Flüchtlinge in Bremen angekommen

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Flüchtlinge bei der Ankunft am Bremer Hauptbahnhof.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. 92 Flüchtlinge, die am Wochenende Ungarn verlassen konnten, um mit Erlaubnis der Behörden nach Österreich und Deutschland einzureisen, sind am frühen Montagmorgen am Bremer Hauptbahnhof eingetroffen. Es war kurz nach vier Uhr, als sie aus dem IC 2928 stiegen, der am Sonntag gegen 19 Uhr in München abgefahren war. In dem Zug waren insgesamt 504 Menschen, darunter viele Familie mit Kindern, sagte ein Sprecher der Bremer Sozialbehörde.

Arabisch sprechende Sprachvermittler von der Arbeiterwohlfahrt, die sich freiwillig zu dem nächtlichen Einsatz gemeldet hatten, hatten die Flüchtlinge unmittelbar nach ihrer Ankunft noch im Zug darüber informiert, dass nur ein Teil von ihnen in Bremen bleiben kann – und die meisten weiterfahren ins Aufnahmelager Neumünster bei Kiel (Schleswig-Holstein). Die überwiegende Zahl der Flüchtlinge stammt aus Syrien, dem Irak und Afghanistan.

Weitere 80 Flüchtlinge sind gegen 23 Uhr in zwei Bussen in München losgefahren. Der erste Bus mit 55 Menschen ist soeben in Bremen eingetroffen. Beide Busse fahren direkt zur Bundeswehrkaserne in Huckelriede, die am Wochenende mit Betten ausgestattet worden ist. Die Bundeswehr habe „superkooperativ und sehr unbürokratisch“ geholfen, hieß es im Sozialressort.

„Bundespolizei, Polizei Bremen, Arbeiterwohlfahrt, Bundeswehr, Bremer Straßenbahn AG und Bundesbahn haben in dieser Situation eng mit dem Sozialressort zusammengearbeitet“, sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) – verbunden mit einem Dank an alle Beteiligten.

Die 92 Flüchtlinge aus dem IC 2928 kamen in die am Wochenende eilig bereitgestellte vorübergehende Sammelunterkunft in einer Sporthalle auf dem Areal des Polizeipräsidiums in der Vahr. Dort betreut sie die Arbeiterwohlfahrt.

Der Sprecher des Sozialressorts: „Kräfte der Bundeswehr haben sich unterdessen bereits am Bahnhof um ein verletztes Kind gekümmert. Der Zug ist anschließend weitergefahren nach Neumünster, ein erheblicher Teil der Flüchtlinge befindet sich nach eigenem Bekunden auf der Weiterreise nach Schweden, das nach Angaben der Bundesregierung grundsätzlich aufnahmebereit sein soll.“

Sozialsenatorin Stahmann: „Die Menschen haben eine sehr lange Reise mit großer Ungewissheit hinter sich. Die Erschöpfung hat man ihnen angesehen.“ In vielen Gesichtern habe sich nach der Ankunft in Bremen aber auch der Ausdruck von Erleichterung eingestellt: „Ich bin froh, dass wir diesen Menschen ein Stück Sicherheit und Geborgenheit geben können, auch wenn es angesichts der ohnehin hohen Zahl an Zugängen eine immense Herausforderung werden wird, in den kommenden Tagen eine angemessene Unterkunft für sie herzurichten.“

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