Auch Bremer Grundschule nominiert

Schulen hoffen auf den Deutschen Schulpreis

Osnabrück/Bremen - Der Deutsche Schulpreis soll gute Arbeit an Schulen ins rechte Licht rücken. In Niedersachsen und Bremen dürfen sich vier Schulen Hoffnungen auf den Preis machen.

Vier Schulen aus Niedersachsen und Bremen fiebern dem Deutschen Schulpreis entgegen, der am Mittwoch in Berlin verliehen wird. Schon die Nominierung empfinden sie als Auszeichnung. Insgesamt werden sechs Schulen ausgezeichnet: Der Hauptpreis ist mit 100 000 Euro dotiert, vier weitere Preise mit je 25 000 Euro. Außerdem gibt es noch einen „Preis der Jury“ in Höhe von ebenfalls 25 000 Euro. Alle anderen Nominierten erhalten einen Anerkennungspreis von jeweils 2000 Euro. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird die Auszeichnung an die beste Schule Deutschlands überreichen. Die Robert-Bosch-Stiftung vergibt den Deutschen Schulpreis seit 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung. Jede Schule schickt ein Team von zehn Lehrern, Schülern und zum Teil auch Eltern zur Preisverleihung nach Berlin. Für die Daheimgebliebenen gibt es ein Public Viewing der Veranstaltung.

Grundschule am Buntentorsteinweg, Bremen: Die Grundschule in Bremen hat 250 Schüler. „Wir setzen Inklusion um, indem wir jedem Kind den passenden Lernweg zu geben versuchen“, sagt Schulleiterin Meike Baasen. Jedes Kind solle seine individuellen Fähigkeiten und Möglichkeiten auch umsetzen können. „Es geht nicht um Förderung, sondern um die Anerkennung, dass jedes Kind eine eigene Entwicklung hat und dass jedes Kind entsprechend seiner Entwicklung lernen muss.“ „Wir wissen genau, wo das Kind steht und wo es als nächstes steht“, sagt Baasen. Selbstständiges Lernen und Lernzielorientierung würden an ihrer Grundschule groß geschrieben.

Berufsbildendende Schulen, Osterholz-Scharmbeck: Seine Schule setze schon seit mindestens 15 Jahren auf eine intensive Schulentwicklung, sagt Schulleiter Wilhelm Windmann. „Wir haben ganz besonders stark davon profitiert, dass wir an einem Schulversuch Regionale Kompetenzzentren hier in Niedersachsen teilgenommen haben.“ Das habe die Schule mit 2200 Schülern sehr viel weitergebracht, sowohl, was die interne Struktur als auch die Bildungsangebote angehe. Wenn die Schule nicht einen der Hauptpreise erhalten sollte, sei man nicht enttäuscht. Schon jetzt habe der Schulpreis einen Riesenspaß gemacht, die Schule sei bekannter geworden. In der Region sei man stolz auf die Schule. „Das tut gut“, sagt Windmann.

Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium, Osnabrück: Für Schulleiter Hartmut Bruns ist die Nominierung ein positives Zeichen für Gymnasien. „Wir sind eines von drei Gymnasien insgesamt und das einzige Gymnasium aus Niedersachsen“, sagt der Leiter der gut 800 Schüler zählenden Schule. Seine Schule zeige, dass das Gymnasium nicht stehengeblieben sei. „Unsere Schülerschaft hat sich entwickelt, und wir gehen darauf ein.“ Die Schule lebe Integration, sagt Bruns. Schüler aus 53 Nationen würden auf seinem Gymnasium unterrichtet. Zu Beginn des Schuljahres habe er fünf Schüler aus Syrien, Kasachstan und Russland aufgenommen, die noch kein Deutsch konnten und die besonderen Sprachunterricht erhalten. „Wir versuchen, das irgendwie hinzukriegen. Und wenn sich die Schüler wohlfühlen, dann arbeite ich gerne.“ Seit Jahren nehme die Schule in der Jahrgangsstufe 10 Realschüler aus der Region auf. Die Nachfrage sei riesig, die Erfolge gut.

Integrierte Gesamtschule Schaumburg: Die Gesamtschule in Stadthagen mit 980 Schülern setze auf eine besondere Form des Miteinanders, erzählt Schulleiterin Astrid Budwach. „Dass die Schüler sich wohlfühlen, ist eine ganz wichtige Grundlage, dass wir einen guten Job leisten.“ Ihre Schule sei Vorreiterin bei der Inklusion, sagt Budwach. Schüler mit besonderem Förderbedarf sollen nicht stigmatisiert werden. Nach den Sommerferien arbeiten in den ersten drei Jahrgängen in allen Klassen Förder- und Regelschullehrer in Doppelbesetzung. Sie bereiteten den Unterricht gemeinsam vor und nach, und wechseln auch die Rollen. „Es steht also auch der Förderschulkollege vorne, gibt den Hauptlehrer und gestaltet den Unterricht für alle sichtbar.“ Das Feedback von der Kommission sei gewesen, dass es der Schule gelinge, eine Beziehung zu stiften zwischen den Schülern und den Lehrern und das Bildungsgerechtigkeit verwirklicht werde, sagt Budwach.
dpa

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