Bilder von Jutta Vialon

Fotoausstellung zeigt die Musikstars der 60er und 70er Jahre

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Die SW-Dias lassen sich mit Hilfe eines Diabetrachters anschauen.

Bremen - Jutta Vialon war schon vor dem Krieg eine der wenigen Fotografinnen in der von Männern dominierten Fotowelt. Jahrzehntelang war sie Radio Bremens Fotografin. Jetzt widmet ihr das Staatsarchiv eine Ausstellung mit von ihr fotografierten Stars der Popszene.

Eine Bremer Fotoausstellung lässt die Stars der Rock- und Pop-Szene der 60er und 70er Jahre erwachen. Ob Johnny Cash, Deep Purple oder The Who - sie alle hat die Bremer Fotografin Jutta Vialon (1917 - 2004) vor die Linse bekommen. Vialon war mit dem Start des Senders 1945 die Fotografin von Radio Bremen. Sie hat vor und hinter den Kulissen alles dokumentiert - vor allem die Zeiten des legendären „Beat Clubs“, der in diesem Jahr vor 50 Jahren das erste Mal im Fernsehen die Musik der Jugend auf den Bildschirm brachte.

Die Ausstellung „The Beat Goes on“ wurde von Radio Bremen, dem Staatsarchiv und der Hochschule für Künste zusammengestellt. Sie wird am Mittwoch eröffnet und ist bis zum 26. Februar im Bremer Staatsarchiv zu sehen. Im Staatsarchiv empfängt den Besucher eine Studioatmosphäre, in der die Fotos von Vialon dekoriert und schwarz-weiß Dias von hinten beleuchtet werden. Zu Beat-Club-Zeiten war die Fotografin um die 50 Jahre alt und hatte jahrelange Erfahrung. Es seien ihr außergewöhnliche Aufnahmen mit hoher Authentizität gelungen, während die Stars der Zeit von Go-Go-Girls umringt worden seien, sagte ein Sprecher des Senders.

Doch nicht nur die Stars auf der Bühne hat Vialon abgelichtet, auch die Leute hinter den Kameras und Backstage hat sie fotografiert. Ihr gesamter fotografischer Nachlass wäre fast vergessen worden. Erst Jahre nach ihrem Tod wurde er auf dem Dachboden ihres Hauses entdeckt und dem Staatsarchiv übergeben. Vialon war 1935 nach Bremen gekommen und zählte damals zu den wenigen Fotografinnen, die sich in der Männerdomäne durchsetzten. Damals porträtierte sie auch Bremen und seine Menschen. Sie blieb zeitlebens immer im Hintergrund. 2004 starb sie verarmt und einsam in ihrem Haus in Oyten. Vialon war nie verheiratet und hatte keine Kinder. dpa

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