Tanzfilme und Streicheleinheiten

Freiwilligenbörse „Aktivoli“ bringt Ehrenamtliche und Verbände zusammen

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Andreas Kalkosky (l.) und Malte Degener am Malteser-Stand auf der „Aktivoli“ im Bremer Rathaus. 

Bremen - Von Martin Kowalewski. „Die meisten freiwilligen Helfer wissen zunächst, was sie nicht wollen. Das ist auch immer sehr individuell. Dann kommt aber dahinter, was die Interessenten wollen“, sagt Regine Weiß, Beraterin bei der Freiwilligenagentur Bremen. Sie ist am Sonntag im Rathaus im Dauereinsatz – bei der Freiwilligenbörse „Aktivoli“, zu der am Ende mehr als 2 300 Besucher kommen.

Weiß kennt alle Angebote der 69 Vereine und Institutionen, die sich auf der Messe präsentieren. „Einige Sachen sind schon speziell, etwa die freiwillige Mitarbeit beim Focke-Windkanal. Da muss man sich schon für Technik interessieren. Meistens machen das Männer“, sagt Weiß.

In diesem Jahr besonders breit aufgestellt ist der Kulturbereich. Zum ersten Mal auf der „Aktivoli“ ist das 1989 gegründete Deutsche Tanzfilminstitut. „Wir dokumentieren Tanz in Theatern und verfolgen die Tanzgeschichte“, sagt Gründerin Heide Marie Härtel. „Wir sind das größte derartige Institut in Europa, wenn nicht sogar weltweit.“ Sie hat 5 500 Stunden Film auf einer Festplatte dabei, insgesamt hat das Institut 35.000 Stunden Film.

Wer helfen will, muss nicht zwingend filmen können. „Wir brauchen auch Leute, die die Aufnahmen durchsehen, die Länge notieren und eventuelle Pausen. Oft ist auch Recherche im Internet gefragt“, sagt Härtel.

Katzen streicheln als Freiwilligenarbeit

Eine interessante Adresse für hilfsbereite Tierfreunde ist der Katzenschutzbund Bremen. Der Verein sorgt dafür, dass freilaufende Katzen kastriert und im zentralen Tierregister aufgenommen werden – und zudem einen Mikrochip in den Hals implantiert bekommen, der sie identifizierbar macht.

Auf einer Tierstation in Osterholz-Tenever werden momentan etwa 20 (zum Teil kranke) Katzen betreut. „Man kann die Patenschaft für ein Tier übernehmen. Die Leute kommen dann zwei- bis dreimal die Woche, versorgen die Tiere, machen sauber und geben den Katzen, so wie es auch zu Hause üblich ist, viele Streicheleinheiten“, sagt Sabine Gransberger vom Katzenschutzbund. Die Tierstation sei auch ein hervorragender Ort zum Entspannen. „Es ist einfach schön, eine Katze auf dem Schoß zu haben und sie zu kraulen. Und es macht Freude, zuzuschauen, wenn die Katzen spielen.“

Natürlich sind auch die großen Hilfsorganisationen vor Ort, darunter der Malteser Hilfsdienst. Dieser erfreut sich in Bremen der freiwilligen Mithilfe von etwa 200 Menschen. Die meisten sind im Bereich Katastrophenschutz tätig. Über freiwilliges Engagement kam auch Malte Degener (23) zu den Maltesern. „In meiner Heimat in Hambergen war ich erst bei der Freiwilligen Feuerwehr. Das war die einzige Alternative zum Fußballverein. 2013 habe bei den Maltesern Freiwilligendienst gemacht“, sagt er.

Malteser haben ein Auge für Freiwillige

„Mittlerweile mache ich eine Ausbildung im Rettungsdienst und engagiere mich noch nebenher.“ Da kämen nochmal 20 Stunden zusätzlich zusammen. Interessierten empfiehlt er: „Einfach reinschnuppern und mal ein oder zwei Dienste mitmachen. Gute Gelegenheiten sind die Osterwiese und der Freimarkt.“

Die Malteser ermöglichen auch das Engagement bei sehr alltäglichen Herausforderungen, so etwa in der „Mobilen Fahrradklinik“ in einem ausgebauten Bus. „Wenn jemand schon mal dazwischengreift und die Fahrradreparatur am liebsten selber machen möchte, dann merkt man, das könnte ein Freiwilliger sein“, sagt Andreas Kalkosky, Koordinator der „Mobilen Fahrradklinik“. „Wir bringen allen Interessenten die handwerklichen Fähigkeiten bei. Das klappt eigentlich immer.“

Weitere Informationen dazu gibt es hier.

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