 Uhr. Michael Bauer, Imker der Altländer Honigmanufaktur, hat in Hamburg gute Erfahrungen mit Bienenvölkern auf Hoteldächern gemacht. In Bremen gab es so etwas bisher noch nicht.

Dabei ist der Standort „Hoteldach“ so sicher. Sagt Imker Bauer: „Kein Vandalismus, kein Diebstahl.“ Und: „Ich muss mich breit aufstellen, um sichere Standorte zu haben.“ Alle sieben bis neun Tage wird er nun nach Bremen kommen, um seine Bienenvölker zu besuchen.

Einiges verspricht er sich zudem von der bremischen Umgebung. „Viele Trachtpflanzen! Jetzt blühen die Akazien, es gibt Weißklee – und bald auch schon viele Brombeeren.“ Im Alten Land sei ja nach der Obstblüte sozusagen alles vorbei. Ganz anders Bremen mit Bürgerpark, Stadtwald und Kleingartengebieten: „Bienen brauchen Massentracht. Ein Lindenbaum ernährt ein ganze Volk. Eine Akazie ist noch ergiebiger.“

Die Linden werden sich demnächst auch auf das Hotelfrühstück auswirken. Bauer: „Hier stehen viele Linden in der Nachbarschaft.“ Und: „Linden sind dominant im Geschmack.“ Schnell reifte der Plan, dass die Hotelbienen Lindenhonig für die Munte produzieren werden. „Mitte, Ende August“ könnte es so weit sein, schätzt Bauer. „Bei schlechterem Wetter dauert es etwas länger.“

Nach dem Schleudern rührt Bauer den Honig in einer aufwendigen Prozedur, bis er – der Honig, versteht sich – „feincremig“ ist. Eigenes Glas, eigenes Etikett – fertig.

Bauer hofft nun auf einen „heißen Juli“, und Hotelier Detlef Pauls hofft mit ihm. Die beiden kamen einst bei den weithin be- und gerühmten „Olivenöl-Abholtagen“ in Wilstedt miteinander ins Gespräch. Daraus entwickelten sich gemeinsame Projekte. Und nun gibt es eben bald hoteleigenen Honig.

Die Gäste, so heißt es, müssen sich keine Sorgen machen, dass die Bienen ihnen zu nah kommen könnten. Die Fenster haben Insektengitter, sagt Pauls. Angesichts der vielen Köstlichkeiten, die die Landschaft rund ums Hotel zu bieten hat, wollen die Bienen auch gar nicht ins Hotel, sagt Imker Bauer. „Für Kuchen interessieren die sich überhaupt nicht.“ Sie sind ja schließlich keine Wespen.

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