Hoffen auf mehr Normalität

Bremer Freimarkt fest im Blick – womöglich sogar mit Festzelten

Blick über die Sommerwiese auf der Bremer Bürgerweide, aufgenommen kurz vor der Eröffnung aus dem Fahrgeschäft „Pool Party“.
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Blick über die Sommerwiese auf der Bremer Bürgerweide, aufgenommen kurz vor der Eröffnung aus dem Fahrgeschäft „Pool Party“.

„Ischa Freimaak“, so soll es im Herbst wieder auf der Bremer Bürgerweide heißen, davon gehen die Schausteller fest aus. Jetzt ist gerade die Sommerwiese zu Ende gegangen.

Bremen – Immerhin 100.000 Besucher sind an den 17 Veranstaltungstagen zur Sommerwiese auf der Bremer Bürgerweide gekommen. Besonders viel Betrieb gab es an den letzten beiden Tagen mit jeweils 10.000 Marktbesuchern, teilte das Wirtschaftsressort mit. Das ist natürlich kein Vergleich zur normalen Osterwiese mit etwa einer Million Menschen, aber immerhin, der Rummel war möglich.

An den beiden letzten Markttagen sei man mit 4999 Besuchern an die zulässige der Kapazitätsgrenze gekommen, sagt Rudolf Robrahn, Vorsitzender des Schaustellerverbands des Landes Bremen. „Es musste aber niemand länger als eine halbe Stunde warten“, sagt er. Auf der Bürgerweide, so meint er, sei durchaus noch Luft nach oben gewesen. 2000 bis 3000 Besucher mehr hätten seiner Meinung nach bei Einhaltung der Abstandsregeln noch auf den Platz gekonnt.

Schausteller: Normale Volksfeste „unverzichtbar“

War die Sommerwiese ein Ersatz für das sonst übliche Volksfest, die Osterwiese? Nein, so Robrahn, aber: „Es tat gut, dass wir unserer Tätigkeit nachgehen konnten.“ Veranstaltungen wie diese könnten aber keine Perspektive für die Schausteller sein. Für diese sei die Rückkehr zu normalen Volksfesten „unverzichtbar“.

Durch Wegfall der Drei-G-Regel, also Zugang nur für Geimpfte, Getestete und Genesene, der Anmeldung und der vorgegebenen Zeitfenster sei es zu einem wesentlich entspannteren Verlauf der Sommerwiese gekommen, so Robrahn. Die Veranstaltung sei dadurch nicht unsicherer geworden, betont er. Die Lockerungen hätten auch zu einem besseren Fluss im Eingangsbereich und zu weniger Warteschlangen geführt. Darin sieht er sogar einen Gewinn an Sicherheit.

Robrahn vermutet, es wären mehr Besucher gekommen, wenn der Markt gleich mit einem anderen Konzept gestartet wäre. An den ersten drei Tagen des Rummels sei es – wegen der vorgeschriebenen Tests – zu erheblichen Wartezeiten beim Impfzentrum gekommen. Ein großer Teil der Besucher sei entnervt nach Hause gefahren. Auch fürchteten etliche, die Wartezeit zähle zu dem begrenzten Besuchsfenster, das anfangs noch vorgegeben war. Christoph Sonnenberg, Sprecher des Wirtschaftsressorts, räumt Kapazitätsengpässe im Impfzentrum an den ersten Tagen ein. Man habe die Kapazitäten aber hochgefahren und wäre „jederzeit nachbesserungsfähig“ gewesen.

Unter den Besuchern seien viele Familien mit Kindern gewesen. Die Besucher, die kamen, seien sehr aktiv gewesen. Robrahn spricht von Zwei- bis Dreijährigen, die zum ersten Mal ein Kinderkarussell gesehen oder die Verlosung eines Teddys erlebt hätten.

Bremer Freimarkt – mit Festzelten?

Nach dem Ende der Sommerwiese haben die Schausteller den Freimarkt im Herbst fest im Blick. In normalen Jahren kommen dazu etwa vier Millionen Menschen. Der Freimarkt soll stattfinden, darüber herrscht laut Sonnenberg Einigkeit. Zum Hygienekonzept könne man noch nichts sagen, weil unklar sei, wie sich die Corona-Pandemie bis dahin entwickele. Er geht allerdings von Schutzmaßnahmen während des Rummels aus. Und auch von weniger als den 300 auf dem Freimarkt üblichen Fahrgeschäften und Buden. Genaueres sei offen. Klar sei, dass die komplette Bürgerweide mit ihren 100.000 Quadratmetern genutzt werden soll. Bei der Sommerwiese war es die Hälfte der Fläche, sagt Sonnenberg.

Märkte in anderen Städten wurden abgesagt. „In Bremen zieht man erst die Reißleine, wenn es nicht mehr anders geht“, sagt Robrahn hoffnungsvoll. Er setzt auch darauf, dass Festzelte zugelassen werden. Von einem ganz normalen Freimarkt geht aber auch der Schausteller nicht aus, allerdings von Schritten in Richtung Normalität. Über die Teilnahme entscheide jeder Betrieb angesichts finanzieller Risiken selbst. Einige hätten ihre Fahrgeschäfte „eingemottet“, um Geld zu sparen.

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