Gedenkstätte im Bunker Valentin nimmt Gestalt an

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Handwerker arbeiten in Bremen am Eingangsbereich der geplanten Gedenkstätte im Bunker Valentin.

Bremen - Der Bunker Valentin steht für den Größenwahnsinn der Nazis und das Leid tausender Zwangsarbeiter. An ihr Schicksal soll eine Gedenkstätte erinnern. Dort sollen auch Überlebende zu Wort kommen.

Um den Krieg noch zu wenden, ließen die Nazis eine gigantische U-Boot-Werft in Bremen bauen. Tausende Zwangsarbeiter aus ganz Europa ließen dabei ihr Leben. Jetzt wird aus dem Koloss an der Weser eine Gedenkstätte. Auf einem Rundweg und in einer Ausstellung sollen Besucher sich über die Entstehung des Bunkers und die katastrophalen Zustände auf der Baustelle informieren können. Die feierliche Eröffnung ist für den 8. November geplant.

„Der Bunker hat etwas Monumentales. Die große Aufgabe ist es, ihn zu entmystifizieren“, meint der Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, Thomas Köcher. Welches Leid die vielen Zwangsarbeiter, KZ-Häftlinge und Kriegsgefangenen beim Bau von Europas zweitgrößten überirdischen Bunker widerfahren ist, lässt sich heute nur noch erahnen. Etwa 40 Zeitzeugen und Überlebende haben die Mitarbeiter von der Landeszentrale deshalb befragt. Auf Infotafeln entlang des Rundwegs und auf einem Multimedia-Guide kommen sie zu Wort.

1943 begannen die Nazis mit dem Bau des Bunkers. „Es war ein absolutes Wahnsinnsprojekt, die größte Baustelle zu der damaligen Zeit“, erläutert Köcher. „Alle Ressourcen wurden dafür abgezogen.“ Alle zwei Tage sollte ein U-Boot die Werft vom Typ XXI - der vermeintlichen Wunderwaffe der Nazis - verlassen. 1945 zerstörten jedoch britische Bomben Teile des Bunkers. Die Nazis mussten die Baustelle aufgeben. Im Bremer Norden entstand damals eine riesige Rüstungslandschaft mit Tanklagern und Unterkünften für die Zwangsarbeiter.

Eine Projektion im Inneren des Bunkers wird die Ausmaße verdeutlichen. Auf dem Gelände sind heute davon nur noch Spuren erhalten. Diese werden auf dem 1,5 Kilometer langen Rundweg an 22 Stationen wieder sichtbar. So können Besucher unter anderem durch die frühere Betonmischanlage, die zur Hälfte freigelegt ist, wandern und einen Blick ins Tauchbecken werfen. Fast vier Millionen Euro zahlen Land und Bund für den Aufbau der Gedenkstätte, der 2011 beschlossen wurde.

Eine Herausforderung war vor allem die Sicherheit auf dem Gelände, denn die Bomben haben große Teile des Bunkers zerstört. Durch eine Art Tunnel im Inneren können Besucher dennoch einen Einblick in die Ruine bekommen, wo die Einschläge der Bomben und die geplante Produktionsstraße deutlich zu erkennen sind.
dpa

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