„Feuerwerk der Turnkunst“ begeistert 13 000 Zuschauer

Kraftvoll und schön

Biegsam wie Schlangen: die Sportlerinnen von „Avatar“. Etwa 13 000 Zuschauer erlebten am Montag in zwei Shows ein beeindruckendes Programm beim „Feuerwerk der Turnkunst“. Foto: MINKUNSIMAGES

Bremen - Von Martin Kowalewski. Das Fahrrad ist ein zeitloses Sportgerät. Damit passt es gut zu „Opus“, dem aktuellen Showprogramm von „Feuerwerk der Turnkunst“, das seine Betrachter mit Vintage-Look und -Sound in lange vergangene Jahrzehnte entführt, aber auch moderne Showelemente einbezieht. Zwei Shows locken am Montag etwa 13 000 Besucher in die Stadthalle (ÖVB-Arena) und begeistern sie.

Viola Brand, amtierende Europa- und Vizeweltmeisterin im Kunstradfahren, zeigt auf dem Fahrrad virtuose Artistik. Sie strahlt eine beeindruckende Ruhe und Sicherheit aus, während sie mit den Füßen auf dem Sattel und dem Lenker steht und das Rad im Kreis lenkt, mit Gesicht und Bauch zum begeisterten Publikum hin ausgerichtet. Auch schafft sie es, ruhig auf der Vorderseite des Lenkers zu sitzen, während das Rad in die Höhe ragt.

Für Stimmung sorgen die schnellen Auftritte der „Faceoff X Crew“, eine Gruppe der besten Tumbler Dänemarks, die eine tempogeladene Flugshow zeigen. Sie brauchen schon etwas Anlauf, aber wenn sie auf ihrer langen Bahn springen, sind Mehrfachsalti, auch in Kombination mit seitlichen Schrauben, kein Problem für die durchtrainierten Männer.

Der Auftritt ist atemberaubend, auch wenn das Mini-Trampolin zum Einsatz kommt. Die Band „The Red Sox Peppers“, die jede Nummer mit Livemusik begleitet und die Zuschauer hier und da zum Mitklatschen bringt, zeigt, dass das irgendwie auch in die früheren Jahre passt.

Die Musiker veredeln den zweiten Auftritt der Dänen mit einem peppigen Sound, der sowohl modern ist als auch an tanzbaren Jazz verschiedener Jahrzehnte erinnert. Dazu tanzt das Showensemble. Ein tosender Applaus folgt. Die gesamte Show verbindet sportliche Höchstleistungen mit viel Sinnlichkeit und ist auch des Öfteren überraschend.

Das Duo „Rolling Wheel“ aus Ungarn entdeckt die Möglichkeiten des Rhönrads neu. Foto: MINKUSIMAGES

Das Duo „Rolling Wheel“ entdeckt sein Sportgerät, das Rhönrad, neu. Die Sportler Ferenc und Zsófi aus Ungarn haben zwei Räder dabei und verwickeln sie und sich in einen regelrechten Tanz. Auch Hand- und Kopfstand lassen sich auf dem Rhönrad machen.

Sinnlich ist der Auftritt der fünf Asiatinnen von „Avatar“ und zugleich atemberaubend, denn man fürchtet fast, die Sportlerinnen könnten während ihres Auftritts einfach durchbrechen. Ihre Körper sind beweglich wie Schlangen. Die Choreographie ist einfach schön, ein Gewebe aus sportlicher Höchstleistung. Ständig kommen Köpfe, Gliedmaßen und Körper in neue Konstellationen. Immer wieder blicken die erstaunlich gelassenen Athletinnen die Zuschauer an, während die Beine geradlinig in Blickrichtung ragen.

Souverän: Viola Brand, amtierende Europa- und Vizeweltmeisterin im Kunstradfahren. Foto: MINKUSIMAGES

Inken Bradl (35) aus Garding in Schleswig-Holstein ist zum dritten Mal beim „Feuerwerk der Turnkunst“. „Das war sehr gut“, sagt die Trainerin und ehemalige Turnerin nach der vielseitigen und mit viel Applaus bedachten Show. Sie staunt über die extreme Kraft, die viele der Kunststücke verlangen. Allerdings hätte sie sich etwas mehr Pep neben der dargestellten Dramatik und Romantik gewünscht, um auch kleine Kinder, wie ihre sechs Jahre alte Tochter Mara, mehr mitzureißen. Besonders gefallen ihr die „Mongolian Nomads“. Die treten zweimal auf und bilden gerne Türme aus Menschen. Zunächst unten zwei Männer, oben eine zierliche Frau. Die wird durchaus auch mal geworfen und wechselt den Turm und landet mitunter in Etage vier. Dazu kommt ein weiterer Sport: Seilspringen in besonderer Art. Das Seil nimmt seine Bahn so, dass zunächst der Menschenturm als Ganzes springt, um dann seine Bahn durch eine Lücke zu ziehen, die entsteht, weil die Frau oben in die Luft geworfen wird.

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