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Bremen: Geschichte, Sehenswürdigkeiten und Wissenswertes über die Hansestadt

Ein Blick auf das Alte Rathaus, den Bremer St.-Petri-Dom und die Bremische Bürgerschaft.
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Ein Blick auf das Alte Rathaus, den Bremer St.-Petri-Dom und die Bremische Bürgerschaft.

Als Ziel der Bremer Stadtmusikanten und Teil des kleinsten der Bundesländer ist die Stadt Bremen bekannt. Über die elftgrößte Stadt Deutschlands gibt es aber mehr zu erfahren und zu wissen.

Bremen – Das Dorf mit Straßenbahn. Für eine Stadt mit rund 570.000 Einwohnern eine möglicherweise irritierende Bezeichnung. Wer jedoch etwas länger in Brem[en] verweilt, versteht irgendwann von selbst, wie es eine Großstadt schafft, den Charme eines kleinen Dorfes zu vermitteln. Darüber hinaus gibt es über die Hansestadt, deren letzten beiden Buchstaben meist stumm sind, einiges zu wissen.

Bundesland:Bremen
Fläche:325,56 km2
Einwohner:567.559 (31. Dez. 2019)
Stadtgliederung:5 Stadtbezirke
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte (SPD)

Bremen ist nicht nur als Ziel der Bremer Stadtmusikanten bekannt, die im Übrigen nie in der Stadt ankamen. Die Stadt, die sich links und rechts der Weser ausgebreitet hat, ist ebenfalls für ihren Status als Hansestadt bekannt. Während die Flagge Bremens aufgrund ihrer Farben gerne als „Speckflagge“ bezeichnet wird, sind für viele Bremer die alternativen Farben der Stadt grün und weiß. Denn auch wenn die Zeile „denn der neue Deutsche Meister kommt wieder mal vom Weserstrand“ stark veraltet ist, gilt der Titel des Liedes aus dem Jahr 2004, „Lebenslang Grün-Weiß“, für die Werder Bremen Fans weiterhin.

Die Geschichte Bremens – über die Stadtmauer hinaus zur elftgrößten Stadt in Deutschland

Seit zwischen dem ersten und achten Jahrhundert n. Chr. die ersten Siedlungen an der Weser entstanden sind, hat sich links und rechts des Gewässers nicht nur an der Bevölkerungszahl einiges getan. Bremen ist mittlerweile die elfgrößte Stadt Deutschlands und längst über die ursprüngliche Stadtmauer hinausgewachsen. 

Der Roland und das Bremer Rathaus sind seit 2004 - rund 600 Jahre nach ihrer Erbauung - Teil des von der UNESCO erklärten Weltkulturerbes.

Ein entscheidender Punkt in der Geschichte Bremens war der Beitritt in den Hansebund im Jahr 1260. Durch den Freihandel nahm die Bedeutung der Stadt auch wirtschaftlich zu. Schließlich konnte sich die Hansestadt Bremen auch teilweise aus der kirchlichen Herrschaft durch das Bistum Bremen befreien. Als Zeichen der weltlichen Freiheit entstanden der Roland im Jahr 1404 sowie das Rathaus im Jahr 1409 auf dem Bremer Marktplatz. Rund 600 Jahre später werden beide von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt.

Die Entstehung der Neustadt auf der linken Weserseite und ihre Befestigung waren eine Schutzmaßnahme für den Weserhafen, der zwischen 1574 und 1590 angelegt wurde. Infolge der zunehmenden Versandung der Weser, wurde es zum einen immer schwieriger für Schiffe an der Schlachte anzulegen und zum anderen entstand daher bis 1623 in Vegesack der erste künstliche Hafen Deutschlands durch niederländische Konstrukteure.

Seit November 2017 trägt der Bremen Airport den offiziellen Namen Bremen Airport Hans Koschnick.

Bremen war zudem im 19. Jahrhundert an der Entwicklung des deutschen Handels mit Übersee beteiligt und die Einwohnerzahl der Stadt überschritt im Jahr 1875 erstmal die Grenze von 100.000 Menschen. 35 Jahre später waren es bereits 250.000.

Im selben Jahr wurden zudem drei Schuppen gebaut, die der Beginn des heutigen Bremen Airport Hans Koschnick sein sollten. 1913 erhielt Bremen die Genehmigung für einen Flugstützpunkt auf dem Neuenlander Feld, ab 1920 fanden die ersten Linienflüge statt. Im Oktober des Jahres 2010 hatte der Flughafen mit 283.336 Passagieren den stärksten Monat seines Bestehens.

Nachdem der Flughafen 2016 von City Airport Bremen zu Bremen Airport umbenannt wurde, trägt er seit dem 29. November 2017 zudem einen Zusatz. Seit diesem Tag ist der Bremen Airport Hans Koschnick nach dem ehemaligen Senatspräsidenten und Bremer Bürgermeister Hans Koschnick benannt, der 2016 verstorben ist.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden in Bremen 62 Prozent der Stadt durch mehr als 170 Luftangriffe zerstört. Rund 4000 Menschen kamen bei diesen ums Leben. Die nationalsozialistische Herrschaft in Bremen wurde durch den Einmarsch britischer Truppen am 26. April 1945 beendet.

Bevor das Denkmal zum 125. Geburtstag von Wilhelm Kaisen am 22. Mai 2012 aufgestellt wurde, war der Entwurf in der Bremer Bürgerschaft zu sehen. Es zeigt den ersten demokratisch gewählten Nachkriegsbürgermeister von Bremen zwischen der zerstörten und der wieder aufgebauten Stadt.

Ab 1945 war Wilhelm Kaisen für 20 Jahre der Präsident des Senats, die Bremer haben sich im Jahr 1947 die Verfassung der Freien Hansestadt Bremen und Bremen wurde 1949 ein Land der Bundesrepublik Deutschlands. Seit 2009 trägt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel „Ort der Vielfalt“, eine Initiative verschiedener Bundesministerien mit dem Ziel, Gemeinden, Städte und Kreise in ihrem Engagement für kulturelle Vielfalt zu stärken. Mit einer Einwohnerzahl von rund 567.000 Menschen (Stand Dezember 2019) ist Bremen mittlerweile die elftgrößte Stadt Deutschlands.

Bremen: Linkspartei in erstem westdeutschen Bundesland an der Regierung beteiligt

Für die Bremische Landesregierung werden im Abstand von vier Jahren Abgeordnete für die Stadt Bremen und für die Stadt Bremerhaven gewählt. Die 69 gewählten Abgeordneten Bremens bilden gleichzeitig die Stadtbürgerschaft. Präsident der Bürgerschaft ist Frank Imhoff (CDU). Präsident des neunköpfigen Bremer Senats und Bürgermeister ist seit dem 15. August 2019 Andreas Bovenschulte (SPD), seine Stellvertreterin ist Umweltsenatorin Maike Schaefer. 

Mit der jüngsten Wahl löste Andreas Bovenschulte seinen Vorgänger Carsten Sieling als Bremens regierender Bürgermeister ab.

Mit der jüngsten Wahl liegt die Regierung Bremens in rot-grün-roter Hand. Erstmals in der Geschichte Bremens seit dem Zweiten Weltkrieg war es nicht die SPD, die als stärkste Partei aus der Wahl hervorging, sondern die CDU. Durch einen Koalitionsvertrag zwischen SPD, Grüne und Linke war es der SPD jedoch möglich, weiterhin den Bürgermeister zu stellen. Der bisherige Amtsinhaber Carsten Sieling (SPD) kündigte seinen Rücktritt an und wurde vom amtierenden Bürgermeister, Andreas Bovenschulte (SPD), abgelöst. Bremen ist damit das erste westdeutsche Bundesland, in dem die Linkspartei an der Regierung beteiligt ist.

Sehenswürdigkeiten der Hansestadt: Das Ende der Märchenstraße und märchenhafte Straßen

Neben Roland und Rathaus hat Bremen noch viele weitere Sehenswürdigkeiten zu bieten. Einer der ersten Anlaufpunkte für Touristen sind die an der Westmauer des Rathauses stehenden Bremer Stadmusikanten. Die 1953 von Gerhard Marcks geschaffene Skulptur ist zwei Meter hoch und es soll Glück bringen, die Beine des Esels zu umfassen. Die Figur mit den blanken Eselsbeinen markiert übrigens das Ende der Deutschen Märchenstraße, die in der hessischen Brüder-Grimm-Stadt Hanau beginnt.

Im Ratskeller des Rathauses gibt es Wein serviert und zu kaufen. Unter anderem lagert dort der älteste Fasswein Deutschlands. Außerdem bietet der 1405 erbaute Ratskeller viele interessante Geschichten. Rund um den Marktplatz befinden sich nicht nur der St.Petri Dom und die Liebfrauenkirche, sondern auch der Schütting und die Bremische Bürgerschaft. Vom Marktplatz aus gelangt man auch direkt in die Böttcherstraße, die aufgrund ihrer Architektur aus den 1920er- und Anfang der 1930er-Jahre zu den Kulturdenkmalen in Bremen gehört.

Nirgendwo ist jedoch ein Blick in die Geschichte so gut möglich wie im Schnoorviertel. Die ältesten Bauwerke stammen aus dem frühen 15. Jahrhundert. Der Name stammt vom Schiffshandwerk. Straßenbezeichnungen standen oftmals in Zusammenhang mit Berufen und in einem Bereich wurden Taue und Seile hergestellt. Das niederdeutsche Wort Schnoor steht für Schnur. Zu bestimmten Uhrzeiten geben sich die verschiedenen Führungen in den Gassen des Schnoorviertels die Klinke in die Hand und je nach thematischer Ausrichtung gibt es auch für den Bremer immer noch etwas Neues zu erfahren.

In Bremen gibt es mehr als 1600 Kulturdenkmäler. Sie reichen von Gebäuden über Parks, Tore, aber auch Brunnen oder Standbilder in den verschiedenen Stadtteilen. Schnoorviertel und der Bereich um den Marktplatz sind nur ein Teil der sehenswürdigen Bauten und Orte in Bremen.

Bremens Kultur: Wo die Musik und das Theater spielt

Neben Sehenswürdigkeiten hat Bremen aber auch im Bereich der Theater und Museen kulturell einiges zu bieten. Das Theater Bremen ist ein städtisches Theater mit vier Spielstätten. Die größte davon ist das Theater am Goetheplatz, welches auch die Hauptspielstätte ist. Das Theater am Leibnizplatz in der Neustadt hingegen ist die Hauptspielstätte der Bremer Shakespeare Company. Das Schnürschuh Theater am Buntentorsteinweg ist ein Freies Theater, das durch Kinder- und Jugendtheater bekannt geworden ist. In Bremen findet sich eine vielfältige Theaterszene und verschiedene Spielstätten. Einmal im Jahr findet zudem das Straßentheaterfestival La Strada statt.

Das Theater am Goetheplatz ist die größte- und Hauptspielstätte des Theater Bremen.

Neben den Theatern ist Die Glocke der Hauptveranstaltungsort, wenn es um die Aufführung klassischer Musik geht. Das Musical Theater Bremen bringt nicht mehr nur Musicals auf die Bühne. Die Namensänderung durch den neuen Betreiber 2018 zu Metropol Theater hat sich im Alltag und bei den Bremern größtenteils noch nicht durchgesetzt (oder auf Schildern in der Stadt). Für größere Konzerte oder andere Veranstaltungen gibt es schließlich noch die ÖVB-Arena oder das Pier 2.

Ischa Freimaak! – Vergnügen mit Tradition auf der Bürgerweide, dem Marktplatz und dazwischen

Zur Bremer Kultur gehören aber nicht nur die Theater und Straßenfestivals. Als eines der ältesten Volksfeste Deutschlands gilt der Bremer Freimarkt, der einmal im Jahr auf der Bürgerweide stattfindet. Das Spektakel gibt es bereits seit dem Jahr 1035, und auch wenn es zu dieser Zeit vermutlich weniger waren, kommen heute jährlich mehr als vier Millionen Menschen in die Hansestadt, wenn es Zeit wird für Bremens „fünfte Jahreszeit“ und den Ausruf „Ischa Freimaak!“.

Ein eindeutiger Hinweis auf den Bremer Freimarkt sind die Bremer Stadtmusikanten als Grün-Anzeige vieler Ampeln.

Zur Eröffnung des Festes wird dem Bremer Roland von Vertretern der Schornsteinfegerinnung ein Lebkuchenherz aus Pappe umgehangen. Eröffnet wird der Freimarkt somit offiziell nicht auf der Bürgerweide, sondern auf dem Bremer Marktplatz, wo auch der Kleine Freimarkt aufgebaut ist. Eine Mini-Variante des Marktes mit kleinen Fahrgeschäften und einigen Gastronomie-Angeboten. Der Kleine Freimarkt ist eher nostalgisch im Vergleich zur riesigen, bunten und eher lauten Veranstaltung am Bahnhof. Dort findet schließlich im Bayernzelt der traditionelle Fassanstich durch den Innensenator statt. Ein weiteres Highlight des Eröffnungstages ist das Höhenfeuerwerk am Abend.

2017 konnte der Freimarktsumzug seinen 50. Jahrestag feiern. An dem etwa drei Kilometer langem Aufzug sind rund 4000 Akteure und 148 Festgruppen beteiligt. Der Umzug gilt als der Höhepunkt des Volksfestes „Bremer Freimarkt“.

Der Freimarkt wäre zudem nicht derselbe, wenn es nicht jedes Jahr, am zweiten Samstag der Veranstaltungszeit, den Freimarktsumzug gäbe. Reichlich verzierte Themenwagen und Menschen in aufwendigen Kostümen ziehen von der Neustadt durch die Innenstadt. Entlang der Strecke stehen tausende Zuschauer, die sich über Musik, die Dekorationen und das ein oder andere geworfene Bonbon freuen können. Zum Abschluss wird der schönste Wagen gekürt und die Auszeichnung im Bayernzelt überreicht.

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