Feuerwehrmann bei Nachlöscharbeiten verletzt

Großbrand am Wall: Das Feuer könnten Räuber gelegt haben

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Totalschaden nach Großbrand in der Bremer Innenstadt: Vom alterwürdigen Bekleidungshaus ist nicht viel mehr übrig als die steinerne Hülle.

Bremen - Der Großbrand beim Bremer Traditions-Textilhaus „Harms am Wall“ könnte mit einem Raubüberfall zusammenhängen. Nach Angaben des Geschäftsführers haben Täter ihn am Abend überfallen, eingeschlossen und anschließend Feuer in dem Geschäft gelegt. Das bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Bremen, Frank Schmitt.

Der Geschäftsführer des Textilhauses konnte sich demnach in letzter Minute vor den Flammen retten - und Videoaufnahmen sichern.  Die Art und Weise, wie sich der Brand im Haus ausgebreitet habe, spreche laut Angaben der Feuerwehr Bremen nicht für einen technischen Defekt. Das Bremer Fachkommissariat für Kapitaldelikte hat die Ermittlungen aufgenommen.

Vom alterwürdigen Bekleidungshaus ist nicht viel mehr übrig als die steinerne Hülle. Der Schaden geht in die Millionen. Ein Großbrand hat mehrere Geschäftshäuser in der Bremer Innenstadt zerstört oder schwer beschädigt und einen Millionenschaden angerichtet. Das Feuer war am späten Mittwochabend im oberen Bereich eines viergeschossigen Gebäudes ausgebrochen. Ein Feuerwehrmann ist bei den Nachlöscharbeiten verletzt worden. Er brach teilweise im Fußboden ein und wurde zur Behandlung in ein bremisches Krankenhaus transportiert.

Als die Helfer am Brandort eintrafen, schlugen die Flammen bereits meterhoch aus dem dritten Obergeschoss und dem Dach. Innerhalb weniger Minuten habe das Feuer auf die anderen Stockwerke und zwei angrenzende Gebäude auf einer Breite von 50 Metern übergegriffen. Eine riesige Rauchwolke zog über die Stadt.

Die Feuerwehr war mit mehr als 160 Einsatzkräften und rund 45 Fahrzeugen im Einsatz. Neben der Berufsfeuerwehr eilten mehrere Freiwillige Feuerwehren zu Hilfe. Experten löschten die Flammen von Drehleitern und einem Gelenkmast aus und setzen auch Wasserwerfer ein. Es dauerte mehrere Stunden, bis der Brand unter Kontrolle war. Angrenzende Straßen wurden für den Verkehr gesperrt, zeitweise war auch der Straßenbahnverkehr beeinträchtigt.

Am Morgen nach dem Feuer löschten Brandexperten von einem Kran ähnlichen Gelenkmast aus durch das Dach noch letzte Glutnester. Die Straße lag voller Schutt. Passanten und Anwohner standen an den Absperrungen vor dem Gebäude, in dem ein traditionsreiches Bekleidungsgeschäft seit Generationen viele Bremer eingekleidet hatte. In der zum Teil rußgeschwärzten Sandsteinfassade ließen leere Fensterhöhlen jetzt einen freien Blick auf das verwüstete Innere zu. Von den Resten des Daches tropfte Löschwasser.

Brandermittler verschafften sich einen ersten Überblick, konnten am Vormittag aber noch nicht in das Gebäude. Zunächst sollte das Haus vollständig erkalten. Außerdem müsse sichergestellt werden, dass keine Einsturzgefahr besteht. Dazu werde auch ein Gutachter hinzugezogen, sagte eine Polizeisprecherin. Teile des Daches waren bei dem Feuer eingebrochen.

Hinweise auch die Ursache des Brandes gebe es noch nicht, sagte die Sprecherin. Auch zur genauen Höhe des Sachschadens lagen noch keine Informationen vor. Die Feuerwehr geht von mehreren Millionen Euro aus.

dpa

Feuer in viergeschossigem Gebäudekomplex

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