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Bremen-Hemelingen: Bier und Kaffee aus der Manufaktur

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Von: Thomas Kuzaj

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Blick in das Innere der Wilkens-Hallen. Hier soll es in Zukunft Bier, Kaffee und Veranstaltungen geben.
Blick in das Innere der Wilkens-Hallen. Hier soll es in Zukunft Bier, Kaffee und Veranstaltungen geben. © Kuzaj

Bremen – Weiter geht‘s auf dem Areal der Silbermanufaktur Wilkens & Söhne in Bremen-Hemelingen: Die Wirtschaftsförderung (WFB) hat das insgesamt 1,4 Hektar große Gelände im Auftrag der Stadt an die Grundstücksgesellschaft „An der Silberpräge GbR“ verkauft. Damit ist der Weg frei für die geplante Ansiedlung von Union-Brauerei und Union-Kaffeerösterei.

Es ist ein für die Stadtentwicklung bedeutsames Projekt in Hemelingen, das der Investor Lüder Kastens im März vergangenen Jahres öffentlich präsentiert hatte. Herbst 2022, das war der ursprünglich genannte mögliche Fertigstellungstermin – falls alles gut laufen sollte. Es lief dann doch nicht alles ganz glatt. Das Thema Altlasten rückte in den Fokus. Ein unkalkulierbares Risiko? Eine Übernahme der Altlasten-Sanierungskosten für das Grundstück durch die Stadtgemeinde rettete das Projekt schließlich. Die Stadt macht das unter anderem „über das Sondervermögen Gewerbeflächen“, wie Wirtschafts- und Bauressort gemeinsam mitteilen. Im Bedarfsfall würden die „auf maximal 1,7 Millionen Euro geschätzten Kosten“ jeweils zur Hälfte vom Sondervermögen und vom Bauressort übernommen.

„Ohne diese Lösung hätte an dieser städtebaulich bedeutsamen Stelle über Jahre oder vielleicht sogar Jahrzehnte Still- und Leerstand geherrscht und jede weitere Entwicklungsoption behindert. Nun können wir einen großen Schritt nach vorn gehen“, erklärte Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke). Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne): „Mit der Entwicklung des Könecke-/Coca-Cola-Areals und der Silbermanufaktur kann Hemelingen von drei wichtigen städtebaulichen Projektentwicklungen nachhaltig profitieren.“

Union-Brauerei plant Restaurant, Veranstaltungsräume und Biergarten

Die „An der Silberpräge“ hat die Immobilie für 4,6 Millionen Euro von Bremen erworben. „Die Summe entspricht dem Kaufpreis, den Bremen über das Sondervermögen gezahlt hat“, hieß es. Die Silberwarenmanufaktur Wilkens & Söhne selbst nutzt nur noch einen Teil der Immobilie, sie braucht als Mieterin deutlich weniger Platz als früher.

In der ortsbildprägenden historischen Wilkens-Manufaktur in Hemelingen entsteht nun eine Brauerei.
In der ortsbildprägenden historischen Wilkens-Manufaktur in Hemelingen entsteht nun eine Brauerei. © Kuzaj

Das schafft den Raum für die neuen Nutzungen – zum Beispiel eben für den zweiten Standort der Union-Brauerei. Sie kommt mit einem Konzept wie an der Theodorstraße in Bremen-Walle, sprich: mit allem, was dazugehört. Im Bereich von Hemelinger Bahnhofstraße und Godehardstraße sind (so die Grundidee) Restaurant, Veranstaltungsräume und ein Biergarten geplant. Hinzu kommt auch ein neuer, erweiterter Standort der Union-Kaffeerösterei. Kulturveranstaltungen und Manufakturbesichtigungen sind ebenfalls denkbar. Etwa 55 neue Arbeitsplätze sollen in Hemelingen entstehen. „Zudem wird es Raum für Bildungseinrichtungen und soziale Projekte geben“, hieß es weiter. Zur Gesellschaft „An der Silberpräge“ haben sich die Betreiber der Union-Brauerei und der Union-Rösterei mit weiteren Partnern zusammengeschlossen.

„Damit schaffen wir einen Ort, der sich für die Öffentlichkeit öffnet, die Möglichkeit für Begegnungen bietet und gleichzeitig Raum für traditionsreiche Handwerkskunst aus Bremen erhält“, erläutert Investor Lüder Kastens, Betreiber und Eigentümer der Union-Brauerei. „Wir freuen uns sehr auf dieses Projekt, bei dem wir unser Wissen in der Entwicklung historisch wertvoller Bausubstanz einbringen können.“ Die Arbeiten in Hemelingen sollen nun „ab März“ beginnen, sagte Kastens auf Nachfrage. Eröffnung? „Ich denke, nicht vor Sommer 2023.“ Und: „Gastro nur, wenn keine Pandemie herrscht.“

Der Goldschmied Martin Heinrich Wilkens (1782 bis 1869) hatte 1810 eine Werkstatt in der Bremer Altstadt eröffnet. Im Zuge der Industrialisierung zog das Unternehmen 1859 nach Hemelingen, das damals noch zum Königreich Hannover gehörte. 1854 war Hannover dem Deutschen Zollverein beigetreten. 1866 wurde Hemelingen preußisch.

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