Kneipenschlägerei in Bremen 

Frau tritt Bahnmitarbeitern in den Rücken

Bremen - Ob es an zu viel Alkohol gelegen hat, dass es am Bremer Hauptbahnhof zu einer Kneipenschlägerei kam, fragen sich die Bremer Bundespolizeibeamten. Erst fliegen zwischen zwei Männern die Fäuste, dann greift eine unbeteiligte Frau Sicherheitsmitarbeiter der Bahn an, bis Bundespolizisten die Beteiligten festnehmen. Flüchtig ist das scheinbare Opfer ...

Ein 31-jähriger Mann hat am frühen Freitagmorgen in einer Gaststätte im Bremer Hauptbahnhof nach einem Streit auf einen unbekannten Mann eingeschlagen. Wahrscheinlich war es eine typische Auseinandersetzung am Tresen nach einer durchzechten Nacht, heißt es in einer Mitteilung der Bundespolizei. Während Sicherheitsmitarbeiter der Bahn versuchten, dem polizeibekannten Gewalttäter Handfesseln anzulegen, wurden auch sie von ihm mit Faustschlägen und Tritten leicht verletzt.

Damit nicht genug, meinte eine 55-jährige Frau, sich in die Festnahme einmischen zu müssen und trat den Bahnmitarbeitern in den Rücken, während diese versuchten, den Angreifer am Boden zu halten. Der zweite Mann - Opfer oder zugleich Täter - suchte unterdessen das Weite.

Beschuldigte pusten nicht 

Bundespolizisten ermitteln nun wegen gefährlicher Körperverletzung gegen den 31-jährigen Mann aus Lübeck und die 55-jährige Frau aus Sulingen. Beide kannten sich nicht, waren sich aber einig, die Aussage und den Alkoholtest zu verweigern.

Derartige Szenen sind auch für unbeteiligte Reisende unangenehm, sagen die Beamten. Sie merken jedoch an, dass sich Körperverletzungen fast ausschließlich unter alkoholisierten Personen ereignen. Die Aufklärungsquote der Bundespolizeiinspektion Bremen, bezogen auf den Bremer Hauptbahnhof, liegt bei rund 89% - ermittelt im Rahmen von 221 Rohheitsdelikten im Jahr 2016. 

Täter werden fast immer sofort festgenommen, denn die Beamten und die Sicherheitsmitarbeiter der Bahn sind in der Regel schnell vor Ort. Zudem werden die meisten Straftaten durch Videokameras aufgezeichnet - leugnen ist zwecklos.

Ärgerlich - und gegebenenfalls strafrechtlich zu ahnden - ist das Einmischen in Festnahmen durch unbeteiligte Personen bis hin zum penetranten Vorhalten von Handys, um die Einsätze zu filmen. Sicherheitsmitarbeiter haben ihre Gründe, wenn sie handfest einschreiten.

Rubriklistenbild: © dpa

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