Neues Gutachten

„Große Chancen für die Innenstadt durch Straßenbahn-Verlegung“

Eine Straßenbahn fährt durch die Obernstraße. Geht es nach dem Aktionsbündnis Innenstadt, ist die Trasse ein Auslaufmodell. Die Straßenbahnlinien 2 und 3 sollen stattdessen durch die Martinistraße geführt werden.
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Eine Straßenbahn fährt durch die Obernstraße. Geht es nach dem Aktionsbündnis Innenstadt, ist die Trasse ein Auslaufmodell. Die Straßenbahnlinien 2 und 3 sollen stattdessen durch die Martinistraße geführt werden.

Die einen empfinden die Straßenbahn in der Bremer Obernstraße als störend, die anderen nicht. Seit Jahren gibt es Diskussionen um die Verlegung. Jetzt liegt ein neues Gutachten vor.

Bremen – Es ist ein neuer Anlauf für eine einschneidende Umbaulösung in der Bremer City. Das Aktionsbündnis Bremer Innenstadt, ein Zusammenschluss von Kaufleuten, Bauunternehmern, Investoren, Kammern und Gewerkschaften, setzt auf eine Verlegung der Straßenbahn von der Obernstraße in die Martinistraße. Am Montag legte das Bündnis ein neues Gutachten vor – auch als Alternative zu dem vom grünen Verkehrsressort geplanten Umbau der Domsheide mit einer Zusammenlegung der Straßenbahnhaltestellen vor dem Konzerthaus Glocke.

„Diese Umbauvariante ist keinesfalls alternativlos“, sagt Handelskammer-Hauptgeschäftsführer Dr. Matthias Fonger. Es biete sich vielmehr die Chance, ein „positives Projekt für die Innenstadtentwicklung auf den Weg zu bringen“. Die Verlegung der Straßenbahn eben.

Bremer City: Verlegung der Straßenbahn in die Martinistraße möglich

Ein vorliegendes Gutachten der Bremer Straßenbahn (BSAG) lehnt die Verlegung ab. Das Aktionsbündnis hat jetzt laut Fonger „eine zweite, unabhängige Meinung eingeholt“ und das Planungsbüro PGT Umwelt und Verkehr aus Hannover beauftragt, Varianten für die Führung der Straßenbahnlinien 2 und 3 im Innenstadtbereich zu bewerten. Eine Verlegung der beiden Straßenbahnlinien aus der Obernstraße in die Martinistraße sei möglich, ohne das ÖPNV-Angebot für die Innenstadt zu verschlechtern, sagte PGT-Geschäftsführer Heinz Mazur bei der Präsentation des Gutachtens.

Demnach ließen die vorhandenen Straßenräume und Radien sowohl eine Gleisverbindung aus der Balgebrückstraße in die Martinistraße als auch eine neue zentrale Umsteigeanlage in der Balgebrückstraße zu. Auch in der aufwendigeren Führung der Linien 2 und   3 ab Kunsthalle über die Straßenzüge Altenwall, Tiefer und Martinistraße sieht Mazur eine verfolgenswerte Alternative. Der Gutachter sieht „großes Gestaltungs- und Belebungspotenzial“ für die Innenstadt. Unter anderem sei auf der Route durch die Martinistraße eine neue Haltestelle an der Pieperstraße „ein Riesengewinn“.

Stefan Brockmann, Vorstand der Einzelhändlervereinigung City-Initiative, verweist auf die im Gutachten definierten „großen Chancen für die Entwicklung einer deutlich fußgänger- und aufenthaltsorientierten Kerninnenstadt vom Brill bis zur Domsheide“.

Innenstadt Bremen: Fußgängerzone neu inszenieren

Die Fußgängerzone in Obern- und Hutfilterstraße könnte neu inszeniert, der vom Straßenbahnverkehr befreite Marktplatz zu einem „ungestörten Ort der Begegnung“ werden. „Und die Glocke wird gestärkt und nicht an den Rand gedrängt.“ Klar ist auch: Fährt die Tram durch die Martinistraße, bleibt weniger Platz für Autos und Radfahrer, gibt es Einschränkungen für die Lieferverkehre.

Das Aktionsbündnis sieht das neue Gutachten als Vorlage für konkrete Handlungsschritte. Der rot-grün-rote Senat wird aufgefordert, im Herbst eine politische Grundsatzentscheidung zu treffen und dabei die Verlegung der Straßenbahn als zu verfolgendes Schlüsselprojekt und Planungsalternative in Erwägung zu ziehen und die bisherigen Umbaupläne für die Domsheide zu überdenken. „Das Gutachten ist ein guter Beleg, wenn man seinen Horizont erweitert“, sagte Fonger. „Neue Erkenntnisse müssen bei Entscheidungen berücksichtigt werden“, ergänzte Brockmann. „Es ist die Aufgabe der Politik, darauf zu reagieren.“

Eine seriöse Kostenschätzung für das Projekt sei noch nicht möglich, so Fonger. Das BSAG-Gutachten beziffere die Kosten nur für die Verlegung der Straßenbahntrasse auf 20 bis 25 Millionen Euro. Für den Umbau der Domsheide werde in den aktuellen Plänen aber mit 35  Millionen Euro Kosten gerechnet.

Und der Zeitrahmen? Planer Mazur hält „sechs bis acht Jahre“ für realistisch. „Manchmal geht es aber auch schneller.“

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