„Eine anspruchsvolle Aufgabe“

Gewoba kauft Bundeswehrhochhaus und plant 180 neue Wohnungen

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Die Gewoba hat das Bundeswehrhochhaus gekauft, um hier weitere Wohnungen zu bauen. 

Das Bundeswehrhochhaus an der Falkenstraße am Rande der Bremer Innenstadt hat eine neue Besitzerin: Die kommunale Wohnungsgesellschaft Gewoba hat das Gebäude erworben, um hier weitere bezahlbare Wohnungen zu bauen, wie es heißt. Gleich nebenan soll ein Neubau entstehen. Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart.

Bremen – Der Kaufvertrag zwischen der Gewoba und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) ist unterzeichnet, sagte eine Sprecherin der Wohnungsgesellschaft. Das Bundeswehrhochhaus wird mit der Eintragung ins Grundbuch in das Eigentum des Wohnungsunternehmens übergehen. Peter Stubbe, Vorstandsvorsitzender der Gewoba, freut sich über den Ankauf, ordnet ihn aber auch zeitlich ein: „Das ist ein erster Meilenstein. Der Umbau einer ehemaligen Bundeswehrimmobilie und die Entwicklung des Grundstücks in ein lebendiges Stadtquartier ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Umso mehr freuen wir uns, dass wir in einer Bauvoranfrage zu dem Projekt viel Zuspruch erfahren haben.“

Im zweiten Quartal des Jahres soll ein Architekturwettbewerb stattfinden. Der nächste Meilenstein werde die Präsentation der Wettbewerbsergebnisse im zweiten Halbjahr sein, so Stubbe. „Danach können wir mit der Detailplanung beginnen.“

Viele Wohnungen für junge Singles

Der Wettbewerb soll nicht nur das Hochhaus, sondern das gesamte Grundstück mit einbeziehen. Die Gewoba plant 180 Wohnungen im Hochhaus und dem Neubau. Insbesondere sollen 112 öffentlich geförderte Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnungen für jüngere Singles, wie zum Beispiel Auszubildende und Berufsanfänger, entwickelt werden. In die Erdgeschosse sollen Gewerbe und Einzelhandel einziehen, heißt es.

Die Gewoba kennt das 15-geschossige Hochhaus gut: In den Hoch-Zeiten der Zuwanderung hat sie das Gebäude von März 2015 bis Dezember 2017 für die Stadt Bremen verwaltet. Unter anderem richtete sie die unteren sechs Etagen provisorisch her, um hier Asylbewerber unterzubringen. Ende 2017 wurde die Asylunterkunft aufgelöst, das Gebäude an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zurückgegeben.

Spätestens in fünf Jahren bezugsfertig

Vertraglich hat sich die Gewoba verpflichtet, die öffentlich geförderten Wohnungen innerhalb von fünf Jahren ab Kaufvertragsschluss bezugsfertig herzustellen. „Natürlich wollen wir schneller sein. Vor allem aber wollen wir ein Ergebnis abliefern, das gut für Bremen und gut für die Bahnhofsvorstadt ist“, betont Stubbe.

Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass die Gewoba die Scharnhorst-Kaserne am Niedersachsendamm in Huckelriede für drei Millionen Euro kaufen will (wir berichteten). Der Senat hat grünes Licht für die Pläne gegeben und der Gewoba das Vorkaufsrecht der Stadt übertragen. Die Gremien des Unternehmens haben zugestimmt, die politischen Gremien folgen. Vorgesehen sind auf dem 25.000 Quadratmeter großen Areal 270 bis 300 Wohneinheiten. 30 Prozent (statt der vorgeschriebenen Quote von 25 Prozent) sollen Sozialwohnungen werden. Auf 1500 Quadratmetern wird es Platz für Baugemeinschaften geben, weitere 1500 Quadratmeter sollen bei einem Mietpreis von 8,50 Euro gedeckelt werden. Auch hier verpflichtet sich die Gesellschaft dazu, die geförderten Wohnungen innerhalb von fünf Jahren fertigzustellen.

Förderprogramm

Der Bremer Senat hat gestern das Wohnraumförderprogramm für die Finanzierung von Sozialwohnungen erneut aufgestockt. Dabei handelt es sich laut Bauressort um insgesamt 25 Millionen Euro. 80 Prozent davon fließen nach Bremen, 20 Prozent nach Bremerhaven. Die Aufstockung sei „ausgesprochen wichtig“, um auch weiter bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, sagte Bausenator Joachim Lohse (Grüne). Notwendig sei die Aufstockung, weil die Fördermittel aus den bisherigen drei Programmen nicht für alle in Planung befindlichen Projekte mit Sozialwohnungsquote reichten. Die Quote liegt bei 25 Prozent und ist durchaus umstritten.

Um die Umsetzung der Quote weiterhin abzusichern, hat der Senat die jetzt beschlossenen 25 Millionen Euro vorgesehen, sagte Joachim Lohse. Damit sollen insgesamt rund 360 Wohneinheiten gefördert werden. Seit 2012 sind drei Programme mit einem Darlehensvolumen von insgesamt 160 Millionen Euro bereitgestellt worden. Die Umsetzung der ersten beiden Programme ist laut Lohse so gut wie abgeschlossen.

Die geförderten Bauvorhaben sind den Angaben nach fertiggestellt oder befinden sich im Bau.

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